Die offizielle Kursbeschreibung für das SS2023 findet sich hier: https://www.frankfurt-university.de/de/studium/interdisziplinares-studium-generale/interdisziplinares-studium-generale-modulpool-sose-2023/citizen-science-fuer-nachhaltige-entwicklung/
Der folgende kurze Podcast diente als Kurzwerbung für den Kurs im Vorfeld:
Der Entwurf für einen Semesterplan für das SS2023 sieht wie folgt aus:
Dieser Entwurf gibt einen möglichen Phasenplan vor, wie das Semesterziel aufgrund der bisherigen Erfahrungen gut erreicht werden kann. Allerdings gibt es im Verlauf viele Unbekannte, die Abweichungen oder Umakzentuierungen erforderlich machen könnten.
Der Start ist geprägt vom ersten Kennenlernen, erste Orientierungen und einer Teambildung, die sich an möglichst großer ‚Vielfalt‘ orientiert. Um die Chancengleichheit sicher zu stellen, werden die Teams darüber hinaus per Zufall ausgelost. Gleiches gilt auch für die Zuteilung des Themas, das für jedes Team aus einer vorgegebenen Liste ausgelost wird.
Die eigentliche methodische und inhaltliche Einführung findet in den Sitzungen 19.4. und 3.5. statt. In diesen Sitzungen wird das Konzept ‚Theorie als Spiel‘ anhand eines konkreten Beispiels vorgestellt, das im gesamten Semester als Referenzbeispiel seitens des Dozenten-Teams erhalten bleibt, und sogar weiter entwickelt wird. Die einzelnen Teams können dieses Beispiel anhand ihres eigenen Themas ausprobieren.
Die Hauptarbeit für die Teams findet dann im Kontext der Termine 17.5., 31.5. und 7.6. statt. In dieser Zeit können sie ausprobieren, wie sie dieses Konzept mit ihrem Thema auf eine konkrete Kommune anwenden können. Sie können dazu auch direkten Kontakt mit Bürgern oder Einrichtungen der Kommune suchen.
Die Zeit der Experimente und des freien Austausches untereinander mündet dann in einer Art ‚Generalprobe‘ am 14.6., in der jedes Team sein Thema in Form eines spielbaren Spiels präsentiert und durch die anderen testen lässt. Zugleich wird möglichst viel Feedback von den anderen Teams eingesammelt.
Jedes Team hat dann noch etwas Zeit, die Erfahrungen aus der Generalprobe für sein endgültiges Konzept zu berücksichtigen, um sie für die Prüfung am 28.6. zu dokumentieren und zu präsentieren.
Anmerkung: Für dieses Lehrprojekt und seine Prüfungsform spielt die Verfügbarkeit von chatGPT3 bzw. 4 keine Rolle. Die Studierenden könnten das Programm ruhig benutzen, es wird ihnen kaum helfen (Siehe auch den kritischen Blogbeitrag zu chatGPT: https://www.cognitiveagent.org/2023/02/13/chatgpt-wie-besoffen-muss-man-sein/ )
[1] Als ‚Spielregeln‘ für die Arbeit mit hessischen Kommunen gilt die ‚Hessische Gemeineordnung (HGO)‘: https://www.lexsoft.de/cgi-bin/lexsoft/justizportal_nrw.cgi?xid=146137,1
In der Zusammenfassung heißt es: „Ausgehend von der aktuellen Situation unserer Demokratie und der anhaltenden Spannung zwischen der Vertretung der Bürger über politische Parteien im Parlament und den heutigen außerparlamentarischen Dynamiken wird die Herausforderung einer nachhaltigen Entwicklung eingeblendet. Es wird verdeutlicht, dass das Projekt einer nachhaltigen Entwicklung sowohl empirische Wissenschaft benötigt wie auch die Beteiligung möglichst aller Bürger. Die heutige Fremdheit von Wissenschaft kann bei vielen dadurch überbrückt werden, dass man nachhaltige empirische Theorien im Format eines ‚Spiels‘ realisiert. [3] Dafür wird Gebrauch gemacht von neuesten Forschungen der Frankfurt UAS. Abschließend wird beispielhaft ein mögliches Programm skizziert, mit dem Bürger ihre individuellen Möglichkeiten in einem gemeinsamen Tun vereinigen können.“[4]
[1] Bei der Bearbeitung dieses Themas fühlen wir uns in besonderer Weise Manfred Faßler (‚MaFa‘) verbunden, der uns Jahrelang mit intensiven Gesprächen und durch seine Bücher begleitet hat. Zuletzt kreisten seine Gedanken stark um die ‚minimalen Bedingungen einer Demokratie‘. URL: https://www.uni-frankfurt.de/106285831/Prof__Dr__Manfred_Fa%C3%9Fler
[4] Eine komplette Dokumentation zur Veranstaltung findet sich hier: https://gruene-schoeneck.de/ortsverband/im-gespraech/expand/884120/nc/1/dn/1 (zuletzt: 9.Februar 2023)
— !!! Noch nicht ganz abgeschlossen. Bislang der grobe Faden des Vortrags, der einen sehr umfassenden Eindruck vermittelt hat. Dies alles im einzelnen auszufüllen wird Aufgabe der nächsten Wochen (oder sogar länger :-)) sein. Mittlerweile hat Yvonne Heil selbst einige Passagen ergänzt. Am 26.3.2023 gibt es dazu eine eigene Wald-Werkstatt. !!!—
Erhalt resilienter Wälder im Anblick eines globalen Klimawandels
von Dr.med.vet. Yvonne Heil (Schöneck)
Der nachfolgende Text stammt von Gerd Doeben-Henisch aus Sicht des Zuhörers. Als Datengrundlage steht ein Audio-Mitschnitt des Vortrags und eine Power-Point Präsentation von Frau Dr.Heil zur Verfügung. Ferner Informationen aus den zahlreichen Links, die zum Vortrag gehören bzw. vom Protokollant hinzugefügt wurden.Mittlerweile ergänzt um erste Texte, die Yvonne Heil eingefügt hat.
Programm am 5.März 2023
Einstimmung
Die Referentin, Dr.Yvonne Heil, sprach sehr engagiert und kenntnisreich über jenen Teil des Schönecker Waldes, der als „Wald zwischen Kilianstädten und Büdesheim“ als besonders schützenswert gilt, weil er zum sogenannten ‚Natura 2000‘ Programm der EU gehört [1a,b],[4]. Sie erinnerte sich wie Sie als Kinder in diesem Wald sein durften, als ihn noch eine Aura des ‚Besonderen‘ umgab, wo sie deswegen still sein sollten, nicht zu laut. Seitdem vermeint Sie zu spüren — und faktisch zu erleben –, wie sich das Verhältnis der Menschen zum Wald gewandelt hat.
Ihr Vortrag war daher nicht nur eine Art ‚trockener Bericht‘, reich an Daten, Beispielen, sondern man merkte auf Schritt und Tritt ihre besondere persönliche Beziehung zu diesem Wald, angereichert mit vielen eigenen Erlebnissen, mit vielen eigenen Fotos die ihrem engagierten Schauen entsprungen sind.
Entsprechend war die Reaktion der Teilnehmer*innen des Vortrags gegen Ende sehr positiv bis offen begeistert: So hatten sie diesen Wald vorher noch nicht gesehen. Ein Vortrag mit einem neuen Blick als Geschenk.
Wald in Schöneck
BILD 1 : Violett eingerahmt das Gebiet der Gemeinde Schöneck mit verschiedenen grünen Anteil für Wald. Insgesamt 211,3 ha, Anteil des Kilianstädter Waldes 123 ha zwischen Büdesheim und Kilianstädten. Das Besondere: der Kilianstädter Wald ist seit 2004 FFH Schutzgebiet [1a,b], was die Einhaltung spezieller FFH Richtlinien erfordert. In der Liste der hessischen FFH Natura 2000 Gebiete [4] trägt der Wald die Bezeichnung „Wald zwischen Kilianstädten und Büdesheim“. Eine genauere Beschreibung dieses Waldes findet sich in [5a,b]. Laut der EU Richtlinie für FFH Gebiete Natura 2000 [2] müssen die zuständigen Mitgliedsstaaten nötigen Erhaltungsmaßnahmen vornehmen (Art.6), für die finanzielle Mittel bereitgestellt werden (Art.8). Ferner beurteilt die Kommission im Rahmen des Verfahrens in regelmäßigen Zeitabständen den Beitrag von Natura 2000 zur Verwirklichung der in den Artikeln 2 und 3 genannten Ziele (Art.9). Grundsätzlich soll jeder Mitgliedstaat alle sechs Jahre einen Bericht über die Durchführung der durchgeführten Maßnahmen erstellen. Dieser Bericht enthält insbesondere Informationen über die in Artikel 6 Absatz 1 genannten Erhaltungsmaßnahmen sowie die Bewertung der Auswirkungen dieser Maßnahmen auf den Erhaltungszustand der Lebensraumtypen des Anhangs I und der Arten des Anhangs II sowie die wichtigsten Ergebnisse der in Artikel 11 genannten Überwachung. Dieser Bericht, dessen Form mit dem vom Ausschuß aufgestellten Modell übereinstimmt, wird der Kommission übermittelt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. (Art 17.1) Es sollen auch erzieherische Maßnahmen und Informationen für den Schutz ergriffen werden (Art.22) Zur Berichtspflicht siehe auch [6],[8-10], besonders [8]! Erläuterungen der Bewertungskategorien zu Berichten [11]. Siehe auch interaktive Karte der Hess.Verwaltung für Bodenmanagement: https://natureg.hessen.de/mapapps/resources/apps/natureg/index.html?lang=de
Um nachhaltiges Waldschutzmanagement zu verstehen, müssen wir zunächst auf die Faktoren und Details blicken, die mit dem Ökosystem Wald und dessen Bewirtschaftung, falls nötig, in Verbindung stehen.
Natürlich macht es Sinn Waldmanagement als globale Aufgabe zu betrachten, jedoch ist auch der Wald vor unserer Haustür ein Teil davon. Hier können wir direkt erfahren, wie klimatische, wirtschaftliche und ökologische Faktoren ineinandergreifen.
Als Schönecker Bürger dürfen wir etwa 211 ha Wald als Gemeindewald in unsere Umlegungen einbeziehen. Gleichfalls stehen wir stehen hierbei in der Verantwortung.
Um Ökosysteme zu verstehen, erfordert es ein hohes Maß an komplexem Wissen. Hier können wir uns als Bürger nur Näheren, in dem wir eine Kommunikation mit Experten, kritisches Hinterfragen und ständiges Informieren betreiben.
Dieser Vortrag/Zusammenfassen hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern versteht sich als Prozess, Fragestellungen aufzuzeigen und Ansätze bzw. Anreize zu geben, sich mit dem Thema Wald auf allen (Wissens)Ebenen auseinanderzusetzen.
Es stellen sich demzufolge grundlegende Fragen:
Was ist der Wald? Hier müssen wir dringend genauer hinschauen, um annähernd zu verstehen, was wir schützen und nutzen. Wald ist nicht nur der Ort, an dem „die Bäume stehen“.
Was müssen wir (als Bürger) wissen? Da neben den biologischen, geologischen, geographischen und meteorologischen, sowie ökonomischen Zusammenhängen auch das Wissen um gesetzliche Hintergründe wichtig ist, ist es um so wichtiger, sich etwas eingehender hiermit zu beschäftigen.
Welche Bedeutung hat es für die Entscheidungen im Hinblick auf nachhaltige Maßnahmen? Erst nach kritischer Auseinandersetzung mit den obengenannten und in Folge näher beleuchteten Wissensgebieten, können Maßnahmenbewertet und vorgenommen werden.
