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UNIVERSELLE PROZESSPLANUNG – Verneinung-Negation

UNIVERSELLE PROZESSPLANUNG
4.Juli 2021 – 4.Juli 2021
URL: oksimo.org
Email: info@oksimo.org

Autor: Gerd Doeben-Henisch (gerd@oksimo.org)

KONTEXT

Dieser Text ist Teil des Themas die strukturellen Eigenschaften der oksimo Sprache im oksimo.org Blog.

VERNEINUNG/ NEGATION

In der Standard-Version der modernen formalen Logik ist es möglich, mit Hilfe eines definierten Folgerungsbegriffs ⊦ aus einer Menge von Ausdrücken S, die als wahr gelten, einen anderen Ausdruck A abzuleiten, der auch als wahr gilt; solch einen abgeleiteten wahren Ausdruck nennt man dann ein Theorem.

Da die Standard -Version des Folgerungsbegriffs u.a. einen Negations-Operator ‚¬‘ umfasst, kann man mit dem Standard-Folgerungsbegriff sowohl Ausdrücke ‚A‘ wie auch ‚¬A‘ benutzen und gegebenenfalls ableiten. Allerdings gibt es ein Meta-Axiom das besagt, dass eine Menge von wahren Aussagen konsistent und volltändig sein muss, damit der klassische Folgerungsbegriff funktioniert. ‚Vollständig‘ besagt, dass alle wahren Sätzen in den Annahmen und möglichen Folgerungen vorkommen können und ‚konsistent‘ besagt, dass nicht zugleich die Aussage ‚A‘ und die Verneinung der Aussage ‚A‘, also ‚¬A‘, vorkommen darf. Wäre dies der Fall, also aus einer Menge von wahren Aussagen S würde ‚A ∧ ¬A‘ gefolgert werden können, dann wäre die Menge S inkonsistent (widersprüchlich), damit wäre der klassische Folgerungsbegriff außer Kraft gesetzt. Wenn ‚S ⊦ A ∧ ¬A‘ möglich ist, dann kann aus S alles abgeleitet werden, dann ist die klassische Logik nicht mehr anwendbar.

Zu diesem Thema gibt es eine riesige Diskussion verbunden mit Vorschlägen für alternative Folgerungsbegriffe. Dies soll hier nicht weiter vertieft werden.

Im oksimo Paradigma liegen die Dinge anders. Im oksimo Paradigma gibt es auch einen Folgerungsbegriff, der durch den Simulator repräsentiert wird, dieser Simulator repräsentiert aber einen zusammengesetzten Folgerungsbegriff, dessen unterschiedlichen Folgerungs-Formate selektiv genutzt werden können, z.B.

(0) S,V ⊩ ∑ R V‘ //* Aus einer Menge von Ausdrücken S und einer Menge von Ausdrücken V kann mit Hilfe von Veränderungsregeln R eine veränderte Menge von Ausdrücken V‘ abgeleitet werden. *//

(1) S ⊩ ∑ R S‘ //* Aus einer Menge von Ausdrücken S kann mit Hilfe von Veränderungsregeln R eine veränderte Menge von Ausdrücken S‘ abgeleitet werden. *//

(2) S ⊩ ∑ V %Goal //* Aus einer Menge von Ausdrücken S kann mit Hilfe von einer Menge von Ausdrücken V der Grad des Enthaltenseins — in % — von V in S abgeleitet werden. *//

Während der klassische Folgerungsbegriff jedem einzelnen Ausdruck einen Wahrheitswert (wahr, falsch) zuordnet und damit ‚rechnet‘, betrachtet der oksimo Folgerungsbegriff immer nur Mengen von Ausdrücken ohne spezifischen Wahrheitswert, und diese Mengen von Ausdrücken können entweder in ihrer Zusammensetzung verändert werden (Ausdrücke hinzufügen oder wegnehmen) oder aber es können Mengenrelationen wie z.B. das ‚Enthaltensein‘ der Elemente einer Menge in einer anderen Menge erfasst werden. Auf diese Weise kann es im Rahmen des oksimo Folgerungsbegriffs keinen klassischen Widerspruch geben, da es keine individuelle Wahrheit oder Falschheit gibt.

