ZUKUNFTS-PLANUNG

(16.September 2023 – 23.September 2023)

KONTEXT

Das Thema Zukunfts-Planung gehört zur Initiative ‚Bürger im Gespräch (BiG)‘ der Gemeinde Schöneck.

EINFÜHRUNG

(Letzte Änderung: 23.Sept 2023, 10:12h)

ZUKUNFT

Was vielen wenig bewusst ist, ‚Zukunft‘ existiert nicht als ein ‚Objekt unsres Alltags‘; sie ‚riecht‘ nicht, sie ’schmeckt‘ nicht, man kann sie nicht ‚hören‘ oder gar ’sehen‘. Das, was wir immer nur haben ist ‚Gegenwart‘, ‚alltägliche Gegenwart‘. Diese begleitet uns permanent, wie ein Schatten, den wir nicht abschütteln können.

VERGANGENHEIT

Was wir allerdings außerdem noch haben, das sind ‚Erinnerungen‘, mehr oder weniger klar. Diese Erinnerungen verorten wir in dem, was wir ‚Vergangenheit‘ nennen, irgendwo in unserem Kopf. Meist können wir nicht sicher sein, ob diese Erinnerungen ‚wirklich stimmen‘, ob es ‚wirklichkeitsgetreue‘ Erinnerungen sind oder nur ‚Einbildungen‘, ‚Fantasiebilder‘.

ZUKUNFT EXISTIERT NICHT

Tja, und was ist mit der ‚Zukunft‘: wo ist die? Wo kommt sie her?

Gegenwärtig ist die Zukunft nicht, noch weniger vergangen.

Letztlich müssen wir uns mit dem Gedanken anfreunden, dass ‚Zukunft‘ nicht ‚existiert‘.

WIE ES SEIN KÖNNTE

Allerdings gibt es immer wieder Menschen, die sich Gedanken machen, ‚wie es denn sein könnte‘.

Was ‚jetzt ist‘, das können wir uns ansatzweise klar machen, auch zusammen mit anderen.

Was ‚einmal war‘ können wir unter bestimmten Bedingungen auch ansatzweise ‚rekonstruieren‘ (nicht ganz einfach).

… IM DENKEN

VERÄNDERUNGEN

Was aber ’noch nicht da ist aber vielleicht mal da sein könnte‘, kann zunächst nur in ‚unserem Denken‘ stattfinden. Aufgrund unseres Wissens über die Vergangenheit können wir versuchen, ‚mögliche Formen der Veränderungen‘, bekannt aus der Vergangenheit, in eine ‚mögliche Zukunft‘ zu ‚projizieren‘, z.B.: ‚am Morgen geht die Sonne auf‘; ‚wenn es regnet wird es nass‘; ‚wenn Du in die Flamme fasst, verbrennst Du dich; …

NEUES

Es gibt allerdings auch ’neue‘ Ereignisse, die so ‚vorher noch nie‘ aufgetreten sind: die Erfindung des Rads; die Erfindung des Schiffs; die Erfindung des Verbrennungsmotors; die … solche neuen Ereignisse kann man nicht aus der Vergangenheit voraussagen.

SCHON, ABER WANN

Dann gibt es Ereignisse, die man grundsätzlich für möglich hält, von denen man aber nicht weiß, wann genau sie eintreten: die Starkregen-Ereignisse des Sommers 2023 in Spanien, Griechenland, Moldawien, Libyen usw. waren zwar aufgrund der Temperaturverhältnisse im Mittelmeer ‚hoch wahrscheinlich‘, aber wann genau und wo sie auftreten würden, konnte man nicht wissen, geschweige denn, wie gewaltig sie letztlich sein würden. Ähnliches gilt für die vielen Erdbeben der letzten Jahre: wir wissen, wo die Spannungszonen im Gestein lokalisiert sind; man kann eine gewisse Wahrscheinlichkeit ermitteln, dass es zu Erdbeben kommen wird, aber man weiß nicht, wann genau und wie stark (Beispiel Türkei 2023, Marokko 2023).

UN-VORSTELLBAR

Dann gibt es Veränderungen, die man im Prinzip kennt, deren Eintreten und Verlauf sich unserer normalen Vorstellungskraft aber entzieht. So tun wir im Alltag als einzelne viele Dinge, über die wir uns nicht viele Gedanken machen, die aber — wenn Sie viele andere Menschen auch machen — aufs Ganze gesehen, große Wirkungen haben können, die nicht nur gut, sondern auch sehr problematisch sein können. Wenn z.B. jeder zweite Bundesbürger täglich 5 Plastikverpackungen wegwerfen würde, dann sind dies pro Jahr ca. 73 Mrd. Plastikhüllen. Man kann sich nicht nur fragen: wo bleiben die, sondern auch: wo kommt dieses Material her? Es fällt ja nicht vom Himmel. Wenn jeder Bundesbürger pro Tag eine Scheibe Vollkornbrot essen würde (Gewicht ca. 55 gr), dann ergäbe dies im Jahr ca. 16.5 Mio Tonnen Brot. Bedenkt man, dass Deutschland 2021/22 ca. 39 Mio t Getreide erzeugt hat, wovon 20,9 Mio t als Futter Verwendung fanden, dann blieben für die Ernährung noch knapp 18 Mio t übrig.[1] Für die Getreideproduktion wiederum benötigt die Landwirtschaft Wasser. Wie viel ist das? Wie viel Wasser steht überhaupt zur Verfügung? Kann sich die Versorgung ändern? usw.

NACHDENKEN – DATEN – RECHNEN – SIMULTAN …

Schon diese wenigen Überlegungen zeigen, dass die Sache mit der ‚möglichen Zukunft‘ kein Selbstläufer ist. Man muss in vielen Fällen ‚heftig nachdenken‘; man braucht dazu ‚Daten‘, die man in der Regel als einzelner so nicht hat. Man muss ‚mathematische Rechnungen‘ anstellen, um die möglichen Zusammenhänge zu ermitteln, und dann steht man fast immer vor dem Problem, dass der eine ‚Zusammenhang‘ (z.B. Getreideverbrauch) mit anderen Zusammenhängen (z.B. Getreideproduktion, Wasserverbrauch) zusammen hängt. Eine einfache Rechnung reicht dann nicht mehr. Man muss mit vielen ‚Wenn-Dann-Zusammenhängen‘ operieren, am besten mit allen ‚gleichzeitig‘ (’simultan‘). Mit ‚einfachen Überlegungen im Kopf‘ kommt man da nicht mehr weiter.

GEMEINDE ALS PURES ABENTEUER

Der eine oder die andere wird schon ahnen, dass die Übertragung dieser Überlegungen zur Erfassung einer möglichen Zukunft im Fall einer Gemeinde wie Schöneck zu einem regelrechten Abenteuer-Tripp werden kann.

Man kann sich fragen, ob es im Bereich der Gemeinde überhaupt etwas gibt, was man einigermaßen planen kann.

[1] Siehe: https://www.bmel-statistik.de/ernaehrung-fischerei/versorgungsbilanzen/getreide

HIER GEHT’s ZUM START

Nach diesen ersten Überlegungen wird es darum gehen, die Vision von ‚ZUKUNFT PLANEN‘ am Beispiel von Schöneck in einen Prozess einzubetten, der uns allen die Möglichkeit gibt, mit dem was wir haben und können diese Aufgabe anzugehen. Einen ersten Entwurf für solch einen Prozess findet sich HIER.

Theorie – Software – Anwendungsformate