Wenn wir uns mit dem Wald in Schöneck beschäftigen, sind geographische und geologische Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Die Waldgebiete ergeben insgesamt eine Fläche von 211,3 ha. Das größte Waldgebiet ist der „Wald zwischen Kilianstädten und Büdesheim“ mit 123 ha, gefolgt von Buchwald, Brandsholz und den Lohwäldchen.
Der „Wald zwischen Kilianstädten und Büdesheim“ unterliegt einem besonderem Schutz. Er wurde im Rahmen der Zuweisung der Natura 2000 Gebiete als besonders schützenswert erkannt und von einer EU-Kommission als FFH-Schutzgebiet ausgewiesen.
In Deutschland gibt es über 4500 Natura 2000 Gebieten, zu denen FFH-Schutzgebiete und Vogelschutzgebiete zählen.
Diese FFH-Gebiete unterliege der FFH-Richtlinie von 1992, die das Biotop unter Schutz stellt. Anhand bestimmter Leitarten, wurde der Zustand des Ökosystems erfasst. Diesen gilt es zu erhalten oder im günstigsten Fall zu verbessern. Ein Monitoring soll in regelmäßigen Abständen von entsprechender Stelle erfolgen. Im Fall von Schöneck fand zu unserem FFH-Gebiet eine vom Regierungspräsidium Darmstadt veranstaltete Gebietskonferenz im November 2022 statt. (6a, b, c)
Die FFH-Gebietskonferenz zeigte deutliche grundsätzliche Probleme in unseren Wäldern auf. Ein unzureichender Erhaltungszustand wurde offensichtlich, eine Verschlechterung u.a. auch durch kurze Umtriebszeiten, starke Durchforstung und teils auch durch Entnahme einzelner Habitatbäume begründet. Neben dem Rückgang von verschiedenen Fledermausarten wie Bechsteinfledermaus (als Leitart) wird auch auf die rückläufigen Zahlen von Spechten, Zwergschnäpper und Hirschkäfer u.a. mit Sorge geblickt.
Während der Gebietskonferenz wurde von Biologen des Planungsbüros berichtet, dass, obwohl ein Verschlechterungsverbot gilt, ein Abstufung von B nach C erfolgt ist. Ein drastischer Rückgang der beobachteten Fledermausarten ist in unserem Wald erfolgt. Ein Maßnahmenkatalog soll seitens des RP herausgegeben werden.
Berichte alle 6 Jahre an EU, Konferenz mindest. alle 2 Jahre
Berichte an EU
Verpflichtung zum Erhalt! Klagen wurden bereits im Zusammenhang mit Ergebnissen des Monitoring beim EuGH eingereicht und bereits Urteile gefällt siehe „Leipziger Auwald“.
Maßnahmen zum Erhalt oder zur Verbesserung sind daher zwingend erforderlich.
Um zu verstehen, wie Rechtsgrundlagen den Wald betreffen, müssen wir uns mit verschiedenen Gesetzen auseinandersetzen :
Waldmeister-Buchenwald, daneben finden wir auch andernorts Hainsimsen-Buchenwald oder auch Hainbuchen-Eichenwald.
Esche
vorrangige Baumart:
Rotbuche
aber auch Traubeneiche, Stieleiche, Roteiche (aus Nordamerika)
…
Nadelhölzer: noch häufig finden wir die Fichte (als nicht unproblematisch zu betrachten, da ihre Nadeln zur Bodenversauerung beitragen, flache Wurzeln u.a. Bodenverdichtung bei Wind führen können) Weißtannen sind Tiefwurzler, gelten als Schattenbaumart und ihre Nadeln verwerten Bodenorganismen gerne. Eibe als noch seltene Art im Nutzwald ist zu beachten
Wir unterscheiden zudem zwischen Lichtbaumarten: Birke („Ammenbaum, Pionierbaum“), Schwarzpappel oder Hybrid, Espe, Weide, Kiefer, Lärche
und Schattenbaumarten: Weißtanne, Buche, Eibe, sowie Übergangsarten (halbschatten) Linde, Bergahorn, Hainbuche
Daneben wichtig für das Ökosystem Wald, z.B.: Moose Flechten Pilze Hallimarsch, Baumschwamm
Totholzstamm mit verschiedenen Moos- und Flechtenarten
Farne Wurmfarn, Rippenfarn, Hirschzunge
Aktuell, zahlenmäßig und lokal erfasst in ‚Forsteinrichtung‘ (10 Jahresplan der Gemeinde)(Der letzte öffentlich zugängliche Bericht des RP Darmstadt stammt von 2013[3a]).
Insekten Waldameise, Schröter (Larven 3 Jahre im Totholz) Rüsselkäfer, Admiral Spinnentiere Baldachinspinne Schnecken schwarzer Schlegel (nachaktiv, Qualitätsmerkmal)
schwarzer Schlegel
Mit einem Buchenwald verbinden sich ca. 11.000 Arten
Hainsimse
Lerchensporn+
Huflattich+
Schwarzspecht+
Gartenschläfer (Waldbewohner)
Wildschwanzpfledermaus+
Käfer (+/- flugfähig, wichtig für Ausbreitung) Auswahl:
Waldboden:
Wasserspeicher (bis zu 200l/m²), Lebensbereich Bodenverdichtung (Fahrspuren/Römer, Vibration), dadurch Sauerstoffmangel, Anaerobier/Methanproduktion v.a. unter 20 cm Bodentiefe (darüber z.B Wühlmäuse u.a)
(Beispiel Gettenbach Probleme mit Brunnen durch Bodenverdichtung, vor allem in tieferen Bereichen, Sauerstoffmangel! Sind sehr nachhaltig über Jahre)
pH-Wert Tiefwurzler spielen stabilisierende Rolle (Eiche, Weißtanne) Beweidung durch Waldbwohner (durch Tiere) Bestimmungsfächer Waldböden von bfw.gv.at (Bundesforschungszentrum für Wald)[13]
Funktionen Lebensgrundlage vieler Arten (Moose, Pilze, Käfer, Specht, Kauz, Fledermaus), 1700 Käferarten und 2700 Großpilze ein Viertel aller Arten auf Totholz angewiesen Wasserspeicher Bodenerosion verringern
Schwellenwerte 20-25m³/ha bis über 100m³/ha für anspruchsvolle (Tier.)arten (z.B. Dreihzehenspecht) Schwellenwerte: Mindestens 20 m3
Totholz fördern durch z.B. Altholzinseln , Vernetzung von Habitaten und Habitatbäumen (5-10/ha)
Alte Wälder bis 300/400 m3
Waldrand – als wichtiger Faktor zum Beitrag von Biodiversität und Artenvielfalt:
Erhaltung des Waldrandes, Waldinnen- und Waldaußenrand Stufenweiser Aufbau, bis 20 m in den Wald reichen Zusammensetzung spielt ebenfalls eine Rolle Vogelbeere, Kirsche, Weißdorn, Hasel, Holunder
Anmerkung: In Kilian Waldrand z.T. auf harter Linie ‚gefräßt‘.
Altholzbestände:
In Naturwäldern 400 Festmeter pro Hektar Altbäume mind. 5/ha besser 10/ha ab BHD 40 cm Bei Fehlen wird die Besiedlungskontinuität unterbrochen (v.a. flugunfähige Laufkäfer ), Bedeutung für Ortstreue Vogelarten wie Mittelsprecht Samenbäume (Mastjahre)
Biotopbäume-Habitatbäume-Zukunftsbäume
Buchenwaldmodell BEFORE – hundert Jahre sich selbst überlassen-> nicht einheitlich Bestandsentwicklung
Schadfaktoren/Kalamitäten:
Dürrebelastung Aushagernde Winde Sturmschäden
Waldbrandgefahr Frostschäden für Laubholz
Auswirkungen des Klimawandels, Stress, unzureichende Harzproduktion – Prädisposition für Borkenkäferbefall Eschentriebsterben
Buchen kommunizieren Bedrohungen und reagieren abwehrend im voraus.
Einbringen von Stickstoff (Stoffeinträge Industrie/Landw.) Vergrasung
Wild Mäuse Insekten/Rindenbrüter Pilzkrankheiten
Ökologische Aufgaben des Waldes:
Habitat für Waldbewohner
Kühlender Effekt, hier Aufheizen von Kahlschlagflächen im Sommer bis zu 50° Bespiel Brandenburg
Wärmeunterschiede zu bebauter Fläche und Wald sind 15 °C
Erstellen von Biomasse CO²-Bindung, Klimaleistung, Ökosytemleistung
Wasserspeicher Wichtiger Bestandteil zur Bereitstellung von „grünem“ Wasser (im Boden durch Ökosysteme gespeichert) „Blaues“ Wasser-aus Wolken, Seen, Flüssen etc „Graues“ Wasser
„Recyclen“ des Niederschlags auf der Waldoberfläche Hydraulischer Up-Lift im Boden, Verdunstung über Blattoberfläche, Kühlungseffekt Ansaugen von Luft, Wolkenentstehung, Verbindung von Biosphäre und Atmosphäre (Hinweis: youtube Video)
Zusammenhänge im Ökosystem verstehen:
Beitrag zur Nachhaltigkeit:
Räuberische Coleopteren, insb. Laufkäfer
Webspinnenzoönose (naturschutzrelavante Arten)
Eichenfraßgesellschaften, Ausbildung individiuenreicher Gegenspieler, auch Prädatoren
Vergrasungsgefahr wird durch Kronenschluß und Laubfall gesenkt, reduzieren der Mäusepopulation
Der Mensch : Hohes Anspruchsdenken und Teil der Natur
Fragen und Gedanken:
Blick auf Brandsholz von Büdesheim
Welches Verständnis hat jeder der Nutzer von Nachhaltigkeit im Wald?
Wo liegt der Schwerpunkt?
Braucht z.B. ein Spaziergänger Nachhaltigkeit im Wald, wenn ja, wie ist diese strukturiert?
Gibt es andere Ansätze, wenn die Personengruppe Sportler, Beobachter oder Jäger ist?
Holzwirtschaft-Nutzung des Rohstoffs durch Bevölkerung a) „Verbauen“ von Holz = C02-Bindung b) Brennholz = C02? Ist es nachhaltig für eine eingeschlagene 120 jährige Buche eine neue zu pflanzen, oder zwei oder….drei?
Ist ein Miteinander möglich? Idee der Biosphärenreservate (über 700 weltweit) von UNESCO initiiert, nachhaltige Entwicklung, interdisziplinär Großschutzgebiete mit Forschungs- und Bildungsfunktion [14]
Wie viel Nutzung verträgt der Wald? Ist die Maximalnutzung in Zahlen zu fassen? z.B. 3 % Spaziergänger Oder 1 Spaziergänger/100m² Ebenso anzuwenden auf andere Bereiche der Waldnutzung
Handeln im Sinne der Nachhaltigkeit Wie beurteilt man, ob nachhaltig gearbeitet oder genutzt wird? Kernelemente sind Biodiversität, Anpassen an Klimaverhältnisse und damit verbunden der Waldumbau (natürlich oder anthropogen) Es muss nicht immer eingegriffen werden, es ist sinnvoll auch andere Kriterien gelten zu lassen
blauer Rindenhelmling
Wissenschaftlicher Beirat für Waldpolitik (WBW)/Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) [15]:
Der Beirat ist mit Vertretern verschiedener wissenschaftlicher Fachdisziplinen besetzt, die die gesellschaftlichen Anforderungen an den Wald widerspiegeln. Hierzu gehören
eine gesicherte Versorgung von Holzindustrie und Energiewirtschaft mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz,
die Sicherung von Arbeitsplätzen, insbesondere im ländlichen Raum,
die Erhaltung der Biodiversität,
der Klimaschutz und die Anpassung der Wälder an den Klimawandel [16],
die Nutzung der Wälder als Erholungs- und Erlebnisraum für die Bevölkerung sowie
die Beachtung der Ausgewogenheit zwischen Eigentümerinteressen und Sozialpflichtigkeit.
