WASSERPROJEKT – THEORIEN: BSP.1 – VERSIONEN – V1

 (Letzte Änderung: 4.August 2022, 18:40h)

Kontext

Dieser Text gehört zur Liste der Versionen von Theorie Bsp.1 des Wasserthemas

THEORIESCHEMA

Folgendes Ergebnis der Sitzung vom 1.August 2022 wird als Ausgangspunkt für eine erste mögliche Theoriebildung genommen:

Ausgangslage nach Protokoll vom 1.August 2022

Region: MKK (Main-Kinzig Kreis)

Zeit: letzten 10 Jahre

Verbraucher: Menschen – Pflanzen – Tiere- Wald (Bäume) – Industrie + Gewerbe

Quellen: Umweltbericht MKK 1965 – 2020

– Die Einwohnerzahl im MKK 2020 beträgt xxx

– Der durchschnittliche Verbrauch an Wasser (aus der Leitung!) pro Person im MKK beträgt pro Tag 129 L (was ist genau gemeint?)

– Zuwachsrate der Bevölkerung im MKK xxx

– Bedarf an Bewässerung im öffentlichen Bereich am Beispiel der Grünanlagen beträgt pro Jahr xxx L.

– Der Grundwasserspiegel im MKK ist im Zeitraum ….. gestiegen/gesunken/ gleich beibehalten. Welche Zahlen?

– Aufgrund der zunehmenden Erwärmung wird das Klima in den Städten für Menschen, Pflanzen und Tiere gefährlich (Wie?)

– Die Bebauung in Städten wirkt sich ungünstig für Wasseraufnahme (Versiegelung) und Klima (Erwärmung) aus.

Ziel(e)

– Die Grundwasserversorgung der Einwohner im MKK soll bis 2040 gesichert sein. (Welche Zahlen gelten?)

– Die Begrünung im öffentlichen Bereich soll 2040 umfassender sein (Präzisieren)

– Die Begrünung soll eine spezifische Zusammensetzung haben (Welche Zusammensetzung?).

– Die Bewässerungsmethoden sollen ‚verbessert‘ werden (Wie?).

– Die Bewässerung soll ‚effektiver‘ sein (Wie?).

– Für die Bewässerung wird 2040 eine Menge von xxx Liter benötigt.

– Die Begrünung soll das Stadtklima verbessern (Warum? Wie?).

– Den privaten Wasserverbrauch der Situation (z.B. Wasserknappheit) anpassen (Was heißt dies genau?).

Massnahmen

  • Bereitstellung eines Katasters von Lokationen mit ihrem Bewuchs, um die Begrünung zu verbessern durch
    • Patenschaften
    • Reduktion von Versiegelung
    • optimale Datengrundlage
    • Bewässerungsstrategie verbessern
  • Bessere Nutzung des Regenwasser (Zisterne…)
  • Aufklärung und Motivation der Bevölkerung verbessern, um mehr konkrete Maßnahmen zu ergreifen.

BEARBEITUNG DER AUSGANGSLAGE ALS THEORIE MIT SOFTWARE-UNTERSTÜTZUNG

Es geht jetzt also darum, ausgehend von der Vorgabe aus der letzten Sitzung com 1.August 2022 einen Text zu entwickeln, der sich mit Hilfe der oksimoR-Software als Theorie nutzen lässt. Vorgaben sind die drei Gesichtspunkte ‚Ausgangslage – Ziel – Maßnahmen‘, wobei es in der Praxis nicht so wichtig ist, ob man eher mit den möglichen ‚Zielen‘ oder mit einer gegebenen ‚Ausgangslage‘ anfängt. Für das weitere Vorgehen wird man beides gebrauchen.

Im aktuellen Beispiel sieht es so aus, dass das Ziel der hinreichenden Bewässerung von Grünanlagen der entscheidende Trigger ist. Wir können als einfach mal mit folgenden Zielsetzungen anfangen:

Ziel(e). Erster Anlauf

  • Die Begrünung im öffentlichen Bereich soll 2040 umfassender sein.
  • Die Bewässerungsmethoden sollen verbessert werden.
  • Die Begrünung soll das Stadtklima verbessern.
  • Der privaten Wasserverbrauch soll der Menge des verfügbaren Wassers angemessen sein.

