Alle Beiträge von gdh-oksimo

oksimo.R – Alltagsszenen – Essen gehen …

Autor: Gerd Doeben-Henisch (gerd@oksimo.org)

(Letzte Änderung: 18.November 2022)

KONTEXT

Dieser Text ist Teil der einführenden Beispiele des Buchprojektes „oksimo.R – Editor und Simulator für Theorien“.

INHALT

Anhand einer normalen Alltagsszene werden einige Eigenschaften einer Modellierung (Theoriebildung) im oksimo.R Paradigma illustriert. In diesem Fall geht es um eine Person, die in einer Hochschule arbeitet, dort ein Büro hat (zusammen mit anderen), und gegen Mittag ‚Hunger verspürt‘. Dies wird zum Anlass dafür, dass diese Person beschließt, Essen zu gehen. In diesem Fall ‚zum Griechen um die Ecke‘. Die kurze Geschichte endet damit, dass diese Person keinen Hunger mehr verspürt.

OKSIMO.R TEXTSORTEN

Eine Modellierung (Theoriebildung) im oksimo.R Paradigma findet dadurch statt, dass eine Gruppe von Personen gemeinsam einen Text in einer gemeinsamen Sprache formulieren. Im konkreten Fall ist dies die Deutsche Sprache; es kann aber auch jede beliebige andere Sprache sein.

Dabei wird zwischen drei Arten von Texten unterschieden:

  1. IST-Beschreibungen (Ausgangslagen)
  2. ZIEL-Beschreibungen (Anforderungen)
  3. VERÄNDERUNGS-Beschreibungen (Veränderungs-Regeln)

Diese Unterscheidung setzen voraus, dass ein menschlicher Akteur unterscheiden kann zwischen solchen Vorstellungen in seinem Kopf, die mit Erfahrungen außerhalb seines Gehirns (im ‚eigenen Körper‘, in der ‚Körperwelt außerhalb seines Körpers‘) ‚korrespondieren‘, und solchen Vorstellungen in seinem Kopf, die er ‚alleine‘, ‚für sich‘ denkt/ erinnert/ träumt/ fantasiert … .

IST-Situation

IST-Beschreibungen beziehen sich dabei auf solche Vorstellungen, die sich auf die Körperwelt jenseits seines Körpers beziehen und die von anderen menschlichen Akteuren ‚geteilt‘ werden können. Wenn jemand z.B. im Freien steht und sagt „Es regnet“, und alle Umstehenden würden dies bestätigen, dann wäre dies ein Fall einer IST-Beschreibung, die von allen ‚bestätigt‘ werden kann. Meistens sagt man dann auch, dass diese Beschreibung ‚wahr‘ ist. Würde in dieser Situation, wo es regnet, jemand sagen „Es regnete nicht“ , dann würden alle — normalerweise — sagen, dass diese ‚Aussage‘ ‚falsch‘ ist. Wenn jemand stattdessen sagt „Es wird bald regnen“, dann werden alle Umstehenden, die Deutsch verstehen, sich zwar eine Vorstellung in ihrem Gehirn bilden können, dass es regnet, aber zu dieser Vorstellung gibt es dann keine konkrete Entsprechung in der realen zwischenmenschlichen Körperwelt. Diese Aussage wäre dann weder ‚wahr‘ noch ‚falsch‘. Ihre Beziehung zur ‚gemeinsamen Körperwelt‘ wäre ‚unbestimmt‘: sie kann vielleicht wahr werden, muss aber nicht.

ZIEL-Beschreibung

ZIEL-Beschreibungen (auch in Form von Anforderungen) beziehen sich auf solche ‚Vorstellungen im Kopf von Akteuren‘, zu denen es akzeptierte sprachliche Ausdrücke gibt, die aber im Moment des Aufschreibens oder Sagens noch keine Entsprechung in der gemeinsamen Körperwelt haben. Die zu einer nur gedachten Zielbeschreibung gehörigen Vorstellungen haben eine mehr oder weniger große Wahrscheinlichkeit, dass sie ‚irgendwann in der Zukunft‘ möglicherweise eintreten. Entweder gibt es ‚Erfahrungen‘ aus der Vergangenheit, die ein Eintreten nahelegen oder es gibt erst einmal nur den ‚Wunsch‘, dass diese Vorstellungen wirklich werden.