Novellierung des Bundes-Waldgesetzes [18] Naturschutzfachliche Mindeststandard für Waldwirtschaft/GfP (gute fachliche Praxis), rechtssichere Umsetzung Gemeinwohlverpflichtung z.B. Walderhaltung oder Betretungsrecht Förderinstrumente z.B. Honorierung von Klimaschutzleistungen u.a.
Naturschutzfachliches Standardniveau in Forstwirtschaft Naturschutzfachlich wünschenswertes Niveau der Forstwirtschaft
Zukunftsdialog Wald [17] Prozess aus Vertreter aus Forst- und Waldwirtschaft, Jagd, Erholung, Sport, Naturschutz mit Ziel Novellierung BWG und Bundeswaldstrategie
Empfehlungen des WBW Walderhalt durch Genehmigungsvorbehalte für Waldumwandlung Kahlschlagvermeidung Zugänglichkeit/Waldbetretungsrecht Waldverjüngung durch angemessene Wildtierbestände Bodenschutz (Vermeidung von Bodenerosion/Bodenverdichtung) Wasserschutz (Rückhaltevermögen/Filtersystem)
Nachhaltigkeit im Wald sollte den Erhalt der Artenvielfalt berücksichtigen, da diese ein Schlüsselattribut für funktionierende Ökosysteme, von diesen sind nur etwa 10% der im Wald vorkommenden Arten sind bekannt, die absolute Zahl liegt im sechsstelligen Bereich
Natur hat Anspruch auf sich selbst, aber…..wir sind ein Teil davon Natur hat Nachhaltigkeitsprinzip verstanden
Verantwortung und Monitoring Novelle des hessischen Naturschutzgesetzes (2022), Novellierung des Bundeswaldgesetz Umsetzung auf gesetzliche Ebene, rechtlichen Rahmen schaffen
Anwendung von Erkenntnissen aus Wissenschaft und Forschung durch Fachleute
Überprüfen von Maßnahmen, ggf. Langzeitmonitoring Einbeziehen von ( bestenfalls lokalen ) Naturschutzorganisationen und Ehrenamtlichen
Bedeutung von Waldmonitoring: auf Bundesebene BWI (Bundeswald-Inventur) 2002/2012/2022 Länderebene Kreisebene Naturschutzorganisationen
Zertifizierung von Waldbeständen: PEFC (Program for the endorsement of forest certification schemes/Paneuropäische Forstzertifizierung) FSC (Forest Stewardship Council)
(FSC und PEFC nicht ganz unumstritten)
klassische Kriterien auch Schutz indigener Völker Rücksichtnahme auf bedrohte Tier- und Pflanzenarten weitestgehender Biozid-Verzicht
außerdem Naturland NABU/Eco-Timber
Ökonomie versus Ökologie oder sind Waldwirtschaft und Naturschutz vereinbar:
Welche Wege sind möglich und umsetzbar
Erwirtschaftung pro Hektar (z.B. 0,1 Arbeitsplatz/ha, etwa 7 Festmeter Holz/ha) aktuelle Holzpreise Eiche/Buche/Fichte
Generation anderer Gelder (notwendig?) Ökopunkte Fördermaßnahmen z.B. Honorierung von Klimaschutz- und Biodiversitätsleistung Zertifikate
BILD : Im Hintergrund ein Teil des FFH-Waldes aus Sicht von Naturschuzgebiet Bornwiesen.
Was kostet Nachhaltigkeit oder gibt es sie umsonst?:
Aufforstungskosten von 3000-5000 Euro/ha Setzlinge Samen (Dürfen zwischen Regionen nicht einfach ausgetauscht werden) Naturverjüngung
Anmerkung: Es gibt den Wald als Grundgröße und damit im Zusammenhang Forstwirtschaft (BWaldG) als Maßnahmen am Wald
BILD : Im Bereich des unbewirtschafteten FFH-Waldes; Grenze zu Büdesheim
Naturschutzelemente:
Hotspotpunkte, Naturwaldbereiche im Wirtschaftswald
Pufferzonen schaffen zwischen Schutzgebieten und Wegen und intensiv wirtschaftlich genutzten Bereichen
Stilllegung, Prozessschutzwald
Reliefenergie im Wald nutzen
C02 Bindung im Waldboden nicht nur im Holz Zersetzungsprozesse , Einfluss von Licht und Wärme auf Freiflächen und fehlendem Kronenschluss Massives Wachstum von Bakterien und Pilzen, Erhöhung der Freisetzung Steigerung der Biomasse ist vorhanden, damit auch CO2-Bindung Forschungsgruppe „Caboeurope“ (Konnte nicht verifiziert werden! Siehe [20]): bis zu 50% der Biomasse wird erhalten, damit auch CO2 im Boden Gebunden
Ökoleistung im Wald beurteilen Ökopunktvergabe, Biotoppunkte, bieten evtl. auch Probleme
Weitere Empfehlungen:
Waldentwicklungsphasen zulassen Bestandsaufbau (mehr als nur ein- bis zweischichtig) Altbaumanteil erhöhen Nutzungsuntergrenzen von Zielbäumen schaffen ( z.B. Buche 120-180 Jahre ) Mikrohabitatbäume Erdgebundene Habitate Totholz Vorratshaltung (z.B. 400m³/ha Lebend- und Totholz in naturnahen Wäldern) Naturverjüngung (z.T. unterschiedliche Zyklen)
BILD : Buchenkeimling
Waldinnen- und Außenränder Bodenschutz bei Holzernte Keine Bodenbearbeitung Bewirtschaftungsruhe Wildmanagement/ Verbissreduktion Wasserhaushalt
Klimaangepasstes Waldmanagement (BMEL) ( Pressemitteilung Nr. 155 vom 8.11.2022 ) Fördergelder:
Kriterien
Vorausverjüngung Favorisierung von Naturverjüngung Standortheimische Baumarten Natürliche Entwicklung auf kleinen Freiflächen zulassen Baumdiversität Keine Kahlflächen Totholzanteil erhöhen Habitatbäume fördern Größerer Rückegassenabstand (oft nur 10m ; FFH Pflicht mind. 30 m) Pflanzen natürlich gesund erhalten Wasserhaushalt verbessern Mind. 5 % Naturwald
Zusammenfassung
Biodiversität und Nachhaltigkeit sind wichtige Faktoren für die Gesunderhaltung des Waldes
CO2 Bindung im Wald entsteht durch Anreicherung von Biomasse als natürlicher Prozess und leistet damit einen wertvollen Beitrag zum Erreichen von Klimazielen
Ein gesundes Waldökosystem ist von zentraler Bedeutung für die Zukunft
Nachhaltigkeit fördert Nutzung im Sinne des Naturschutzes
Umsetzung von Maßnahmen sind notwendig und es muss ein Monitoring erfolgen (jeder kann helfen).
Tipps für Literatur:
Praxishandbuch-Naturschutz im Buchenwald (Herausgeber Land Brandenburg)
Themenband Wald (Wetterauische Gesellschaft)
Ökologischer Waldschutz (Siegfried Prien)
Alte Buchenwälder/Kellerwald-Edersee (Norbert Panek)
Wohllebens Waldführer (Peter Wohlleben)
Tipps für Links:
totholz.wsl.ch/de/index.html [22]
www.hlnug.de
www.waldwissen.net [21]
www.fnr.de [23],[24]
FEEDBACK vom PUBLIKUM
Wegesicherung – Waldrand: Wirkt übertrieben. Warum? Sehr diskutiertes Thema bei FFH Gebietssicherungs Konferenz. Eigentlich keine Wegesicherung notwendig.
Total beeindruckend und interessant.
Wer profitiert vom geschlagene Holz?
10 Jahresplan der Gemeinde.
Wegen sehr viel Holz: Holz nicht nur am Rand, auch solche, die nicht zur Wegesicherung gehören. Argument in der Gemeinde immer die Wegesicherung. Förster verantwortlich.
Anderer: Der Vortrag hat eine neue Komplexität eröffnet, die vorher nicht gesehen wurde.
Energie, CO2 und Holznutzung: wie geht das zusammen?
Unbekannt, wer die CO2 Nutzung monitort.
Anderer: Biomasse und CO2?
Anderer: Konflikt zwischen Wirtschaftlichkeit und Natur. Waldnutzungsplan als Ort, wo die Entscheidungen fallen! Hessenforst führt aus. Netto wenig Tausend Euro.
Lohnt es sich den Wald zu bewirtschaften bei dem geringen Netto-Wert? Der Wald ist so klein… lohnt es sich? Eher das Klima berücksichtigen?
Man muss allerdings all die indirekten Wirkungen berücksichtigen: Wege … andererseits große Maschinen. – FNR Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe – alternative Technologien
Holz als ökologischer Baustoff mit CO2-Bindung.
Gespräch mit dem Förster versuchen; gemeinsames Verstehen verbessern
ANMERKUNGEN
wkpd := Deutsche Wikipedia
[1a] Für ‚FFH Schutzgebiet‚ siehe wkpd: https://de.wikipedia.org/wiki/FFH-Gebiet.
[1b] Natura 2000 auf der Seite des Bundesamts für Naturschutz: https://www.bfn.de/thema/natura-2000
[2] Deutscher Text der EU-Richtlinie vom 21.Mai 1992 für FFH Schutzgebiete unter der Bezeichnung ‚Natura 2000‘: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:31992L0043&from=DE
[3b] Die Hinterlegung der hessischen FFH-Gebiete im Regierungspräsidium Darmstadt finden sich hier: http://www.rpda.de/01%20Natura%202000-Verordnung/Natura2000-VO-RPDA/Start_Natura2000_VO.html und auch allgemeiner hier: https://rp-darmstadt.hessen.de/umwelt-und-energie/naturschutz/schutzgebiete/natura-2000
[3d] Bewirtschaftungsplan (Maßnahmenplan) für das FFH-Gebiet „Wald zwischen Kilianstädten und Büdesheim“ ab 2013: https://natureg.hessen.de/resources/recherche/Schutzgebiete/RPDA/M_PLAN/4174.pdf
[4] Liste der FFH Natura 2000 Gebiete in Hessen nach wkpd: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_FFH-Gebiete_in_Hessen. Dort das Gebiet „Wald zwischen Kilianstädten und Büdesheim“, seit 2004 Schutzgebiet.
[5b] Ausführlicher Text beim BfA für den „Wald zwischen Kilianstädten und Büdesheim“ : https://www.bfn.de/natura-2000-lebensraum/waldmeister-buchenwald-asperulo-fagetum . Zitat: „Waldmeister-Buchenwald (Asperu
Wasserspeicher (bis zu 200l/m²), Lebensbereich Bodenverdichtung (Fahrspuren/Römer, Vibration), dadurch Sauerstoffmangel, Anaerobier/Methanproduktion v.a. unter 20 cm Bodentiefe (darüber z.B Wühlmäuse u.a) pH-Wert Tiefwurzler spielen stabilisierende Rolle (Eiche, Weißtanne) Beweidung durch Waldbwohner Bestimmungsfächer Waldböden von bfw.gv.at (Bundesforschungszentrum für Wald)
lo-Fagetum) Mitteleuropäische Buchen- und Buchen-Eichenwälder auf kalkhaltigen und neutralen aber basenreichen Böden der planaren bis montanen Stufe. Krautschicht meist gut ausgebildet, oft geophytenreich. In höheren Lagen z. T. mit Beimischung von Picea abies und Abies alba (Bergmischwälder basenreicher Böden).“ … sehr ausführlicher weiterer Text
[6c] BfN, Schriften 278, Konzept zum Monitoring des Erhaltungszustandes von Lebensraumtypen und Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland: https://www.bfn.de/sites/default/files/BfN/service/Dokumente/skripten/skript_278.pdf
[7] Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), 2020, Die Lage der Natur in Deutschland. EU-Vogelschutz und FFH-Bericht, https://www.bfn.de/sites/default/files/BfN/natura2000/Dokumente/bericht_lage_natur_2020.pdf
[8] Text zu Natura 2000 Gebiete auf der Webseite des Hessischen Ministeriums für Naturschutz und Artenvielfalt: https://umwelt.hessen.de/naturschutz-und-artenvielfalt/schutzgebiete . Hier wird u.a. darauf hingewiesen, dass das Gebietsmanagement eine Daueraufgabe darstellt, die sich insbesondere auf folgende Bereiche erstreckt:
Erstellung und Aktualisierung von Maßnahmenplänen
Umsetzung von Maßnahmen zur Wahrung oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes
Vermeidung von Verschlechterungen
Aus- und Bewertung der gewonnenen Daten
Konfliktbewältigung bei Interessengegensätzen
Verträge mit Landnutzern.