Damit ist aber noch nicht alles gesagt.

Tatsächlich kann man im oksimo Paradigma sehr wohl mit Verneinungen arbeiten.

Wie kann dies gehen?

Dazu muss man verstehen, dass das oksimo Paradigma sich gegenüber der modernen formalen Logik in mindestens dreifacher Weise unterscheidet: (1) Man braucht keine spezielle formale Sprache; jede Alltagssprache (Normalsprache) L reicht aus; (2) Zum Folgern zwischen Ausdrucksmengen benötigt man keine Wahrheit; (3) Jeder Ausdruck kann für einen menschlichen Benutzer, der die gewählte Sprache L versteht, eine Bedeutung besitzen. Dies beinhaltet u.a. ‚Wahrheit/ Falschheit‘, ‚Verneinung‘ und vieles mehr.

Wenn wir also eine Ausdrucksmenge S = {Gerd ist hungrig} haben (nur einen Ausdruck!), dann kann man innerhalb des oksimo Paradigmas mit der Veränderungsregel R = <Gerd ist hungrig},1.0,Eplus={Gerd ist nicht hungrig}, Eminus={Gerd ist hungrig}> den Nachfolgezustand S‘ = {Gerd ist nicht hungrig} ableiten. Ob dieser Nachfolgezustand S‘ relativ zum Vorgängerzustand S ‚wahr‘ oder ‚falsch‘ ist oder irgendeine Bedeutung besitzt, entscheidet der Benutzer des Systems. Ein Beobachter von Gerd kann ja gesehen haben, dass Gerd inzwischen etwas gegessen hat und deshalb jetzt nicht mehr hungrig ist. Falls jemand neugierig ist und wissen will, wie es dazu kam, dass Gerd nicht mehr hungrig ist, kann man im oksimo Paradigma eine ganze Geschichte erzählen (Siehe das ausführlichere Beispiel hier).

MIT OKSIMO PROZESSE BESCHREIBEN – Paradigmenwechsel

UNIVERSELLE PROZESSPLANUNG
23.Juni 2021 – 23.Juni2021
URL: oksimo.org
Email: info@oksimo.org

Autor: Gerd Doeben-Henisch (gerd@oksimo.org)

KONTEXT

Dieser Text ist eine Ergänzung zum Roadmap-Überblickstextes des oksimo.org Blogs.

PARADIGMENWECHSEL

Mit Oksimo Prozesse beschreiben

Die meisten (fast alle :-)), die zum ersten Mal mit oksimo konfrontiert werden, denken als erstes an eine Programmiersprache. Damit ist man aber sofort in einer denkerischen Sackgasse.

Einen beliebigen Prozess — mit Anfang, Zielzustand, Zwischenstationen — mit oksimo zu beschreiben ist nichts anderes, als über einen solchen Prozess mit den Mitteln der normalen Sprache (Alltagssprache) nachzudenken.

Man beschreibt mit seiner Alltagssprache eine Ausgangslage, so, wie man sie einem anderen erzählen würde; entsprechend beschreibt man das Ziel, das man erreichen will. Schließlich — und das kann aufwendig werden –muss man die verschiedenen Zwischenschritte beschreiben, Teilziele, jene Situationen, die man durchlaufen muss, um dann am Ende zum Zielzustand zu kommen. Alles mit seiner Alltagssprache.

Dies könnte genau so schon die Beschreibung eines Prozesses mit oksimo sein.

Aber wozu dann noch oksimo, kann man fragen, wenn schon ein normaler Text ausreicht?

Der kleine, aber feine Unterschied zwischen einem normalen Text ohne oksimo und einem normalen Text mit oksimo ist das, was man auf den ersten Blick nicht sehen kann, nur beim informierten Hinschauen.