VERÄNDERUNGS-Beschreibungen

VERÄNDERUNGS-Beschreibungen beziehen sich auf solche ‚Ereignisse‘ oder ‚Maßnahmen‘, von denen man weiß (oder stark annimmt), dass ihr Eintreten bzw. ihre Umsetzung eine gegebene Situation (IST) in mindestens einer Eigenschaft so ‚verändert‘, dass nach einer ‚bestimmten Zeit‘ (‚Zeitintervall‘) die ‚alte‘ Situation aufgrund der ‚Veränderung‘ eine ’neue‘ Situation repräsentiert, die als ‚Nachfolgesituation‘ dann zur ’neuen IST-Situation‘ wird. Weitere Ereignisse oder Maßnahmen können auch diese neue IST-Situation wieder ändern.

Geforderte Textmengen

Während man mindestens eine IST-Situation und mindestens eine VERÄNDERUNGS-Beschreibung für eine oksimo.R Modellierung (Theoriebildung) benötigt, ist eine ZIEL-Beschreibung optional. Wird keine ZIEL-Beschreibung gegeben, dann gibt es eine — mehr oder weniger — gerichtete oder offene Folge von IST-Zuständen, die durch — auch wiederholte — ‚Anwendung‘ der VERÄNDERUNGS-Beschreibungen auf eine gegebene IST-Situation entstehen können. Liegt mindestens eine ZIEL-Beschreibung vor, dann kann diese benutzt werden, um eine aktuelle IST-Situation danach zu ‚bewerten‘, ob und — falls ja — wieweit eine IST-Situation schon Elemente der ZIEL-Situation enthält. Dies kann zwischen 0% oder 100% liegen.

Anwenden von Veränderungsbeschreibungen auf eine IST-Situation

Für die Anwendung einer Veränderungs-Beschreibung auf eine gegebene IST-Situation muss man verstehen, dass im oksimo.R Paradigma ein TEXT nichts anderes ist als eine Menge von SPRACHLICHEN AUSDRÜCKEN, deren ‚Bedeutung‘ nur die Sprecher kennen. Jeder sprachliche Ausdruck wird als ein ‚Element der Menge‘ Text betrachtet, und es wird unterstellt, dass jeder sprachliche Ausdruck irgendeine ‚Eigenschaft‘ der realen IST-Situation beschreibt. Eine unterstellte IST-Situation besitzt genau so viele Eigenschaften, wie der TEXT der IST-Situation sprachliche Ausdrücke umfasst. Wird ein bestimmter Ausdruck aus dem Text entfernt, verschwindet die zugehörige Eigenschaft, kommt ein neuer sprachlicher Ausdruck hinzu, dann entsteht eine neue Eigenschaft in der unterstellten IST-Situation.

Eine VERÄNDERUNGS-Beschreibung (auch ‚Veränderungs-Regel‘ oder einfach ‚Regel‘) muss also minimal folgendes leisten:

  1. Angeben, welche Ausdrücke neu hinzu kommen sollen (Generieren neuer Eigenschaften)
  2. Angeben, welche der bisherigen Ausdrücke entfernt werden sollen (Eliminieren von Eigenschaften)

Um die Anwendung der Regel ‚unter Kontrolle‘ zu halten, sollte man die Anwendung einer Veränderungsregel auf eine aktuelle IST-Situation so von BEDINGUNGEN abhängig machen, dass man den Angaben zum ‚Hinzufügen‘ bzw. zum ‚Entfernen‘ eine Menge von Ausdrücken — dies sind unterstellte Eigenschaften — voranstellt, die gegeben sein müssen, damit die Veränderungs-Regel ‚aktiv‘ werden kann.

Einfaches Beispiel

IST-Situation:

Gerd sitzt in seinem Büro. Gerd ist hungrig.

ZIEL-Situation:

Gerd ist nicht hungrig.

VERÄNDERUNGS-Beschreibung:

WENN:

Gerd ist hungrig.

DANN:

Füge als Eigenschaft zur IST-Situation hinzu: Gerd verlässt sein Büro.

Entferne als Eigenschaft aus der IST-Situation: Gerd sitzt in seinem Büro.

ANWENDUNG der Veränderungs-Beschreibung:

Die BEDINGUNG ist erfüllt.

DANN:

NEUE IST-Situation:

Gerd verlässt sein Büro. Gerd ist hungrig.

BEWERTUNG:

Die Eigenschaft aus dem ZIEL: ‚Gerd ist nicht hungrig‘ ist noch nicht erfüllt, also: Erfolg bisher: 0%

WIEDERHOLTE ANWENDUNG

Jede Veränderungs-Regel kann grundsätzlich beliebig oft angewendet werden, allerdings nur, solange die BEDINGUNG erfüllt wird.