Außerdem dient auch die FFH-Verträglichkeitsprüfung der Umsetzung dieser Schutzziele.
[9] Hessische Verordnung für Natura 2000 Gebiete vZukunftsdialog Waldon 2016: http://www.rpda.de/01%20Natura%202000-Verordnung/Natura2000-VO-RPDA/allgemeiner_VO_Text/Natura2000-VO-Text_allgemeiner_Teil.pdf
[10] EU: Natura 2000 – Gebietsmanagement, https://op.europa.eu/de/publication-detail/-/publication/2c9f4a14-8f97-43ac-a274-4946c142b541/
[14] Deutsche UNESCO: Biosphärenreservate: https://www.unesco.de/kultur-und-natur/biosphaerenreservate
[15] Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik (WBW): https://www.bmel.de/DE/ministerium/organisation/beiraete/waldpolitik-organisation.html . Der WBW berät und unterstützt die Bundesregierung bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder.
[16] WBW, Okt.2021,“Die Anpassung von Wäldern und Waldwirtschaft an den Klimawandel. Gutachten des Wissenschaftlichen Beirates für Waldpolitik“: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ministerium/Beiraete/waldpolitik/gutachten-wbw-anpassung-klimawandel.pdf?__blob=publicationFile&v=2
[18] BWaldG (Gesetz zur Erhaltung des Waldes und zur Förderung der Forstwirtschaft (Bundeswaldgesetz)), 1975 (zuletzt geändert 10.Aug. 2021): https://www.gesetze-im-internet.de/bwaldg/BJNR010370975.html
[20] CARBONEUROPE 2005, Concept for a European Measuement System, https://gml.noaa.gov/icdc7/proceedingview-details-162-FINE-SCALE_INTEGRAL_MONITORING_OF_THE_CARBON_CYCLE__LOW_COST,HIGH_RESOLUTION_MONITORING_OF_CO2….html . Es gibt eine alternative Organisation, die noch aktuell arbeitet: https://www.iccdu2023.com/
[23] FNR – Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe, siehe: https://www.fnr.de/
[24] FNR, „Lasst uns sprechen: Waldnaturschutz und Waldbewirtschaftung als Kommunikationsaufgabe. 15 Projekte zu Konfliktentschärfung, Selbstverständnis oder Bürgerbeteiligung im Forst gestartet“, siehe: https://www.fnr.de/presse/pressemitteilungen/aktuelle-mitteilungen/aktuelle-nachricht/lasst-uns-sprechen-waldnaturschutz-und-waldbewirtschaftung-als-kommunikationsaufgabe
[25] Hessenforst : https://www.hessen-forst.de/ , Landesbetrieb Hessen Forst , Panoramaweg 1, D-34131 Kassel. Zum Thema ‚Natura 2000‘ schreibt Hessen Forst: „Natura2000 – Bewahren, was kostbar ist.Die EU hat 1992 ein Konzept entwickelt, um natürliche Lebensräume sowie wildlebende Tiere und Pflanzen in Europa grenzübergreifend zu erhalten. Die „Natura2000-Richtlinie“ bildet die Grundlage für das europaweite Netz aus Schutzgebieten. Eine besondere naturschutzfachliche Bedeutung haben hierbei die Flora-Fauna-Habitat-Gebiete, kurz FFH-Gebiete. Um diese wichtigen Lebensräume zu erhalten und weiter zu entwickeln, werden genaue Pflegemaßnahmen festgelegt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von HessenForst sind aufgrund ihrer örtlichen Kenntnisse und ihres Fachwissens maßgeblich an der Aufstellung und Umsetzung der Maßnahmenpläne beteiligt. Für alle Natura2000-Arten – wie z.B. Wildkatze, Schwarzstorch oder Bechsteinfledermaus – gibt es Monitoring-Programme, die die Entwicklung der Populationen beobachten. Sind Arten gefährdet, erstellen wir Hilfsprogramme und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung bedrohter Arten. In Hessen gibt es 583 FFH-Gebiete und 60 Vogelschutzgebiete. Davon liegen ¾ der FFH-Gebiete und 60 % der VSG im Wald – Buchenwälder haben den größten Anteil an den Wald-FFH-Gebieten.(siehe: https://www.hessen-forst.de/naturschutz/schutzgebiete) . Weitere spezielle Einträge bei Hessen Forst finden sich hier: https://www.hessen-forst.de/Themen-A-Z/naturschutz
[26] Tag des Waldes, 21.März : https://tag-des-waldes.de/der-tag-des-waldes-warum-gibt-es-ihn-und-warum-ist-er-wichtig/ Zitat: „Der 21. März wurde erstmals 1971 von der FAO als „Internationaler Tag des Waldes“ proklamiert. Seit 2012 ist dieses Datum offizieller Aktions- und Thementag der Vereinten Nationen. Wälder schützen und nachhaltig nutzen, anstatt sie zu zerstören, lautet seitdem die Botschaft des jährlich überall auf der Welt begangenen Waldtages. Mit der Bedrohung durch den Klimawandel hat er in den letzten Jahren eine weitere wichtige Bedeutungsdimension bekommen.“ Initiator des ‚Tag des Waldes‘ ist die PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes, DE: Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen.) : https://www.pefc.de/ . Man muss beachten, dass das PEFC damit spezielle Interessen wahrnimmt. Zitat: „PEFC ist ein transparentes und unabhängiges System zur Sicherstellung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Die PEFC-Zertifizierung ist damit eine Art weltweiter „Wald-TÜV“. Holz- und Papierprodukte mit dem PEFC-Siegel stammen aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger Waldbewirtschaftung.“ Beispielhaft für die Auswirkung eines bestimmten Interesses (Waldnutzung) auf die Frage des Naturschutzes kann der Text auf folgender Seite bieten: „Wälder, die nachhaltig bewirtschaftet werden, leisten nicht nur einen wertvollen Beitrag zu Klimaschutz und Holzproduktion. Zusätzlich sind sie wunderbare Orte der Ruhe und Erholung. Die aus dem Winterschlaf erwachenden Wälder locken jedes Frühjahr viele Naturbegeisterte nach draußen. Hier finden sich deshalb unter anderem Ideen für den Frühlingsspaziergang oder den Familienausflug mit Kindern. Unter der Rubrik „Aktiv im Wald“ sind Ausflugstipps über Wildparks und Hochseilgärten zu finden.“, https://tag-des-waldes.de/pressekontakt/ (Letzter Besuch: 21.März 2023)
[28] Kerstin Altenbrunn, Peter Elsasser, 2021, Technische Dokumentation zum Modell ReWaLe (Regionalisierung des ökonomischen Wertes von Waldleistungen), Braunschweig : Johann Heinrich von Thünen-Institut, URL: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/247278/1/1776316282.pdf, Zitat: „Im Projekt ’Quantifizierung und Regionalisierung des Wertes von Waldökosystemleistungen in Deutschland (ReWaLe)’ wird der ökonomische Nutzen von Ökosystemleistungen des Waldes analysiert. Betrachtet werden dabei insbesondere die Waldökosystemleistungen Rohholzproduktion, Klimaschutz, Erholungsleistung sowie verschiedene Leistungen im Bereich Naturschutz und Landschaftspflege. Das in diesem Rahmen entwickelte Modell kombiniert Bewertungsdaten mit regional-statistischen Informationen anhand von Bewertungsfunktionen, die in einem geografischen Informationssystem (GIS) implementiert sind, und visualisiert die Ergebnisse.“(S.1)
[29] Zudin S, Heintz W, Kraus D, Krumm F, Larrieu L, Schuck A, (2022), A spatially-explicit database of tree-related microhabitats in Europe and beyond. Biodiversity Data Journal 10: e91385. https://doi.org/10.3897/BDJ.10.e91385, Zitat: „Tree to tree interactions are important structuring mechanisms for forest community dynamics. Forest management takes advantage of competition effects on tree growth by removing or retaining trees to achieve management goals. Both competition and silviculture have, thus, a strong effect on density and distribution of tree related microhabitats which are key features for forest taxa at the stand scale. In particular, spatially-explicit data to understand patterns and mechanisms of tree-related microhabitats formation in forest stands are rare. To train and eventually improve decision-making capacities related to the integration of biodiversity aspects into forest management plot of one hectare, so called marteloscopes were established in the frame of the ‘European Integrate Network’. In each plot, a set of data is collected at the individual tree level and stored in a database, the ‘I+ repository’. The ‚I+ repository‘ is a centralised online database which serves for maintaining the data of all marteloscope plots. A subset of this repository was made publicly available via the Global Biodiversity Information Facility, based on a data-sharing policy. Data included are tree location in plot, tree species, forest mensuration data (diameter at breast height [cm], tree height [m]), tree status (living or standing dead) and tree-related microhabitats. Further, a visual assessment of timber quality classes is performed in order to provide an estimate of the economic value (market price) for each tree. This information is not part of the GBIF dataset.“
[30] 3sat, 23.März 2023: Bye-bye Beton – Nachhaltiges Bauen fundamental neu denken. Stahl und Beton sind das Fundament unserer modernen Welt. Doch der Alleskönner unter den Baustoffen hat einen hohen Preis, seine Klimabilanz ist verheerend. Welche Alternativen gibt es? Siehe: https://www.3sat.de/wissen/wissenschaftsdoku/230323-sendung-bye-bye-beton-nachhaltiges-bauen-wido-100.html Anmerkung: Dieser Beitrag zeigt u.a. (im Schlußteil), welche große Chancen das Bauen mit Holz hat und wie dies die Klimabilanz global stark positiv beeinflussen könnte.
[31] Boyce Upholt, Der Superbaum, der das Klima retten soll. Ein Start-up aus dem Silicon Valley will Bäume so behandeln, dass sie mehr Kohlenstoff binden und die Atmosphäre abkühlen. Große Klimalösung oder Hype? URL: https://www.heise.de/hintergrund/Der-Superbaum-der-das-Klima-retten-soll-9181415.html?seite=all , Heise online, 13.6.2023
Dieser Text gehört zum Thema ‚Demokratie‘ und beschreibt ein Beispiel von einem Projekt im Stil der Bürgerwissenschaft.