Im oksimo Paradigma wird unterschieden zwischen einem Text, der einen aktuellen Zustand (Situation, Szene) S beschreibt, und einem Zustand, der einen gewünschten, aber noch nicht realen Zustand (den Zielzustand, das Ziel, eine Vision) V beschreibt. Alle Zustandsbeschreibungen zwischen Start (Anfang) und Ziel sind Zwischenzustände S*: diese sind im Moment des Beschreibens nicht real gegeben, aber werden so verstanden, als ob sie real werden können und damit einen Schritt zum Ziel darstellen.

Alle beschriebenen Zustände zusammen (vom Anfang über Zwischenzustände bis zum Zielzustand) werden im oksimo Paradigma als Drehbuch (’story board‘) bezeichnet. Dabei ist es sehr wohl möglich, dass es in einem oksimo Drehbuch Verzweigungen der Geschichte geben kann, die mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten eintreten. Diese Verzweigungen können exklusiv sein (zur gleichen Zeit kann nur eine der Möglichkeiten aktiviert werden) oder nicht-exklusiv: im Prinzip könnten alle Möglichkeiten gleichzeitig auftreten, wenn es die Wahrscheinlichkeit so will.

Wenn man ein Drehbuch hingeschrieben hat (man kann ganz einfach anfangen), dann extrahiert oksimo aus der Beschreibung einer aktuellen Situation und der Beschreibung einer nachfolgenden Situation (es können mehrere Nachfolger sein, siehe ‚Verzweigungen‘ oben) alle Ausdrücke, die im Nachfolger entweder nicht mehr vorkommen oder im Nachfolger neu vorkommen. Aus diesen Daten generiert oksimo die Form einer Veränderungsregel R. Solche Veränderungsregeln werden für jedes Zustandspaar errechnet. Wenn man will, kann man Sie zusätzlich editieren.[1]

Liegen für alle Zustands-Paare eines Drehbuchs solche Veränderungsregeln R vor, dann kann der oksimo Simulator ausgehend von dem Anfangszustand S nur mit den Veränderungs-Regeln R alle anderen nachfolgenden Zustände berechnen und dadurch eine Abfolge (Simulation) aller Zustände erzeugen. Bei gleicher Ausgangslage S und bei gleichen Regeln R können sich Simulationen im Ablauf unterscheiden, falls im Ablauf Verzweigungen möglich sind, die mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten auftreten könne.

Mit Hilfe des Zielzustands kann zusätzlich in jeder Runde der Simulation errechnet werden, wie viel Prozent [%] des gewünschten Zielzustands in einer aktuellen Situation schon erreicht sind.

ANMERKUNGEN

[1] In der Basis-Version bis 23.Juli 2021 + x Tage ist die automatische Erstellung der Regeln noch nicht verfügbar. In diesem Fall muss man selbst aus dem Vergleich von zwei Texten manuell eine Veränderungsregel editieren.

OKSIMO EINFACHE BEISPIELE – Bsp.: Schlafmöglichkeiten, Verzweigung

OKSIMO – Universelle Prozessplanung

E-Mail: info@oksimo.org

Autorin: Athene Sorokowski, E-Mail: athene@oksimo.org

Veröffentlicht: 04.06.2021

KONTEXT

Dieses Fallbeispiel gehört zur Sektion Einfache Beispiele des Blogs oksimo.org.

Fallbeispiel Beschreibung:

Im Folgenden sind die Zustände, Regeln und die Vision eines Fallbeispiels der oksimo-Software dokumentiert, welches sich darauf fokussiert, sogenannte „Verzweigungen“ zu realisieren. Um die Vision im Beispiel zu erreichen, wurden verschiedene Veränderungsregeln erstellt, denen wiederum verschiedene Wahrscheinlichkeiten zugeordnet wurden. Die unterschiedlichen Zweige teilen sich auf in „Gruppenraum“ und „Nachhause“. Die Akteurin im Beispiel, Francesca, hat die Wahl, ob sie sich im Gruppenraum ihrer Universität oder bei sich Zuhause schlafen legen will. Erstere Möglichkeit beträgt dabei eine Wahrscheinlichkeit von 0,6, letztere eine Wahrscheinlichkeit von 0,4. Das Ziel ihrer Entscheidungen, bzw. das der Veränderungsregeln, ist, dass sie nicht müde ist.

