OKSIMO ROADMAP – Überblick

UNIVERSELLE PROZESSPLANUNG
20.Juni 2021 – 27. Juli 2021
URL: oksimo.org
Email: info@oksimo.org

Autor: Gerd Doeben-Henisch (gerd@oksimo.org)[*]

KONTEXT

Dieser Text ist Teil des Themenfeldes Oksimo Roadmap des oksimo.org Blogs.

VERSIONEN

Da das oksimo Projekt ein autopoietisches Projekt ist, das sich ‚aus sich heraus‘ entwickelt [1], gibt es zu Beginn kein fertiges Gesamtkonzept. Es gibt eine grobe Zielrichtung (Vision), die eine Richtung angibt, in die sich das Projekt entwickeln sollte. Die genaue Ausführung des Weges zum Ziel wird schrittweise, phasenweise angenähert.

Die Periodisierung des Projektes in die groben Phasen ‚Basis‘, ‚Standard‘ und ‚Standard+KI‘ hat sich in den zurückliegenden Monaten heraus kristallisiert. Weitere Versionen sind nicht ausgeschlossen; sie sind sogar hoch wahrscheinlich.

BILD: Übersicht über die wichtigsten Anwendungsszenarien, die auf Basis der oksimo Software möglich sind bzw. sein sollen. Die angegebenen Zeitmarken sind geschätzt, da es bei der komplexen Materie nicht möglich ist,exakte Daten zu bestimmen. Insgesamt handelt es sich bei der Software bislang um einen experimentellen Prototyp.

BASIS

Basis-Version bis 23.Juni 2021

Als Basis Version wird alles angesehen, was bis Juni 2021 entwickelt und beschrieben wurde.

Die Grundidee der Basisversion bis 23.Juni 2021 lässt durch zwei Ableitungsversionen beschreiben:

(1) S ⊩ ∑ R S‘

(2) S ⊩ ∑ V %Goal

Die Formel (1) beschreibt den Sachverhalt, dass der oksimo Simulator bei Vorgabe eines aktuellen Zustands S mit den gegebenen Veränderungsregeln R einen Nachfolgezustand S‘ ermittelt.

Die Formel (2) beschreibt den Sachverhalt, dass der oksimo Simulator bei Vorgabe eines aktuellen Zustands S mit dem gegebenen Zielzustand V errechnete, wie viel %vom Zielzustand V im aktuellen Zustand S schon vorkommen.

Anwendung: Erst wird mit Formel (1) aus einem gegebenen Zustand S ein Nachfolgezustand S‘ ermittelt und dann wird für diesen neuen aktuellen Zustand S‘ mit Formel (2) ermittelt, wie viel vom Zielzustand im neuen aktuellen Zustand S‘ schon realisiert wurde.

Die aktuellen Befehle der oksimo Software zur Basis-Version bis 23.Juni 2021 zeigt das folgende Menü:

Welcome to Oksimo v0.11.77dea

MAIN MENU
1 is NEW VISION
2 is MANAGE VISIONS
3 is NEW STATE
4 is MANAGE STATES
5 is NEW RULE
6 is MANAGE RULES
7 is RULE DOCUMENT
8 is NEW SIMULATION
9 is MANAGE SIMULATIONS
10 is LOAD SIMULATION
11 is COMBINE SIMULATIONS
12 is SHARE
13 is EXIT SIMULATOR
Enter a Number [1-13] for Menu Option

Die Basis-lernende Algorithmus (KI)Version ist vollständig Konsolen-orientiert. Die Erstellung einer oksimo Anwendung verlangt die Angabe von mindestens einem Visions- und mindestens einem Zustands-Dokument, ergänzt um beliebig viele einzelne Veränderungs-Regeln, die man auch in Regel-Dokumenten zusammenfassen kann. Normale Simulation mit automatischer Evaluation ist möglich. Dateien lassen sich unter den Benutzern teilen, auch ganze Simulationen, die gespeichert wurden. Aus verschiedenen Simulationen lässt sich direkt eine vereinigte Simulation herstellen und ausführen. Alle Dokumente lassen sich im Nachhinein editieren und verändern.