Konturen eines Strukturmodells
(Letzte Änderung: 28.März 2023)
BILD : In der Version vom 28.3.23 wird hervorgehoben, dass die Bürger als primär Handelnde (in der Demokratie der eigentliche Souverän) in Kommunikation mit den gewählten politischen Vertretern versuchen können, auf der Basis ihres ‚Weltwissens‘ solche Themen gemeinsam aufzugreifen, von denen sie das ‚Gefühl‘ haben, dass sie für die meisten Bürger relevant sind. Diese können die Bürger dann im Rahmen ihrer Möglichkeiten klären, kommunizieren, durchspielen, weiter entwickeln usw. Sofern die Bürger in diesen Prozess ihre gewählten politischen Vertreter, ihren gewählten Bürgermeister (mitsamt der Verwaltung!) einbeziehen können, und zwar so, dass sich die ‚Weltsicht‘ der gewählten Vertreter Entscheidungsrelevant ändert, dann können sich konkrete Strukturen ändern. Diese alles dauert ‚Zeit‘. Reale Prozesse mit angemessenem Wahrheitsanspruch unter Berücksichtigung der ‚Menschenwürde‘ sind nicht beliebig beschleunigbar. Allerdings können gute Bildungs- und Trainingsprozesse erheblich dazu beitragen, die Qualität der Prozesse insgesamt zum Nutzen aller zu verbessern und zu beschleunigen.
BÜRGER IM GESPRÄCH. Mögliche Vorgehensweise
BILD 1: Konzept einer möglichen Vorgehensweise, um Bürgern einer Kommune nachhaltig ein gemeinsames Verstehen ihrer eigenen Kommune zu ermöglichen.
Angesichts des zunehmenden Vertrauensverlustes der Bürger in die handelnden politischen Institutionen, gepaart mit einer wachsenden Unübersichtlichkeit des Alltags, scheint es notwendig zu sein, den Bürger dort abzuholen, wo er ‚zu Hause‘ ist … auch wenn dieses ‚zu Hause‘ (die jeweilige Kommune) für viele Bürger kaum noch als ‚das eigene Zu Hause‘ empfunden wird. Um diese ‚gefühlte Isolation‘ aufzubrechen und eine neue positive Dynamik zu ermöglichen, erscheinen folgende Aktivitäten hilfreich zu sein, die — alle zusammen — eine ‚Vorgehensweise‘ (Vorgehensmodell, Prozessmodell, …) repräsentieren, das im Bild 1 skizziert wird:
GESPRÄCHE ZU THEMEN: Damit Bürger zu einem ‚gemeinsamen Verständnis‘ ihrer aktuellen Situation kommen können, müssen sie anfangen, miteinander zu reden, und zwar zu den Themen, die sie alle betreffen. In diesen Gesprächen kann man sich besser kennen lernen und möglicherweise das Gefühl eines möglichen ‚Miteinanders‘ stärken. Ziel muss es sein, zu einem ‚Bild der aktuellen Situation‘ zu kommen, dem alle Beteiligten zustimmen.
GEMEINSAMES GEDÄCHTNIS: Diese Gespräche sollten ‚dokumentiert‘ werden, dass man nachlesen kann, was geschehen ist, und auch als Möglichkeit für andere Bürger, sich zu informieren und vielleicht auch Interesse bekommen.
MÖGLICHE ZUKUNFT: Damit das ‚Miteinander Reden‘ nicht nur in der aktuellen Gegenwart oder der bekannten Vergangenheit verweilt, sondern möglichst auch ‚begründete Ausblicke in die Zukunft‘ ermöglicht, muss das gemeinsame Gespräch um Überlegungen erweitert werden, welche möglichen Ziele man denn für das eigene Leben in der Gemeinde hat bzw. haben sollte? Was ist erstrebenswert? Ebenso, was sind mögliche Risiken, die man vermeiden sollte?
LÖSUNGSWEGE: Ziele sind wichtige erste Schritte, sie alleine nützen aber nur dann etwas, wenn man auch gemeinsam überlegt, wie man diese Ziele erreichen bzw. wie man erkannte Risiken vermeiden kann. Im gemeinsamen Gespräch muss also versucht werden, heraus zu finden, welche Maßnahmen sinnvoll erscheinen, mit denen man die aktuelle Situation Schritt für Schritt in Richtung des formulierten Zieles konstruktiv verändern kann: Wer müsste was tun? Welche Mittel wird man benötigen? Wie viel Zeit muss man einplanen? …
SPIELERISCH WISSENSCHAFT: Die Schritte (1), (3-4) kann man in Form eines ‚Spiels‘ organisieren. Spielen gilt in der Wissenschaft als die stärkste bekannte Form, gemeinsam komplizierte Dinge ‚verstehen zu lernen‘, und zwar so, dass alle Vorgänge für alle ‚transparent‘ sind, und man direkt sehen kann, warum man ein bestimmtes Ziel erreicht oder auch nicht. Im Spiel ist jeder ein ‚Experte‘. Man kann zeigen, dass ein so verstandenes Spiel in allen Punkten dem entspricht, was man in der Wissenschaft eine ’nachhaltige empirische Theorie‘ nennt. Bürger, die sich gemeinsam solche ‚Spiele‘ für ihre eigene Situation erarbeiten, arbeiten damit wie ‚Wissenschaftler‘. Von daher kann man eine solche ’spielerische Vorgehensweise‘ auch ‚Bürgerwissenschaft‘ nennen. Dazu kommt, dass man solche Spiele auch miteinander ‚vernetzten‘ kann. Dies entspricht der ‚Vernetzung von Einzeltheorien‘ zu einer ‚Gesamttheorie‘.
SOZIALES LERNEN: Sobald ausgearbeitete Spiele vorliegen, kann man diese ’sammeln‘ (Spielebibliothek, Sammlung von Theorien,…) und damit für alle anderen verfügbar machen (andere Bürger, kommunale Verwaltungen, Schulen, Hochschulen, …). Im ‚Spielen eines Spiels‘ können andere dann recht schnell ‚lernen‘, was sich die ‚Erfinder des Spiels‘ gedacht haben. Man kann Spaß dabei haben, kann diskutieren, kann Verbesserungen überlegen, und man kann ein Spiel leicht ändern. Dies bedeutet ein ‚Erweiterung des gemeinsamen Wissens‘. Einem ‚Spieltag‘ in der Gemeinde, Generationen übergreifend, steht nichts im Wege.
Diese aufgezählten Elemente sind für sich gesehen ‚einfach‘. Würden aber die Bürger einer Gemeinde diese real anwenden, immer mehr, auch über längere Zeit, dann können diese Elemente das gemeinsame Verständnis und das Miteinander in einer Gemeinde nachhaltig verändern. Außerdem ist dieses Modell nicht auf eine Gemeinde beschränkt. Nachbargemeinden können dies auch tun. Viele Aufgaben, die Gemeinden sowieso nur gemeinsam mit anderen lösen können, könnten ein Motor sein, das Miteinander zu stärken.
Derzeit sieht sich die Menschheit vor die Aufgabe gestellt, viele Probleme bislang unbekannten Ausmaßes zu bewältigen, um die eigene Existenz und die der ganzen Biosphäre langfristig zu sichern.
Um dies zu erreichen bedarf es der Verständigung untereinander, um an einem ‚zielführenden gemeinsamen Strang‘ ziehen zu können. Möglichst viele Menschen müssten Brücken bauen, zueinander, um miteinander in einer für alle zugänglichen Sprache ihre Erfahrungen, ihr Wissen teilen und bündeln zu können. Für möglichst viele sollte eine ‚gute‘ ‚Zukunft‘ gefunden und gestaltet werden.
Alles dies können Menschen generell ohne Zuhilfenahme eines Computers tun. Aus der aktuellen Praxis des Lebens haben wir aber gelernt, dass Computer ‚Maschinen‘ sind, die immer dann hilfreich sind, wenn die zu bewältigenden Aufgaben zahlenmäßig so groß sind, dass die Ausführungen sich im ‚praktischen Leben‘ nicht umsetzen lassen würden. Wir könnten es ohne Computer ‚im Prinzip‘, aber ‚rein praktisch‘ könnten wir es nicht.
Also einen Computer benutzen?
Aus rein praktischen Gründen spricht erst einmal vieles dafür.
Wenn man sich aber heute — wir schreiben das Jahr 2023 — umschaut, dann muss man feststellen, dass diese ‚Motivation aus der Praxis heraus‘ zu Formen der Umsetzung geführt hat, die die grundlegende Motivation ‚aus der Praxis heraus‘ hinter sich lässt. So wird die ‚Maschine Computer‘ mittlerweile von nicht wenigen hochstilisiert zum ’neuen, besseren Menschen, viel intelligenter, ethisch besser‘ …. und was man sonst noch in die ‚Metapher der Maschine Computer‘ hinein projizieren kann. Dazu hat sich schon jetzt nach wenigen Jahrzehnten eine Komplexität der neuen Computer-Maschinen Technologie eingestellt, die ein Verstehen dessen, was da genau vor sich geht praktisch unmöglich macht, nicht nur für die ‚Benutzer‘ dieser globalen Weltmaschine, sondern auch für die ‚Macher‘ selbst. Viele dieser Systeme sind schon längst der ‚Kontrolle‘ der Betreiber entglitten.
Für uns Menschen, die wir in der globalen Sprechweise über ’smarte technische Systeme‘ immer mehr in den Schatten treten, immer weniger Wertschätzung bekommen, im Verstehen der Alltagsmedien brutal banalisiert werden, stellt sich natürlich die Frage, ob das ‚Werkzeug‘ uns ‚überholt‘ hat und uns zunehmend ‚überflüssig machen wird‘?
In dem experimentellen Text dieses Buches wird etwas — für heutige Verhältnisse — Ungewöhnliches versucht: am Beispiel eines neuen Paradigmas, wie man die ‚Maschine Computer‘ sehen und nutzen kann, wird schrittweise das ’neue Bild des Menschen‘ gezeichnet, der natürlich der Maschine Computer haushoch überlegen ist, aber nur dann, wenn wir als Menschen begreifen, wer wir ‚tatsächlich‘ sind. Und dies können wir nicht erfahren, wenn wir uns überwiegend bis ausschließlich mit der äußerst simplen ‚Technologie der Maschine Computer‘ beschäftigen, sondern mit der unfassbaren Komplexität, die jeder einzelne Mensch, die ganze Population des homo sapiens, wir als Teil der alles Verstehen übersteigenden Biosphäre, repräsentieren, die den Planeten Erde seit 3.5 Milliarden Jahren ‚bevölkert‘, bearbeitet, verändert, und die — höchst wahrscheinlich — ein gemeinsames ‚Ziel‘ in sich trägt, von dessen Existenz — nach meinem Wissen — bislang kaum nachgedacht wurde. Kurz: Wir sind real Teil eines der größten Wunder im gesamten bekannten Universum — eine maximale Singularität [2] –, aber wir reden immer mehr nur noch über die simple Struktur der Maschine Computer, die ein Alan Matthew Turing im Kontext eines Aufsatzes 1936/7 mit wenigen Zeilen so beschrieben hat, dass sie für alle heutigen bekannten Typen von Computer-Maschinen gültig sind (jedes Kind ab ca. 7-8 Jahren kann das verstehen). [1]
Also, besinnen wir uns auf das was wir als Menschen können, das, was uns ein bisschen mehr vertraut macht mit einer Welt von möglichen zukünftigen Zuständen, auf die hin wir versuchen sollten, uns konstruktiv zu orientieren, sofern wir verhindern wollen, dass das ‚Wunder des Lebens‘ in diesem Universum nicht ausgerechnet zu dem Zeitpunkt verlöscht, an dem es gerade dabei ist, ’sich selbst zu entdecken‘.