Im obigen Beispiel wäre die BEDINGUNG ‚Gerd ist hungrig‘ weiter erfüllt, aber die erneute Anwendung der Regel wird die Situation nicht mehr weiter verändern. Damit ist absehbar, dass der ZIEL-Zustand in diesem Modell (in dieser Theorie) niemals erreicht werden kann.

Beispiel mit der oksimo.R Software

Kontextualisierung der Software

Die oksimo.R Software ist Teil des oksimo.R Paradigmas. Das ‚oksimo.R Paradigma‘ umfasst drei Komponenten: (i) Als ‚Anwendungsformat‘ eine Menge von beliebigen Bürgern, die sich als ’natürliche Experten‘ verstehen, die ‚gemeinsam wissenschaftlich arbeiten‘. Dieses Format wird im Kontext des oksimo.R Paradigmas ‚Bürgerwissenschaft 2.0‘ genannt. (ii) Die ‚oksimo.R Software‘, die von Bürgern genutzt werden kann, um ihre wissenschaftliche Beschreibung der erfahrbaren Welt so zu formulieren (‚Editieren‘), dass sie ‚automatisch‘ die Anforderungen einer ‚empirischen Theorie‘ erfüllen, um damit jederzeit auch ‚Folgerungen‘ ziehen zu können, die als ‚Simulationen‘ praktiziert werden. (iii) Ein klares Konzept einer ‚empirischen Theorie‘, die mit allen bekannten Formen von ‚empirischen Wissenschaften‘ kompatibel ist (tatsächlich kann die allgemeine Form des oksimo.R Theoriekonzepts auch alle Formen von nicht-empirische Theorien repräsentieren).

Die oksimo.R Software wird zur Zeit auf einem Server im Internet entwickelt und bereit gestellt, der über die Adresse oksimo.com erreichbar ist.

Da das theoretische Konzept der oksimo.R Software nahezu alles abdeckt, was wir bislang als Softwareanwendung im Internet kennen (einschließlich der verschiedenen Formen von ‚Künstlicher Intelligenz (KI)‘ und ‚Internet of Things (IoT)‘, ist die Umsetzung des theoretischen Konzepts in anwendbare Software generell ein ‚unendlicher Prozess‘. Zum Zeitpunkt dieses Schreibens (16.November 2022) ist Level 2 direkt verfügbar und gearbeitet wird an Level 3.

Eine oksimo.R Theorie in der Software (Noch Level 2)

Das alte Menü — noch im Kommandozeilen-Modus — zeigt sich nach dem Einloggen wie folgt:

Welcome to Oksimo v2.1 02 May 2022 (ed14)

MAIN MENU
1 is NEW VISION
2 is MANAGE VISIONS
3 is VISION COLLECTIONS
4 is NEW STATE
5 is MANAGE STATES
6 is STATE COLLECTIONS
7 is NEW RULE
8 is MANAGE RULES
9 is RULE DOCUMENT
10 is NEW SIMULATION
11 is MANAGE SIMULATIONS
12 is LOAD SIMULATION
13 is COMBINE SIMULATIONS
14 is SHARE
15 is EXIT SIMULATOR
Enter a Number [1-15] for Menu Option

Im alten Kommandozeilen-Modus muss man die oksimo.R Texte manuell eingeben. Für den IST-Zustand sieht dies wie folgt aus:

IST-Beschreibung eingeben

Enter a Number [1-15] for Menu Option

4

Here you can describe an actual state S related to your problem.

Enter a NAME for the new state description:

Essen1

Enter an expression for your state description in plain text:

Gerd sitzt in seinem Büro.

Expressions so far:
Gerd sitzt in seinem Büro.

Enter another expression or leave blank to proceed:

Gerd ist hungrig.

Expressions so far:
Gerd sitzt in seinem Büro.
Gerd ist hungrig.

Enter another expression or leave blank to proceed:

Name: Essen1
Expressions:
Gerd sitzt in seinem Büro.
Gerd ist hungrig.

Anmerkung: In der Version Level 2 (bislang nur mit Englischem Interface) wird eine IST-Beschreibung allgemein nur als ‚Zustand (state)‘ bezeichnet.

VISIONs-Text eingeben

Enter a Number [1-15] for Menu Option

1

Here you can describe your vision S.

Enter a NAME for the new vision:

Essen1-v1

Enter an expression for your vision in plain text:

Gerd ist nicht hungrig.