Fallbeispiel „Verzweigungen“

Wie funktionieren Verzweigungen?

Verzweigungen sind im oksimo Paradigma ausdrückbar durch das zur Verfügung stellen von mehr als einer Veränderungsregel. Ist die Wahrscheinlichkeit im Einzelfall <=1, dann wird für jeden Wahrscheinlichkeitswert ‚ausgewürfelt‚, was geschieht. Einfach gesprochen: bei einer Wahrscheinlichkeit von π=0.6 würde bei 100 Durchläufen ungefähr +/- 60 mal diese Option gewählt werden, entsprechend bei π= 0.4 ungefähr +/- 40 mal.

DAS OKSIMO PARADIGMA und Kultur

UNIVERSELLE PROZESSPLANUNG
24.Mai 2021 – 25.Mai 2021
URL: oksimo.org
Email: info@oksimo.org

Autor: Gerd Doeben-Henisch (gerd@oksimo.org)

Letzte Änderungen (Korrekturen): 26.Mai 2021

KONTEXT

Dieser Text ist Teil des Themenfeldes BEGRIFFLICHER RAHMEN ZUM OKSIMO PARADIGMA innerhalb des oksimo.org Blogs.

IDEE

In der praktischen Anwendung des oksimo Paradigmas wird ein komplexer begrifflicher Rahmen vorausgesetzt. Ein Aspekt dieses begrifflichen Rahmens ist der Begriff der Kultur. Hier sollen einige grundlegenden Aspekte dieses Begriffs erläutert werden, soweit sie für ds Verständnis des oksimo Pradigmas relevant sind. Diese Überlegungen zum Begriff der Kultur ersetzen keine umfassende, systematische Abhandlung zu diesem Begriff.

Kultur?

Kurz zu sagen, was Kultur ist, ist schwierig, da jeder, der sich hierzu äußern möchte, zu diesem Zeitpunkt Teil einer Kultur ist. Was er immer ER=(er/sie/x) sagen möchte, ER wird dies tun geprägt von dieser Kultur, weil ER garnicht anders kann.

Die einzige Möglichkeit, solche kulturelle Vorprägungen in ihren — möglicherweise einseitigen und möglicherweise schädlichen — Wirkungen zu neutralisieren, besteht darin, diese Vorprägungen als persönliche Voraussetzungen methodisch soweit transparent zu machen, als es einem persönlich gelingt. Meistens braucht man dazu andere Personen, die eine andere kulturelle Prägung besitzen (deswegen ist Diversität von grundlegender Bedeutung), so dass im aktiven Miteinander möglicherweise Unterschiede sichtbar werden, anhand deren man indirekt auf die eigene Besonderheit aufmerksam werden kann. Man selbst ist ohne solche Differenzerfahrung meistens ‚blind‘, weil man an sich selbst so ‚gewöhnt‘ ist, dass einem die eigenen Besonderheiten einfach nicht mehr auffallen, auch wenn man will.

Wenn im Folgenden also von ‚Kultur‘ gesprochen wird, dann notgedrungen aus der Sicht des Autors dieses Textes. Sollte ein Leser das Gefühl haben, dass hier eine Sicht zutage tritt, die von der eigenen Position abweichend ist, dann wäre eine entsprechende Mitteilung an den Autor willkommen. Denn, wie festgestellt, nur in der Erfahrung einer Differenz kann individuelles Erkennen seinen eigenen Standpunkt indirekt, ansatzweise erkennen, um daraus — möglicherweise — Schlüsse zu ziehen, die die eigene Position verändern können.