[1] A. M. Turing, “On computable numbers, with an application to the Entscheidungsproblem,” Proceedings of the London Mathematical Society, vol. 42, no. 2, p. 230–265, 1936-7. Ein hilfreicher Text zum besseren Verständnis des Kontextes könnte möglicherweise der folgende sein: G.Doeben-Henisch, (2018), EPISTEMISCHE SCHOCKWELLEN. Die letzten 3500 Jahre, Siehe: https://www.cognitiveagent.org/2018/09/20/epistemische-schockwellen-die-letzten-3500-jahre/
In Teil 1 wurde der Beginn eines einfachen Beispiels vorgestellt, bei dem ein Akteur (hier: ‚Gerd‘) im Büro sitzt, Hunger verspürt, und sich vorstellt, dass er keinen Hunger haben möchte. Im Teil 1 beschließt er sein Büro zu verlassen und Essen zu gehen. Eingebettet in die Mini-Theorie dieses Beispiels werden verschiedene Begriffe erläutert: Textsorten (IST-Beschreibung, ZIEL-Beschreibung, VERÄNDERUNGS-Beschreibung), Regel-Anwendung, oksimo.R Software oksimo.R Software Kontextualisierung, Theorie testen, Folgerungen testen, Zielerfüllung testen, Simulation starten, und Logischer Folgerungsbegriff.
In Teil 2 wird die Minitheorie vervollständigt. Die Geschichte endet damit, dass der Akteur Gerd keinen Hunger mehr verspürt (zumindest nicht für den Moment :-)).
Fortsetzung der Geschichte
Eine oksimo.R Theorie kann man auch einfach als eine ‚Geschichte‘ verstehen, als eine Art ‚Drehbuch‘, obwohl diese Geschichte über alle Eigenschaften einer vollständigen empirischen Theorie verfügt (zu Theorie mehr weiter unten).
Die bisherige Geschichte ist einfach erzählt:
Ausgangspunkt (Szene 1):
Gerd sitzt in seinem Büro.Gerd ist hungrig.
Ziel:
Gerd ist nicht hungrig.
Szene 2:
Gerd verlässt sein Büro.Gerd ist hungrig.
Zielerfüllung bislang: 0%
Der Übergang von Szene 1 zu Szene 2 war nur möglich, weil eine Veränderungsregel angenommen wurde, die besagt, dass die Szene 1 verändert werden kann, wenn die Bedingung ‚Gerd ist hungrig‘ gilt. Da dies der Fall ist, wurde die Eigenschaft ‚Gerd sitzt im Büro‘ entfernt und die neue Eigenschaft ‚Gerd verlässt sein Büro‘ hinzugefügt.
Für eine weitere Fortsetzung fehlt im Moment eine Regel. Allerdings kann die bisherig einzige Veränderungsregel immer wieder neu angewendet werden, so dass die Szene 2 beliebig oft wiederholt wird (wie bei einem Plattenspieler, der auf eine kaputte Rille in der Platte trifft, so dass der Plattenspieler diese Spur endlos wiederholt, bis wir ihn abstellen).
Diese ‚Wiederholbarkeit kann zu einem Problem werden, wenn man nicht aufpasst. Hier ein Beispiel für unerwünschte Wiederholung (was wir letztlich dann nicht wollen!).
Unerwünschte Wiederholung(en)
Da es ‚links um die Ecke‘ einen ‚Griechen‘ gibt, bei dem Gerd eine Kleinigkeit essen könnte, schreiben wir folgende neue Veränderungsregel auf:
VERÄNDERUNGS-Beschreibung 2:
WENN:
Gerd ist hungrig.
DANN:
Füge als Eigenschaft zur IST-Situation hinzu: Gerd beschließt, zum Griechen um die Ecke zu gehen.
Entferne als Eigenschaft aus der IST-Situation: — Nichts —
ANWENDUNG der Veränderungs-Beschreibung:
Da die Bedingung ‚Gerd ist hungrig.‘ erfüllt ist, könnte die Regel angewendet werden, und wir würden folgendes Ergebnis mit dieser Regel erhalten:
DANN:
NEUE IST-Situation (mit Regel 2):
Gerd beschließt, zum Griechen um die Ecke zu gehen.Gerd ist hungrig.
Allerdings gibt es ja immer noch Regel 1, die nicht verschwindet (als Option ist ein ‚Verschwinden dieser Regel denkbar). Diese Regel hat die gleiche Bedingung wie Regel 2 und kann daher auch angewendet werden. Sie würde folgendes Ergebnis erzeugen:
NEUE IST-Situation (mit Regel 1):
Gerd verlässt sein Büro.Gerd ist hungrig.
Eine ‚Vereinigung‘ der Fortsetzung nach Regel 1 und der Fortsetzung nach Regel 2 führt zu folgendem Ergebnis:
Gerd beschließt, zum Griechen um die Ecke zu gehen.Gerd ist hungrig.Gerd verlässt sein Büro.
Mit der oksimo.R Software (Level 2) würde dies so aussehen:
VERÄNDERUNGS-Regel eingeben
Rule: Essen1-Ziel1 Conditions: Gerd ist hungrig. Positive Effects: Gerd beschließt, zum Griechen um die Ecke zu gehen.
Your vision:
Gerd ist nicht hungrig.
Initial states:
Gerd sitzt in seinem Büro.,Gerd ist hungrig.
Round 1
Current states: Gerd verlässt sein Büro.,Gerd ist hungrig.,Gerd beschließt, zum Griechen um die Ecke zu gehen.
Current visions: Gerd ist nicht hungrig.
0.00 percent of your vision was achieved by reaching the following states:
None
Round 2
Current states: Gerd ist hungrig.,Gerd verlässt sein Büro.,Gerd beschließt, zum Griechen um die Ecke zu gehen.
Current visions: Gerd ist nicht hungrig.
0.00 percent of your vision was achieved by reaching the following states:
None
Schon nach zwei Simulationszyklen erkennt man, dass sich alles wiederholt. Und bei Kenntnis der Veränderungsregeln weiß man, dass beide solange immer wieder ‚aktiviert‘ werden, solange ihre Bedingung erfüllt ist. Im konkreten Beispiel ist dies der Fall. Dies verweist auf eine generelle Struktur von regel-gesteuerten Veränderungen mit Situationsbezug.
Zur Meta-Logik von situationsbezogenen Veränderungsregeln
An dieser Stelle sollte man sich nochmals daran erinnern, dass eine IST-Beschreibung nichts anderes ist als eine ‚Menge von sprachlichen Ausdrücken‘ der jeweils gewählten Sprache. Hier wird die Deutsche Sprache benutzt. Im parallelen uffmm.org-Blog ist es die Englische Sprache. Jede andere ist auch möglich.
Aus Sicht des jeweiligen Akteurs, der mit solchen IST-Beschreibungen arbeitet, hat aber jeder benutzte sprachliche Ausdruck im Raum seines ‚Sprachverständnisses‘ zusätzlich eine ’spezielle Bedeutung‘, die partiell mit ‚Eigenschaften der externen Körperwelt‘ auf eine ’spezifische Weise korrelieren‘ kann. Also, wenn jemand den Ausdruck ‚Gerd‘ liest, wird er damit meistens die Vorstellung verbinden, dass es sich um den ‚Namen einer Einzelperson‘ handelt. Und wenn man den sprachlichen Ausdruck liest ‚… sitzt in seinem Büro‘, dann wird man normalerweise an einen ‚Raum‘ in einem Gebäude‘ denken. Beide Vorstellungen ‚Namen einer Einzelperson‘ sowie ‚Raum in einem Gebäude‘ haben — normalerweise — die Eigenschaft, dass man dazu konkrete ‚Objekte der externen Körperwelt‘ über die ‚individuelle Wahrnehmung‘ ‚in Verbindung bringen kann‘. Dies kann auf vielfache Weise geschehen, z.B. indem jemand anderes zu mir sagt „Schau (und er zeigt auf eine Person), dies ist der Gerd“, oder ich komme in den Raum 204 im Gebäude 1 der Frankfurt University of Applied Sciences und jemand sagt zu mir „Schau, dies ist das Büro von Gerd“. In beiden Fällen kann sich dann eine konkrete Wahrnehmung mit einer ‚gedachten Vorstellung‘ so verbinden, dass sich die an sich ‚abstrakte‘ Vorstellung einer individuellen Person in einem Raum mit einem Bündel von sinnliche wahrgenommenen Eigenschaften verknüpft (assoziiert).
Mit diesem Hintergrund-Wissen kann man dann verstehen, warum eine IST-Beschreibung als Menge von sprachlichen Ausdrücken ‚zwei Gesichter‘ hat: (i) Auf den ersten Blick nur eine Menge von sprachlichen Ausdrücken ohne jede erkennbare weiter Eigenschaft, und (ii) , ausgehend von den sprachlichen Ausdrücken, vermittelt über das sprachliche Bedeutungswissen eines Sprecher-Hörers der jeweiligen Sprache, eine Menge von Bedeutungen, die im Falle einer IST-Beschreibung nach Vereinbarung alle mindestens einen konkreten Bezug zur externen Körperwelt aufweisen müssen. Grob kann man an dieser Stelle daher sagen, dass jeder sprachliche Ausdruck einer normalen Sprache mit einer ‚Eigenschaft‘ der externen Körperwelt verknüpft (assoziiert) werden kann. In diesem zweiten Sinne repräsentiert eine IST-Beschreibung dann nicht nur eine ‚Menge von sprachlichen Ausdrücken‘ sondern zugleich auch (Sprachverstehen im Akteur vorausgesetzt) eine ‚Menge von Körperwelt-Eigenschaften‘. Das Entfernen eines sprachlichen Ausdrucks bedeutet dann zugleich auch das Entfernen einer Eigenschaft, und das Hinzufügen eines sprachlichen Ausdrucks das Hinzufügen einer Eigenschaft.
Aufgrund dieser generell unterstellten ’sprachlichen Bedeutungsdimension‘ in jedem beteiligten Akteur stellen also IST-Beschreibungen potentiell eine Verbindung zwischen den virtuellen Bildern im Gehirn eines Akteurs zu möglichen sinnlich wahrnehmbaren Korrelaten einer damit verknüpften externen Körperwelt dar, für die eine ‚Eigendynamik‘ unterstellt wird. Damit ist gemeint, dass sich die Welt unserer sinnlichen Wahrnehmung (verknüpft mit unserem Gedächtnis!), augenscheinlich beständig irgendwie ‚partiell verändert‘ bei gleichzeitiger ‚partieller Konstanz‘. Die ‚Ausdehnung‘ der ‚Menge der Eigenschaften der externen Körperwelt‘ erscheint nahezu ‚unendlich‘ zu sein und gleichzeitig auch das Ausmaß der möglichen Veränderungen.
Vor diesem Hintergrund (weitgehend immer hypothetisch) erscheint jede IST-Beschreibung immer als eine ’sehr kleine Auswahl‘ dieser Körperwelt-Eigenschaftsmenge und eine konkrete IST-Beschreibung bildet eine Art ‚Momentaufnahme‘ eines kontinuierlich dynamischen Geschehens, das über die explizit formulierten Veränderungsregeln nur stark vereinfachend ’nachgezeichnet‘ werden kann. Insbesondere besteht ein Problem darin, wie man eine IST-Beschreibung ‚aktuell‘ halten kann, wenn die externe Körperwelt sich aufgrund ihrer ‚Eigendynamik‘ kontinuierlich verändert, ohne dass ein oksimo.R Theorie-Akteur eine einzige Veränderungsregel formuliert hat. Anders ausgedrückt: Eine IST-Beschreibung ‚veraltet‘ von alleine, wenn die ‚Ankopplung‘ der IST-Beschreibung an die externe Körperwelt nicht mit ‚passenden‘ Veränderungsregeln immer wieder neu gewährleistet wird. Um dies tun zu können benötigt man einen ‚Übersetzer‘, der kontinuierlich die Veränderungen der externen Körperwelt in den sprachlichen Bedeutungsraum der Akteure ‚abbildet‘ und diese dann entsprechende sprachliche Ausdrucksmengen generieren.