In all diesen Zielformulierungen kommen Ausdrücke vor wie ‚umfassender sein‘, ‚verbessert werden‘, ‚angemessen sein‘. Dies sind offensichtlich keine ’scharfen‘ Begriffe, dies bedeutet, es muss erst noch herausgearbeitet werden, was denn das genau bedeuten soll, ansonsten bleibt unklar, was genau erreicht werden soll.

Trotz den vagen Formulierungen wird aber deutlich, dass mit diesen Zielen unterschiedlichen Größen angesprochen werden. Nenne wir sie hier mal provisorisch ‚Wichtige Größen‚:

  1. Die Begrünung (im öffentlichen Bereich)
  2. Die Bewässerungsmethoden
  3. Das Stadtklima
  4. Der private Wasserverbrauch
  5. Die Menge des verfügbaren Wassers
  6. Die eigentlichen Verbraucher des Wassers, hier Menschen und Grünflächen

Jede dieser Größen kommt in unterschiedlichen Zusammenhängen vor:

  1. Die ‚Begrünung‚ benötigt ‚Bewässerungsmethoden‘, und diese benötigen letztlich ‚Wasser‘, und man kann sich fragen, ‚wie viel Wasser‘ wird benötigt? Gibt es denn ‚genügend Wasser‘? Wo kommt dieses Wasser her?
  2. Bewässerungsmethoden‚ gibt es in unterschiedlichen Weisen. Welche sind besonders geeignet?
  3. Das ‚Stadtklima‚ ist ein vielschichtiges Phänomen. Es setzt sich aus einer Vielzahl von Faktoren zusammen, die miteinander wechselwirken. Wo kann man da ansetzen? Welche Wechselwirkung ist insbesondere mit öffentlichen Grünflächen bekannt?
  4. Der ‚private Wasserverbrauch‚ ist mit einzelnen Menschen in ihrer privaten Situation verknüpft. Wodurch ist dieser ‚private Bereich‘ charakterisiert? Wie wird der Verbrauch gemessen? Kann er sich ändern? Gibt es einen ‚minimalen Bedarf‘, der unbedingt verfügbar sein sollte?
  5. Die ‚Menge des verfügbaren Wassers‚ soll irgendwie das Wasser sein, das für den privaten Verbrauch, dann aber sicher auch für die Bewässerung öffentlicher Grünanlagen verfügbar sein sollte. Wo ist diese ‚Menge der verfügbaren Wassers‘ lokalisiert? Ist es das, was den normalen Wasserleitungen entnommen werden kann? ist es das, was die verschiedenen ‚Brunnen‘ zu tage fördern? Welche Brunnen? Zu welchen Zeiten und in welchen Mengen? Wem gehören diese Brunnen? Gibt es neben dem ‚öffentlich verfügbaren Wasser‘ auch noch anderes Wasser, dass außerhalb des privaten Bereichs gefördert und genutzt wird? Wer verfügt darüber? Wie viel Wasser kann grundsätzlich in einer bestimmten Region — hier MKK — gefordert werden? Wie groß sind diese Mengen? Welche Faktoren beeinflussen die Menge (Zufluss, Abgang)?
  6. Die ‚Verbraucher‚ kommen implizit vor als Größen, die Wasser benötigen, um ‚Leben zu können‘.

Welcher dieser Punkte kommt in der bisherigen Ausgangslage vor? Hier eine erste Bestandsaufnahme:

Ausgangslage, erster Anlauf

  • Es gibt den Main-Kinzig Kreis (MKK)
  • Es gibt als Verbraucher die Menschen
  • Es gibt als Verbraucher öffentliche Grünflächen
  • Es gibt eine ermittelte Einwohnerzahl für den MKK.
  • Es gibt einen ermittelten Pro-Kopf-Verbrauch für jeden Einwohner pro Tag in Liter.
  • Aufgrund der Bevölkerungszahlen der letzten Jahre gibt es Schätzwerte für die prozentuale Veränderung der Bevölkerungszahlen.
  • Für verschiedene Bereiche des MKK gibt es Indizien, die Hinweise für die Höhe des Grundwasserspiegels und seine Änderungen liefern.
  • Die Klimaveränderung der letzten Jahre in Richtung einer steigenden Erwärmung erschwert und bedroht das Leben von Menschen und Grünpflanzen.
  • Der Niederschlag gilt allgemein als eine wichtige Quelle für die Gewinnung von Wasser und für die Auffüllung des Grundwassers.
  • Die Bebauungsformen in den Städten und Kommunen erweisen sich angesichts der Klimaveränderung als ungünstig bis schädlich für die Nutzung der Niederschläge.
  • Die Bebauungsformen in den Städten und Kommunen erweisen sich angesichts der Klimaveränderung ferner auch als ungünstig für das Binnenklima der Städte und der Kommunen: wenig Kühlung, Unterstützung von Erwärmung.