Basis-Version nach 23.Juni 2021 + x Tage

In der Basis-Version bis zum 23.Juni 2021 hat sich ergeben, dass die ‚Konservierung‘ des Zielzustandes V die Realität von Alltagsprozessen mit Zielen nur unzureichend wiedergibt. Im Alltag kommt es immer wieder vor, dass Akteure ihr Visionen [V] — d.h. ihre Vorstellungen von möglichen Zielzuständen — aus unterschiedlichsten Gründen abändern. Dies hat dann meistens Auswirkungen auf den gesamten Prozess. Das, was vorher ‚gut‘ war, gilt plötzlich nicht mehr. Dies kann eine Verschlechterung bedeuten. Wenn aber die Vision vorher ’schlecht‘ war, dann kann diese Änderungen eine Verbesserung bedeuten.

Um diesem Alltagsgeschehen besser gerecht zu werden, wird die grundlegende Veränderungsbeziehung in der oksimo Software wie folgt angepasst:

(0) S,V ⊩ ∑ R V‘

(1) S ⊩ ∑ R S‘

(2) S ⊩ ∑ V %Goal

Während die Formeln (1-2) nicht geändert werden, gibt es eine Änderung mit der neuen Formel (0): Ein Visions-Dokument V, das einen Zielzustand beschreibt, kann mit Hilfe von Veränderungsregeln R genauso abgeändert werden wie ein Zustandsdokument S. Dabei wird sowohl das ‚alte‘ Visionsdokument V berücksichtigt wie auch der aktuelle Zustand S.

R, S und V Dokumente

Bis zur der Basis-Version vom 23.Juni 2021 kann man zwar beliebige Regel-Dokumente bilden, indem man einen neuen Namen RN vergibt und dazu beliebige vorhandene Regeln angibt, die dann unter RN als Gruppe aufgerufen werden können. Bei einer Simulation kann man dann statt der vielen einzelnen Regeln R beliebig viele Regel-Dokumente RNi angeben.

In der praktischen Arbeit zeigt sich, dass es zur Strukturierung komplexer Zustände S und komplexer Visionen V auch hilfreich ist, viele einzelne Zustandsdokumente S1, …, Sn bzw. Visions-Dokumente V1, …, Vm analog zu den Regel-Dokumenten unter einem neuen Namen zu Teilgruppen zusammen fassen zu können. Bei dem Start einer neuen Simulation kann man dann nach Bedarf auch kollektive Zustands- oder Visions-Dokumente angeben.

Die verschiedenen Sammlungen von R, S oder V Dokumenten kann man als Makros verstehen, die mit einem Namen viele Elemente aktivieren oder als Kollektoren.

STANDARD

In der Standard-Versionen sollen folgende Anforderungen neu hinzukommen:

  1. Man kann eine oksimo Anwendung statt direkt über Veränderungs-Regeln hier auch zunächst als reines ‚Drehbuch‘ (’story board‘) entwickeln. (Letzte Änderung: 12.Juli 2021) Man beschreibt beliebig lange und beliebig verzweigte Folgen von Szenen. Oksimo generiert dazu automatisch die benötigten Veränderungsregeln. Natürlich kann man die automatisch generierten Regeln individuell nach-bearbeiten und fein justieren. Simulationen sind genau so möglich wie in der Basis-Version. Für die Entwicklung der Szenenfolgen wird ein Szenen-Editor bereitgestellt, der auch eine visuelle Komponente beinhalten soll.[3]
  2. Die Entwicklung eines Drehbuchs erfolgt im Kollaborations-Modus: beliebig viele individuell eingeloggte Benutzer können gleichzeitig an dem gleichen Drehbuch arbeiten. Parallel wird angenommen, dass diese Benutzer über eine Online-Kommunikation untereinander Kontakt haben. Weitere Optionen sind geplant.
  3. Der normale Simulationsmodus wird um einen Spiel-Modus Level 1 erweitert: Angemeldete oksimo-Benutzer können sich beim Simulator als Spieler anmelden. Hier kann man zwei Vorgehensweisen unterscheiden: Passiv und Aktiv. In der passiven Vorgehensweise fragt der Simulator in jeder Simulations-Runde vor der Ausführung der aktuellen Regeln die angemeldeten Spieler, welche der aktuell möglichen Regeln sie mit welcher Option anwenden wollen. Die Entscheidungen werden vom Simulator übernommen. Der Spieler hat allerdings nicht die Möglichkeit, Regeln abzuändern bzw. ganz neue Regeln einzuführen. In der aktiven Vorgehensweise ist dies möglich: die Spieler können während des Spielens die Regeln ändern.
  4. Es soll sowohl im Simulations Modus wie auch im Spiel-Modus ein Level 2 bereit gestellt werden. Dies beinhaltet, dass man zu einer oksimo-Anwendung künstliche Akteure aus einer bestehenden Sammlung laden und dadurch aktivieren kann. [2] Dies geschieht mittels einer Veränderungs-Regel RA, die wie eine normale Veränderungsregeln aussieht, tatsächlich aber einen künstlichen Akteur aufruft, der die aktuelle Situation S samt Vision V als Input nimmt, und dann anhand einer vordefinierten Verhaltensfunktion φ einen Output erzeugt, der Eplus und Eminus realisiert. In der Standardversion kann man diese Akteure innerhalb der oksimo Software noch nicht editieren. Die geladenen künstlichen Akteure können beliebige Funktionen beinhalten, also auch lernende Algorithmen KI.
  5. Die Ausgabe von ergänzenden Bildern soll möglich sein.
  6. Die Verarbeitung von numerischen Werten (Zahlen) soll möglich sein.