Weitere mögliche Anforderungen an einen Ablauf
Nach diesen metalogischen Überlegungen zur Funktion von IST-Beschreibungen im Wechselspiel mit einer angenommen externen Körperwelt mit Eigendynamik sollen hier einige weitere Aspekte zur Sprache gebracht werden, die für die Erstellung eines ‚Plans‘ bedeutsam sind/ sein können.
Bisher hat die kleine oksimo.R Theorie – die aktuelle Story — folgendes Format:
Ausgangspunkt (Szene 0)
Gerd sitzt in seinem Büro. Gerd ist hungrig.
Vision
Gerd ist nicht hungrig.
Szene 1
Gerd verlässt sein Büro.Gerd ist hungrig.Gerd beschließt, zum Griechen um die Ecke zu gehen.
Erfolg: 0%Szene 2
Gerd ist hungrig.Gerd verlässt sein Büro.Gerd beschließt, zum Griechen um die Ecke zu gehen.
Erfolg: 0%
Ziel ist es immer noch, dass der Akteur Gerd sein Ziel, den ‚Griechen um die Ecke‘, erreicht, damit er etwa essen kann, damit sein Hungergefühl verschwindet.
Dazu muss es einerseits Regeln geben, die den Akteur ‚durch den Raum‘ bewegen bis zum ‚Griechen um die Ecke‘, andererseits müssen die Regeln so sein, dass sie nicht Eigenschaften aktivieren können, die im Prozess gar nicht mehr vorkommen sollten.
Eine Regel wie ‚Essen1-Ziel1′, die dafür sorgt, dass Gerd sein Büro verlässt, sollte zu einem ’späteren Zeitpunkt‘ nicht nochmals angewendet werden, desgleichen die Regel ‚Essen1-Wollen1‘, die den Beschluss beschreibt, dass Gerd zum ‚Griechen um die Ecke‘ gehen will.
Da die Aktivierung einer Veränderungs-Regel von der jeweiligen ‚Bedingung‘ abhängt, bedeutet dies, dass die Bedingung für eine Regel so beschaffen sein sollte, dass die ‚auslösende Eigenschaft‘ möglichst ‚prozessspezifisch‘ ist. Für die Eigenschaft ‚Gerd ist hungrig‘, die die ganze Geschichte bis zum eigentlichen Essen hindurch gültig ist, trifft dies eher nicht zu. Da alle Regeln mit diesem ‚unspezifischen Auslöser‘ immer wieder neu aktiviert werden würden, bis irgendwann das Essen die neue Eigenschaft produziert ‚Gerd ist nicht hungrig‘.
Damit stellt sich die Frage, wie eine IST-Beschreibung so beschaffen sein kann, dass es neben ‚langlebigen‘ Eigenschaften auch ‚kurzlebige‘ Eigenschaften gibt, die tatsächlich punktuell als ‚Auslöser für eine Regelaktivierung‘ dienen können.
Zeitangaben reichen oft nicht
Im Alltag sind wir gewohnt — die Existenz von Uhren vorausgesetzt, die weltweit synchronisiert sind –, Ereignisse an eine bestimmte Uhrzeit zu koppeln; oder das Ganze erweitert um einen Kalender mit Tagen, Wochen, Monaten und Jahren. Ein solches Hilfsmittel kann man in eine oksimo.R Theorie leicht einführen. Dies löst das Problem aber nur bedingt. Bei vielen Ereignissen weiß man vorab weder, ‚ob‘ sie überhaupt eintreten, noch ‚wann‘ dies geschieht. Hier bleibt dann nur die Möglichkeit, ein ‚Folgeereignis‘ direkt an ein bestimmtes ‚vorausgehendes‘ Ereignis zu koppeln: So macht es z.B. nur Sinn, den Regenschirm aufzuspannen, wenn es tatsächlich regnet. Einen genauen Termin, wann dieses Ereignis eintreten wird, gibt es normalerweise nicht.
Gestaltungsperspektiven: Ziel und Genauigkeit
Was nützen diese Überlegungen im konkreten Beispiel, wo eine ‚Abfolge‘ gesucht wird, die dazu führt, dass Gerd erlebt, dass sein Hungergefühl verschwindet?
Zwei allgemeine Überlegungen können hier vielleicht hilfreich sein:
Vom Ende (Ziel) her denken
Welche ‚Genauigkeit‘ ist gefordert/ gewünscht?
Falls man ein Ziel kennt (was nicht selbstverständlich ist; oft muss man erst mal herausfinden, was ein sinnvolles Ziel sein könnte), dann kann man vom Ziel ausgehend versuchen ‚rückwärts‘ zu denken, indem man sich von der Frage leiten lässt, ‚Welche Aktion A muss ich tun, um das Ergebnis B zu erreichen?‘. Im Fall des gewünschten Zielzustands ‚Gerd ist nicht hungrig‘ wäre die übliche Erfahrung die, dass man etwas ‚Geeignetes‘ isst, was zum ‚Verschwinden des Hungergefühls‘ führt (meistens). Dann muss man wissen, was das für ein ‚Nahrungsmittel‘ sein könnte, wo man es bekommt, und was man tun müsste, um dorthin zu kommen (sehen wir mal von dem Fall ab, dass jemand sich einfach etwas von zu Hause zum Essen mitbringt). Aus solchem ‚Rückwärts-Denken‘ kann sich dann eine hypothetischer Handlungsabfolge ergeben, die zur Grundlage für einen ‚Plan‘ werden kann, den der Akteur sich ‚in seinem Kopf‘ zurecht legt und dann stückweise durch entsprechende ‚reale Handlungen‘ umsetzt.
Die Frage nach der ‚Genauigkeit der Darstellung‘ (der Geschichte, der Theorie) ist nicht einfach zu beantworten. Wenn Ingenieure einen Roboter programmieren müssen, der bestimmte Arbeitsvorgänge ausführen können soll, dann wird dies im Normalfall eine geradezu erbarmungslose Genauigkeit erfordern (sieht man von dem Fall ab, dass es schon viele fertige Module gibt, die ‚Kleinkram‘ abnehmen können (wie z.B. sogenanntes ‚maschinelles Lernen‘ nach erfolgreichem Training)). Handelt es sich um den Autor eines Krimis oder um die Autorin eines Drehbuchs, dann müssen neben ’sachlichen Aspekten‘ sehr viel auch die ‚Wirkung auf die Leser/ Zuschauer‘ beachtet werden. Im Fall der Erreichung eines konkreten Zieles in einer konkreten Welt hängt der potentielle Erfolg der Umsetzung einer Beschreibung vollständig davon ab, ob den konkreten Anforderungen der Welt — hier der Alltagswelt — vollständig Genüge getan wird. Dabei spielt natürlich auch der Leser/ Zuhörer/ Anwender einer Beschreibung eine große Rolle: Kann man voraussetzen, dass wir es mit ‚Experten‘ zu tun haben, die den zu leistenden Prozess gut ‚kennen‘, kann man sich vielleicht mit Andeutungen begnügen; handelt es sich eher um ‚Neulinge‘, dann muss man sehr ausführlich informieren. Bisweilen reicht dann eine rein textbasierte Beschreibungen nicht aus; man benötigt dann mehr: Bilder, Videos oder gar eine eigene Schulung.
Mit einem Ziel und mit ‚alltagsnaher‘ Genauigkeit
Im konkreten Fall gibt es eine Zielvorgabe und es soll die ‚Alltagserfahrung‘ als Maßstab für die Genauigkeit genommen werden; letzteres lässt natürlich viel ‚Interpretationsspielraum‘.
Vom Ziel ausgehend ‚rückwärts gedacht‘ erscheint folgende Handlungskette als ‚hypothetischer Plan‘ plausibel:
Gerd ist nicht hungrig‘, weil:
‚Gerd isst seinen Eintopf‘, weil:
‚Gerd bekommt seine Bestellung‘, weil:
‚Gerd bestellt einen Eintopf‘, weil:
‚Gerd steht vor der Theke‘, weil:
‚Gerd betritt das Bistro‘, weil:
‚Gerd geht zum Griechen um die Ecke‘, weil:
‚Gerd beschließt zum Griechen um die Ecke zu gehen‘, weil:
‚Gerd ist hungrig‘, ‚Gerd ist in seinem Büro‘, weil:
… hier gibt es einen ‚Schnitt‘: willkürliche Entscheidung, wo die Geschichte/ die Theorie beginnen soll …
Tatsächlich gibt es in jedem Moment nicht nur eine Wahlmöglichkeit, und es kann während der ‚Ausführung‘ dieses ‚Plans‘ vieles passieren, was eine Änderung des Plans zur Folge haben kann. Und, natürlich, es gibt noch viele weitere mögliche Aspekte, die für die Ausführung dieses Plans relevant sein könnten (oder müssten).
Konstante und veränderliche Eigenschaften
Wie zuvor schon beobachtet, gibt es Eigenschaften, die ‚eher konstant‘ sind und solche, die ‚kurzlebig‘ sind. Im Kontext des obigen ‚Plans‘ ist z.B. die Eigenschaft ‚Gerd ist hungrig‘ von Beginn bis zum Ereignis ‚Gerd ist nicht hungrig‘ konstant. Eine andere Eigenschaft wie ‚Gerd verlässt sein Büro‘ ist eher kurzlebig.
Nehmen wir den obigen hypothetischen Plan als Bezugspunkt, dann legt sich folgende Verteilung von ‚eher konstanten‘ und ‚eher kurzlebigen‘ Eigenschaften nahe (linke Spalte ‚eher konstant‘, rechte Spalte ‚eher kurzlebig‘):
Gerd ist hungrig
Gerd ist in seinem Büro
Gerd ist hungrig
Gerd beschließt …
Gerd ist hungrig
Gerd geht …
Gerd ist hungrig
Gerd betritt …
Gerd ist hungrig
Gerd steht vor ..
Gerd ist hungrig
Gerd bestellt …
Gerd ist hungrig
Gerd bekommt …
Gerd ist hungrig
Gerd isst …
Gerd ist nicht hungrig
Eine einfache Strategie zur Vermeidung von unangemessenen Wiederholungen wäre jene, in der die Bedingung einer Veränderungs-Regel sich auf eine ‚eher kurzlebige‘ Eigenschaft bezieht, die mit der Umsetzung einer Veränderungsregel ‚automatisch‘ wieder verschwindet. Beispiel (Kurzform):
Wenn: ‚Gerd ist hungrig‘ und ‚Gerd ist in seinem Büro‘, Dann: ‚Gerd beschließt…‘
Wenn ‚Gerd ist hungrig‘ und ‚Gerd beschließt…‘, dann hinzu: ‚Gerd geht…‘, löschen: ‚Gerd im Büro…‘
Wenn ‚Gerd ist hungrig‘ und ‚Gerd geht…‘, dann hinzu: ‚Gerd betritt…‘, löschen: ‚Gerd geht…‘
Wenn ‚Gerd ist hungrig‘ und ‚Gerd betritt …‘, dann hinzu: ‚Gerd steht vor …‘, löschen: ‚Gerd betritt …‘
Wenn ‚Gerd ist hungrig‘ und ‚Gerd steht vor…‘, dann hinzu: ‚Gerd bestellt …‘, löschen: ‚Gerd steht vor …‘
Wenn ‚Gerd ist hungrig‘ und ‚Gerd bestellt …‘, dann hinzu: ‚Gerd bekommt …‘, löschen: ‚Gerd bestellt …‘
Wenn ‚Gerd ist hungrig‘ und ‚Gerd bekommt …‘, dann hinzu: ‚Gerd isst…‘, löschen: ‚Gerd bekommt‘
Wenn ‚Gerd ist hungrig‘ und ‚Gerd isst‘, dann hinzu: ‚Gerd ist nicht hungrig‘, löschen: ‚Gerd isst…‘.