Kultur heisst ‚Viele‘

Kultur wird hier angenommen als eine Sache, die aus dem ‚Miteinander‚ von Menschen resultiert und die sich in solch einem Miteinander ‚realisiert‘. Eine Ansammlung von Menschen, die weder kooperieren noch kommunizieren ist von daher kultufrei, kulturneutral. Menschen ohne Kultur sind aber eine reine Fiktion. Das schlichte Überleben war schon immer nur möglich in einem Minimum von Miteinander; wer sich diesem Miteinander ‚entzog‘ bzw. dazu ‚unfähig‘ war, war eine unmittelbare Bedrohung für den Rest. Sobald die Anzahl der Mitglieder menschlicher Gruppen zunahm und die Techniken des Überlebens leistungsfähiger wurden, veränderte sich die Wahrnehmung von dem, was Lebensnotwendig ist; veränderten sich die Einschätzungen; veränderten sich die Praktiken bis dahin, dass es in modernen technologischen Gesellschaften mit ‚unübersehbar vielen‘ Mitgliedern schwer bis unmöglich wird, einen ‚Sinn für das Lebensnotwendige‘ zu erhalten. Zu jedem Zeitpunkt gibt es mehr, als der einzelne zum Überleben im engeren Sinne benötigt, und auch die Zuordnung von vorhandenen Produkten und Dienstleistungen zu ihren Urhebern, zu ihren Möglichkeitsbedingungen verschwimmt in vielen Fällen bis zur Unkenntlichkeit. Übrig bleibt das Eingebettetsein in eine Vielheit, mit der der einzelne sprachlich und handlungsmäßig in Verbindung steht.

Kultur ist ’subjektiv verankert‘

Kultur ist von daher — ganz ähnlich der Alltagssprache — kein Gegenstand an sich, sondern eine Vielzahl von Ereignissen und Artefakten, die von Menschen ausgehen und auf Menschen zurückwirken können. Der objekthafte Aspekt von Ereignissen und Artefakten ist im Kontext von Kultur — ähnlich den Lauten oder Schriftzeichen einer Alltagssprache — ‚für sich gesehen‘ unedfiniert, aber im Bewusstsein, im Wissen, in der Erfahrung, in der Praxis von Menschen sind diese objekthaften Aspekte eingebettet in eine Vielzahl von internen Beziehungen — z.T. bewusst, meistens aber, aktuell oder strukturell — unbewusst, durch die sie ihre kulturelle Bedeutung bekommen. Etwas, was wie ein ’normaler Stein‘ aussieht kann im Kontext der Kultur einer Gruppe von Menschen nahezu alles bedeuten. So kann eine bestimmte Form der Verwendung des Steines möglicherweise mit dem Tod bestraft werden, weil dies in dieser Kultur so gesehen wird.

Kultur und Sprache

Auch wenn Kultur mehr ist als Sprache, gibt es keine Kultur ohne Sprache. Sprache ist das primäre Medium, indem sich ein ‚Miteinander‘ ‚aufbauen‘ kann, das zu einem gemeinsamen ‚Verständnis‚ und zu gemeinsamen ‚Handeln‚ führen kann. Da Sprache kein festes Objekt ist, das man vorzeigen kann, sondern aus einer Vielzahl von Sprachmanifestationen besteht, die von einzelnen Menschen ausgehen, die in unterschiedlichen Kontexten stattfinden, ist das ‚Erlernen‚ von Sprache ein kontinuierlicher Prozess der Aneignung, der grundlegend hypothetisch ist: Wenn jemand einen ‚Ausdruck‘ X benutzt, ist es immer eine Frage, ob damit die ‚Sache‚ Y gemeint ist, die in der aktuellen Wahrnehmung ‚verfügbar‚ ist oder ob es nur um ein gedanklich Mögliches geht, das aus Erinnerungen erwächst oder aus gedanklichen Operationen. Diese prinzipielle Unsicherheit resultiert aus dem inneren Charakter jeglicher Bedeutungszuordnung, die durch reale Kontexte zwar abgemildert, aber nie vollständig aufgehoben werden kann.