STANDARD+KI

Die künstlichen Akteure in Anforderung (4) der vorausgehend geschilderten der Standard-Version können auch schon Künstliche Intelligenz als Verhaltensteuernde KI enthalten. In der erweiterten Standard-Version kommen aber explizit noch zwei neue Formen von KI hinzu:

  1. Eine optimierende KI berechnet über einzelne Simulationen hinausgehend im Raum der möglichen Simulationen interessante Teilmengen im Sinne der vorgegebenen Visionen und bringt sie zur Kenntnis.
  2. Eine kreative KI kann den vorgegebenen Problemraum partiell variieren und dadurch neue Lösungsräume ermöglichen.

ANMERKUNGEN

[*] Bei diesem Text gehen implizit viele Gedanken von verschiedensten Personen mit ein, mit denen ich gesprochen habe. Diese im Detail auszuweisen ist aber im Nachhinein praktisch nicht möglich.

[1] Autopoiesis, Autopoiese, Autopoietisch, siehe Wikipedia [DE]: https://de.wikipedia.org/wiki/Autopoiesis UND in Wikipedia [EN]: https://en.wikipedia.org/wiki/Autopoiesis/* Ursprünglich wurde der Begriff in der (Evolutions-)Biologie vom Neurobiologen Huberto Maturana eingeführt. Er wurde dann auf weitere Kontexte angewendet, u.a. auch durch Luhmann auf die Soziologie. Die Verwendungsweisen in diesem Blog oksimo.org gehen zurück auf verschiedene Texte im Blog uffmm.org. Der zentrale Begriff im Blog uffmm.org ist der Systems Engineering Prozess in dem Akteure (Auftraggeber, Experten des Engineerings, Manager von Unternehmen, …) eine Problemstellung zusammen mit einer Vision (in Form von Anforderungen) in eine funktionierende Lösung (Gerät, Dienstleistung, komplexes System,…) transformieren. Dieses Konzept des Systems Engineerings ist in oksimo.org verallgemeinert zu einem System, in dem jeder Mensch als Experte gilt und als Akteur jedes beliebige Problemstellung und jede beliebige Vision in eine Lösung transformieren kann. Dieses Konzept hat aktuell das Label oksimo Paradigma. Die elementaren Faktoren innerhalb des oksimo Paradigmas sind die Akteure mit einer charakteristischen Binnenstruktur, die verbindende Kommunikation, deren Bedeutungsfunktion im Akteur verankert ist, und eine offene Umgebung, die Teil eines physikalischen Universums ist. Wesentliche Momente der Binnenstruktur ist mindestens eine im Gehirn fundierte Kognition, eine physiologische Bedürfnisstruktur, und eine emotionale Struktur. Die Binnenstruktur steht in kontinuierlicher Wechselwirkung mit dem eigenen Körper und der Umgebung des Körpers.

[2] Künstliche Akteure aus einer gegebenen Sammlung (‚library‘) laden setzt voraus, dass man in einer zuvor vereinbarten Vorgehensweise solche künstliche Akteure editieren kann. Aus den vielen Optionen, die hier gegeben sind, wird wenigstens eine ausgewählt.

[3] ‚Prozesse mit oksimo beschreiben‚: ein Paradigmenwechsel.(Letzte Änderung: 23.Juni 2021)