…
Dieses kleine Beispiel zeigt schon sehr klar die ‚Doppelnatur‘ unserer alltäglichen Wirklichkeit: das eine ist das, was wir selbst tun, und das andere sind die ‚Wirkungen‘ unseres Tuns in der externen Körperwelt. Wenn jemand vorhat ‚zu gehen‘ und dann tatsächlich geht, dann bewegt man seinen Körper, der ‚automatisch‘ seine Position in der externen Körperwelt verändert. Normalerweise beschreibt man diese ‚Wirkungen‘ nicht eigens, weil jeder Mensch aufgrund seiner Erfahrung weiß, dass dies so ist. Will man aber eine ‚Beschreibung‘ der externen Körperwelt mit ihren Eigenschaften erstellen, die so ist, dass diese IST-Beschreibung alles enthält, was für die Beschreibung eines Prozesses wichtig ist, dann muss man auch einige der ‚impliziten Eigenschaften‘ ‚explizit‘ machen, indem man sie in die Beschreibung aufnimmt. Am wichtigsten ist dabei die Beachtung von ‚eher kurzlebigen‘ (temporären) Eigenschaften, deren Vorhandensein bzw. Nicht-Vorhandensein für viele Aktionen entscheidend ist.
Erweiterung der Simulation
Die erweiterte Simulation übernimmt die Handlungsskizze aus dem ‚Rückwärts-Denken‘ (siehe oben). Dazu werden neue Veränderungs-Regeln formuliert.
Beibehalten wird die bisherige IST-Beschreibung:
Essen1
Gerd sitzt in seinem Büro. Gerd ist hungrig.
Beibehalten wird die bisherige ZIEL-Beschreibung:
Essen1-v1
Gerd ist nicht hungrig.
Folgende Veränderungs-Regeln werden neu formuliert:
Essen1-Beschluss1
Rule: Essen1-Beschluss1
Conditions:
Gerd ist hungrig.
Gerd sitzt in seinem Büro.
Positive Effects:
Gerd beschliesst, zum Griechen um die Ecke zu gehen.
Essen1-Gehen1
Rule: Essen1-Gehen1
Conditions:
Gerd ist hungrig.
Gerd beschliesst, zum Griechen um die Ecke zu gehen.
Positive Effects:
Gerd geht zum Griechen.
Effects minus:
Gerd beschliesst, zum Griechen um die Ecke zu gehen.
Gerd sitzt in seinem Büro.
Essen1-Betreten1
Rule name: Essen1-Betreten1
Conditions:
Gerd geht zum Griechen.
Effects plus:
Gerd betritt das Bistro.
Gerd ist im Bistro.
Effects minus:
Gerd geht zum Griechen.
Essen1-Stehen-Vor1
Rule: Essen1-Stehen-Vor1
Conditions:
Gerd betritt das Bistro.
Positive Effects:
Gerd steht vor der Theke.
Negative Effects:
Gerd betritt das Bistro.
Essen1-Bestellen1
Rule:Essen1-Bestellen1
Conditions:
Gerd steht vor der Theke.
Positive Effects:
Gerd bestellt einen Eintopf.
Negative Effects:
Gerd steht vor der Theke.
Essen1-Bekommen1
Rule: Essen1-Bekommen1
Conditions:
Gerd bestellt einen Eintopf.
Positive Effects:
Gerd bekommt seinen Eintopf.
Negative Effects:
Gerd bestellt einen Eintopf.
Essen1-Essen1
Rule name: Essen1-Essen1
Conditions:
Gerd bekommt seinen Eintopf.
Effects plus:
Gerd isst seinen Eintopf.
Effects minus:
Gerd bekommt seinen Eintopf.
Essen1-Nicht-hungrig1
Rule: Essen1-Nicht-hungrig1
Conditions:
Gerd isst seinen Eintopf.
Positive Effects:
Gerd ist nicht hungrig.
Negative Effects:
Gerd isst seinen Eintopf.
Gerd ist hungrig.
Zusammenfassung einzelner Regeln in einem Regel-Dokument
Wollte man jetzt wieder eine neue Simulation starten, dann müsste man im Normalfall jede Regel einzeln eingeben. Beim Experimentieren kann dies sehr schnell sehr lästig werden. Stattdessen kann man alle Regel, die ‚thematisch‘ ‚zusammen gehören‘ in einem ‚Regel-Dokument‘ zusammenfassen. Dann braucht man künftig immer nur den einen Namen des Regel-Dokuments angeben.
Im vorliegenden Fall wird ein Regel-Dokument mit dem Namen ‚Essen1-RMenge1‚ angelegt. Dieses Dokument umfasst dann die folgenden Regeln:
Essen1-Beschluss1
Essen1-Gehen1
Essen1-Betreten1
Essen1-Stehen-Vor1
Essen1-Bestellen1
Essen1-Bekommen1
Essen1-Essen1
Essen1-Nicht-hungrig1
Zum Starten einer neuen Simulation muss man dann nur noch das Folgende eingeben:
Wenn man dann als maximale Rundenzahl 8 eingibt, erhält man folgendes Protokoll:
SIMULATIONS PROTOKOLL (mit Regel-Anwendungen)
Your vision:
Gerd ist nicht hungrig.
Initial states:
Gerd sitzt in seinem Büro.,Gerd ist hungrig.
Round 1
State rules:
Essen1-Essen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Beschluss1 applied (Prob: 100 Rand: 77/100)
Essen1-Nicht-hungrig1 not applied (conditions not met)
Essen1-Bekommen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Bestellen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Betreten1 not applied (conditions not met)
Essen1-Gehen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Stehen-Vor1 not applied (conditions not met)
Current states: Gerd beschliesst, zum Griechen um die Ecke zu gehen.,Gerd sitzt in seinem Büro.,Gerd ist hungrig.
Current visions: Gerd ist nicht hungrig.
0.00 percent of your vision was achieved by reaching the following states:
None
Round 2
State rules:
Essen1-Beschluss1 applied (Prob: 100 Rand: 28/100)
Essen1-Stehen-Vor1 not applied (conditions not met)
Essen1-Bestellen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Nicht-hungrig1 not applied (conditions not met)
Essen1-Betreten1 not applied (conditions not met)
Essen1-Bekommen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Essen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Gehen1 applied (Prob: 100 Rand: 22/100)
Current states: Gerd ist hungrig.,Gerd geht zum Griechen.
Current visions: Gerd ist nicht hungrig.
0.00 percent of your vision was achieved by reaching the following states:
None
Round 3
State rules:
Essen1-Stehen-Vor1 not applied (conditions not met)
Essen1-Bekommen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Bestellen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Essen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Betreten1 applied (Prob: 100 Rand: 0/100)
Essen1-Nicht-hungrig1 not applied (conditions not met)
Essen1-Beschluss1 not applied (conditions not met)
Essen1-Gehen1 not applied (conditions not met)
Current states: Gerd betritt das Bistro.,Gerd ist im Bistro.,Gerd ist hungrig.
Current visions: Gerd ist nicht hungrig.
0.00 percent of your vision was achieved by reaching the following states:
None
Round 4
State rules:
Essen1-Stehen-Vor1 applied (Prob: 100 Rand: 45/100)
Essen1-Betreten1 not applied (conditions not met)
Essen1-Essen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Bekommen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Gehen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Beschluss1 not applied (conditions not met)
Essen1-Nicht-hungrig1 not applied (conditions not met)
Essen1-Bestellen1 not applied (conditions not met)
Current states: Gerd ist im Bistro.,Gerd steht vor der Theke.,Gerd ist hungrig.
Current visions: Gerd ist nicht hungrig.
0.00 percent of your vision was achieved by reaching the following states:
None
Round 5
State rules:
Essen1-Nicht-hungrig1 not applied (conditions not met)
Essen1-Essen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Bekommen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Betreten1 not applied (conditions not met)
Essen1-Bestellen1 applied (Prob: 100 Rand: 22/100)
Essen1-Gehen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Stehen-Vor1 not applied (conditions not met)
Essen1-Beschluss1 not applied (conditions not met)
Current states: Gerd ist im Bistro.,Gerd ist hungrig.,Gerd bestellt einen Eintopf.
Current visions: Gerd ist nicht hungrig.
0.00 percent of your vision was achieved by reaching the following states:
None
Round 6
State rules:
Essen1-Essen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Gehen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Nicht-hungrig1 not applied (conditions not met)
Essen1-Betreten1 not applied (conditions not met)
Essen1-Bekommen1 applied (Prob: 100 Rand: 13/100)
Essen1-Bestellen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Beschluss1 not applied (conditions not met)
Essen1-Stehen-Vor1 not applied (conditions not met)
Current states: Gerd ist im Bistro.,Gerd bekommt seinen Eintopf.,Gerd ist hungrig.
Current visions: Gerd ist nicht hungrig.
Current values:
0.00 percent of your vision was achieved by reaching the following states:
None
Round 7
State rules:
Essen1-Gehen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Stehen-Vor1 not applied (conditions not met)
Essen1-Beschluss1 not applied (conditions not met)
Essen1-Nicht-hungrig1 not applied (conditions not met)
Essen1-Essen1 applied (Prob: 100 Rand: 15/100)
Essen1-Betreten1 not applied (conditions not met)
Essen1-Bestellen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Bekommen1 not applied (conditions not met)
Current states: Gerd ist im Bistro.,Gerd ist hungrig.,Gerd isst seinen Eintopf.
Current visions: Gerd ist nicht hungrig.
0.00 percent of your vision was achieved by reaching the following states:
None
Round 8
State rules:
Essen1-Gehen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Betreten1 not applied (conditions not met)
Essen1-Bekommen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Essen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Beschluss1 not applied (conditions not met)
Essen1-Stehen-Vor1 not applied (conditions not met)
Essen1-Bestellen1 not applied (conditions not met)
Essen1-Nicht-hungrig1 applied (Prob: 100 Rand: 95/100)
Current states: Gerd ist im Bistro.,Gerd ist nicht hungrig.
Current visions: Gerd ist nicht hungrig.
Current values:
100.00 percent of your vision was achieved by reaching the following states:
Gerd ist nicht hungrig.
WEITERLESEN
Zum Weiterlesen empfiehlt sich an dieser Stelle die Erklärungsbox „Welt, Raum, Zeit“
Beispiel: Bis 2035 sollen alle Bürger in Deutschland im Alter von 10 – 30 in der Lage sein, zusammen mit anderen (kollektiv), mit oksimo.R nachhaltige Probleme zu bearbeiten.
AUSGANGSLAGE (IST-SITUATION)
Es gibt kein vorhandenes Wissen von oksimo.R
Es gibt keine Bekanntheit von oksimo.R
oksimo.R ist nicht allgemein verfügbar.
ZIELZUSTAND
Bis 2035 sollen alle Bürger in Deutschland im Alter von 10-30 in der Lage sein, zusammen mit anderen (kollektiv), mit oksimo.R nachhaltige Probleme zu bearbeiten.
LÖSUNGSWEG (Menge von geeigneten Maßnahmen)
R1:
WENN: Es gibt kein vorhandenes Wissen von oksimo.R
DANN:
Minus: Es gibt kein vorhandenes Wissen von oksimo.R
Plus: Im INM Frankfurt wird eine Arbeitsgruppe für oksimo.R gegründet.
Ausgehend von Warren Weavers Artikel „Science and the Citizen“ wird der wissenschaftliche Diskurs ausgehend der 2000er Jahre überblickshaft dargestellt und mit Weaver verglichen.
Leitfragen sind: „Welches Wissenschaftsverständnis prägt den Citizenscience-Diskurs und wo wird das sichtbar?“ „Wer hat Welche Interessen und gestaltet dadurch Wie den Citizenscience-Diskurs?“ „Welche zentralen Faktoren beeinflussen neben den Akteursinteressen den Citizenscience-Diskurs?“