Manifeste Regeln

Das Verhalten (inklusive der sprachlichen Kommunikation) von Menschen ist grundsätzlich regelhaft. Zwar ist der Mensch grundlegend frei unterschiedliche Verhaltensweisen zu wählen, im Miteinander aber ist es wichtig, dass man sich auf Dauer und in wichtigen Abläufen so verhält, dass der andere eine Erwartung ausbilden kann, was man in bestimmten Situationen tun wird. Solche verläßlichen Verhaltensweisen ermöglichen letztlich jede Art von Planung. Die Übernahme von Regeln stellt per se keine Aufhebung von Freiheit dar, da man sich ja mit dem anderen verabreden kann, bestimmte Verhaltensweisen wieder zu ändern. Dass solche Veränderungen Konflikte hervorrufen können, stellt die grundsätzliche Freiheit nicht in Frage. Sie macht allerdings deutlich, dass vereinbarte Regeln nicht neutral sind, sondern Teil eines umfassenderen Kontextes, der mit einer Vielfalt von Interessen, Emotionen, Werten usw. verknüpft sein kann. Ein Recht auf Wassernutzung z.B. das von großen Konzernen gegen den Willen der Bewohner eines Gebietes einseitig beansprucht wird, ist eines von vielen Beispielen.

Regeln, Rollen, Verfahren …

Im Alltag verfolgen wir nicht eine Regel alleine, sondern ganz viele. Und diese Regeln sind nicht unstrukturiert, sondern auf vielfache Weise gruppiert. Nahezu jede Situation, in der Menschen etwas miteinander tun (sich treffen, einkaufen, Behörden, Lernen, Sport, …), ist mit Regeln verknüpft. Dazu kommt z.B. dass es typische Rollen gibt, die Personen einnehmen; das Befolgen von für diese Rollen typische Regeln (Schaffner, Polizist, Arzt, Notar, …) wird erwartet und ist meistens sogar durch entsprechende Texte fixiert. Weiterhin haben Menschen tendenziell mehr als eine Rolle: {Bürgerin, Frau, Mutter, soziale Netze, Verein, Unternehmerin, ….}, {Bürger, Mann, Freund, Schachclub Vorsitzender, Lehrer, Parteimitglied, …}. Diese Rollen koexistieren miteinander und ergeben ein gewisses kulturelles Erscheinungsbild eines Menschen. Zugleich prägen diese Rollen das Selbstverständnis eines Menschen, stecken Erfahrungsräume ab, usw. Man kann solche Rollen auch als Protokolle verstehen, die komplexe Verhaltensweisen definieren. Auf einer nächsten Stufe finden sich Institutionen, in denen viele Menschen nach einem Protokoll der Institution ihre Rollen definieren und sowohl einzeln wie auch als Mitglieder der Institution praktizieren.

Kultur als ‚Betriebssystem‘ einer Gesellschaft?

Macht man sich bewusst, dass Menschen als einzelne wie auch als spezifische Gruppe in einer Gesellschaft eine Vielzahl von Regeln, Rollen und übergeordneten Verfahren befolgen, dann kann man schon die Frage stellen, ob nicht die Gesamtheit dieser Regeln nicht nur das charakterisieren, was wir Kultur nennen, sondern dass dann auch die Kultur letztlich das Betriebssystem repräsentiert, durch das festgelegt wird, wie eine Gesellschaft funktioniert.

Kultur ermöglicht somit ein Erwartungsmanagement, das in geordnete Abläufe (Prozesse) münden kann, Kultur bietet aber auch in ihrer manifesten Realität einen Referenzpunkt, um neue Erfahrungen, neue Überlegungen im Vergleich zum Bekannten zu reflektieren, zu bewerten, abzuschätzen und eventuell dann kontrolliert auszuprobieren. Ohne einen klaren Referenzpunkt ist es schwer bis unmöglich, Neues zu identifizieren, um es gezielt auszuprobieren. Um Überleben zu können, braucht aber jede Gesellschaft eine Kultur (ein Betriebssystem), das an seinen Rändern kontrollierte Experimente ermöglicht! Ein solches Verhalten, aus kontrollierten Experimenten neue — hoffentlich brauchbare — Erkenntnisse zu gewinnen, nennt man auch Lernen.