In den Formulierungen dieser Ausgangslage erkennt man viele Bezüge zu den Zielen und zu den bislang identifizierten wichtigen Größen, aber auch hier sind die meisten Formulierungen eher ‚vage‘, nicht ‚konkret‘, nicht ‚quantifiziert‘. Ohne eine weitere ‚Konkretisierung‘ erscheint es schwer, festzustellen, ob man die Ziele erreichen kann, und nicht zuletzt auch die Frage, wie man die Ziele erreichen kann.

Kleines Experiment

Betrachten wir beispielhaft nur mal die Größen ‚Verbraucher‘, ‚Wasserverbrauch‘ und ‚Menge des verfügbaren Wassers‘. fragen:

  1. Wie können wir diese Größen ‚konkretisieren‘?
  2. Wie können wir einen ‚Zusammenhang‘ herstellen zwischen den Verbrauchern, dem Wasserverbrauch und dem verfügbaren Wasser?

Wir bauen uns aus der bisherigen Ausgangslage eine ‚kleinere Ausgabe‘ als Ausgangslage wie folgt:

Ausgangslage Nr.1
  • Es gibt den Main-Kinzig Kreis (MKK)
  • Es gibt als Verbraucher die Menschen
  • Es gibt eine ermittelte Einwohnerzahl für den MKK.
  • Es gibt einen ermittelten Pro-Kopf-Verbrauch für jeden Einwohner pro Tag in Liter.
  • Aufgrund der Bevölkerungszahlen der letzten Jahre gibt es Schätzwerte für die prozentuale Veränderung der Bevölkerungszahlen.

Zu dieser kleinen Ausgangslage Nr.1 suchen wir nach quantitativen Angaben aus offiziellen Dokumenten.

Vom statistischen Landesamt des Landes Hessen erfahren wir, dass die Einwohnerzahl des MKK im Jahr 2018 die Größe hatte ‚418.950‘. [1], im Jahr 2021 die Größe ‚423 465‘. [2], und aus den Bevölkerungszahlen 2011 bis 2021 kann man die prozentualen Zuwächse errechnen [3]:

Die prozentualen Veränderung der Zuwächse hat Gerd Doeben-Henisch über eine einfache Excel-Tabelle aus den vorliegenden Zahlen herausgerechnet. Zwei Dinge kann man ganz klar erkennen: (1) Die prozentualen Zuwächse im Land Hessen schwanken erheblich. Die Ursachen sollte man klären. (2) Die Zuwachsraten des MKK weichen von den hessischen Werten teilweise ab, insbesondere für die letzten Jahre. Während die hessischen Werte nach unten zeigen, bleiben die Werte des MKK einigermaßen konstant positiv.

Für den Regierungsbezirk Darmstadt (einschließlich MKK) gibt es nur kumulierte Zahlen für den Pro-Kopf Verbrauch von ‚Haushalten und Kleingewerbe‘ für 2020 mit der Angabe 132 Litern.[4]

Mit diesen Zahlen kann man nun eine erste kleine Theorie mit Voraussagemöglichkeiten generieren.

… Noch zu bearbeiten ….

Kommentare

[1] Statistisches Landesamt Hessen: Bevölkerung in Hessen seit 1950., URL: https://statistik.hessen.de/sites/statistik.hessen.de/files/Bev_Hessen_seit_1950_22062022.xlsx

[2] Statistisches Landesamt Hessen: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2021 nach Verwaltungsbezirken und Altersgruppen -Insgesamt-, URL: https://statistik.hessen.de/sites/statistik.hessen.de/files/Bev_Altersgruppen_Kreise_insge_2021_22062022.xlsx

[3] Statistisches Landesamt Hessen: Bevölkerung in Hessen am 30. Juni nach Verwaltungsbezirken und Gemeinden seit 2011, URL: https://statistik.hessen.de/sites/statistik.hessen.de/files/Bevoelkerung_Gemeinden_3006_2011_bis_2021_08102021.xlsx

[4] RPD Wasserbilanz Rhein-Main 2020 , URL: https://rp-darmstadt.hessen.de/sites/rp-darmstadt.hessen.de/files/2022-04/wasserbilanz_rhein-main_2020.pdf