OKSIMO BEFEHLE – Beispiele

OKSIMO – UNIVERSELLE PROZESS PLANUNG
Veröffentlicht: 30.April 2021 – 23.Juli 2021
Email: info@oksimo.org

KONTEXT

In oksimo.org werden in loser Folge Fallbeispiele von Planungsprozessen dokumentiert und kommentiert. Unter der Adresse oksimo.com kann man diese Beispiele live testen und nach Belieben verändern. Ergänzend wird es auch grundsätzliche Themen geben.

Hier folgt eine Liste von Beispielen mit den einzelnen Befehlen aus dem oksimo Basis-Menü:

Welcome to Oksimo v0.11.4b88

MAIN MENU
1 is NEW VISION
2 is MANAGE VISIONS
3 is VISION COLLECTIONS
4 is NEW STATE
5 is MANAGE STATES
6 is STATE COLLECTIONS
7 is NEW RULE
8 is MANAGE RULES
9 is RULE DOCUMENT
10 is NEW SIMULATION
11 is MANAGE SIMULATIONS
12 is LOAD SIMULATION
13 is COMBINE SIMULATIONS
14 is SHARE
15 is EXIT SIMULATOR
Enter a Number [1-15] for Menu Option

Welcome to Oksimo v0.11.77dea

MAIN MENU

1 is NEW VISION

2 is MANAGE VISIONS

3 is NEW STATE

4 is MANAGE STATES

5 is NEW RULE

6 is MANAGE RULES

7 is RULE DOCUMENT

8 is NEW SIMULATION

9 is MANAGE SIMULATIONS

10 is LOAD SIMULATION

11 is COMBINE SIMULATIONS

12 is SHARE (letzte Änderung: 1.Juni 2021

13 is EXIT SIMULATOR

Enter a Number [1-13] for Menu Option

>

OKSIMO SW VIDEOS

OKSIMO – UNIVERSELLE PROZESS PLANUNG
Veröffentlicht: 10.April 2021 – 31.Mai 2021
Email: info@oksimo.org

KONTEXT

In oksimo.org werden in loser Folge Fallbeispiele von Planungsprozessen dokumentiert und kommentiert. Unter der Adresse oksimo.com kann man diese Beispiele live testen und nach Belieben verändern. Ergänzend wird es auch grundsätzliche Themen geben.

Hier folgt eine Reihe von Videos, in denen man die Nutzung des oksimo Simulators direkt mitverfolgen kann.

LISTE VON VIDEOS ZUR OKSIMO SIMULATOR NUTZUNG

UNIVERSELLE PROZESSE PLANEN – Wie geht das?

UNIVERSELLE PROZESSPLANUNG
25.April-23.Aug 2021
URL: oksimo.org
Email: info@oksimo.org

KONTEXT

Dieser Text ist Teil des oksimo.org Blogs. Die folgenden Beiträge behandeln in losere Folge strukturelle Eigenschaften der oksimo Sprache.

STRUKTURELLE EIGENSCHAFTEN VON OKSIMO

UPP := UNIVERSELLE PROZESSE PLANEN

(Achtung: Die hier vorgestellten Beispiele benutzen die oksimo Software in der Version L1 (nur Texte). Mittlerweile gibt es die Version L2 (Texte erweitert um quantifizierbare Größen (Zahlen) mit Formeln). Die Version L3 (Grafische Oberfläche) ist in Vorbereitung. 26.Juli 2022, 19:25h)

OKSIMO – EINFACHE BEISPIELE

OKSIMO – UNIVERSELLE PROZESS PLANUNG
Veröffentlicht: 10. April 2021 –10. Juni 2021
Email: info@oksimo.org

KONTEXT

In oksimo.org werden in loser Folge Fallbeispiele von Planungsprozessen dokumentiert und kommentiert. Unter der Adresse oksimo.com kann man diese Beispiele live testen und nach Belieben verändern. Ergänzend wird es auch grundsätzliche Themen geben.

Hier folgt eine Liste einfacher Beispiele. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen diese weiter systematisiert werden.

LISTE EINFACHER BEISPIELE