Expressions so far:
Gerd ist nicht hungrig.

Enter another expression or leave blank to proceed:

Your final vision document is now:
Name: Essen1-v1
Expressions:
Gerd ist nicht hungrig.

VERÄNDERUNGS-Regel eingeben

Enter the name of the new rules document:

Essen1-Wollen1

Enter condition:

Gerd ist hungrig.

Conditions so far:
Gerd ist hungrig.

Enter another condition or leave blank to proceed:

Enter a probability between 0.0 and 1.0:

1.0

(Anmerkung: Das Feature ‚Probability‘ an dieser Stelle ist mittlerweile obsolet. Wahrscheinlichkeiten werden genereller und flexibler gehandthabt. Beispiele folgen.)

Enter positive effect:

Gerd verlässt sein Büro.

Positive Effects so far:
Gerd verlässt sein Büro.

Enter another positive effect or leave blank to proceed:

Enter negative effect:

Gerd sitzt in seinem Büro.

Negative Effects so far:
Gerd sitzt in seinem Büro.

Enter another negative effect or leave blank to proceed:

Summary:
Rule:Essen1-Wollen1
Conditions:
Gerd ist hungrig.

Probability:
1.0
Positive Effects:
Gerd verlässt sein Büro.

Negative Effects:
Gerd sitzt in seinem Büro.

Wirkung der Theorie ‚testen‘

Folgerungen testen

Der ‚Kern einer oksimo.R Theorie‘ besteht aus den beiden Komponenten IST-Situation (hier: state) und VERÄNDERUNGS-Regel (hier: rule). Durch die Anwendung einer Regel auf einen Zustand entsteht ein Nachfolge-Zustand, der letztlich eine ‚Folgerung‘ innerhalb der Theorie ist. Je komplexer der Ausgangszustand ist und je mehr Veränderungs-Regeln es gibt, um so vielfältiger wird die Menge der möglichen Folgerungen. Diese zu überschauen, vor allem auch dann, wenn die Veränderungsregeln immer wieder auf einen Nachfolgezustand angewendet werden können, so dass eine immer längere Folge von Zuständen entsteht, die ‚auseinander‘ hervorgehen, kann sehr schnell sehr schwer werden.

Zielerfüllung testen

Benutzt man einen oksimo.R Theoriekern zusammen mit einer ZIEL-Beschreibung, dann kann man während des Folgerungsprozesses (der ‚Simulation‘) an jeder Stelle auch überprüfen, wie viele ‚Elemente der ZIEL-Beschreibung‘ schon in einem gefolgerten Zustand ‚vorkommen‘. Falls ‚alle‘ Elemente der ZIEL-Beschreibung vorkommen, ist die Theorie in der Lage, 100% der ZIEL-Beschreibung zu ‚folgern‘ (‚abzuleiten‘), andernfalls weniger, bis hin zu 0% Zielerfüllung.

Eine oksimo.R Simulation starten

Enter a Number [1-15] for Menu Option

10

Here you can run a simulation SIM to check what happens with your initial state S when the change rules X will be applied repeatedly on the state S.

Available vision descriptions:

Essen1-v1

Enter a name for a vision description you want to load. Use prefix col to load a collection:

Essen1-v1

Visions selected so far:
Essen1-v1

Add another vision or leave blank to proceed:

Available state descriptions:

Essen1

Enter a name for a state description you want to load. Use prefix col to load a collection:

Essen1

States selected so far:
Essen1

Add another state or leave blank to proceed:

Selected states:
Essen1

Available rules

Essen1-Wollen1

Rules selected so far:
Essen1-Wollen1
Add another rule or leave blank to proceed:

Selected visions:
Essen1-v1
Selected states:
Essen1
Selected rules:
Essen1-Wollen1

Enter maximum number of simulation rounds

3

Your vision:
Gerd ist nicht hungrig.

Initial states: 
Gerd sitzt in seinem Büro.,Gerd ist hungrig.


Round 1

Current states: Gerd verlässt sein Büro.,Gerd ist hungrig.
Current visions: Gerd ist nicht hungrig.

0.00 percent of your vision was achieved by reaching the following states:
None

Round 2

Current states: Gerd ist hungrig.,Gerd verlässt sein Büro.
Current visions: Gerd ist nicht hungrig.

0.00 percent of your vision was achieved by reaching the following states:
None
...

Man kann direkt erkennen, dass sich die Beschreibung des IST-Zustands nicht mehr verändert. Es gibt auch keinen Grund dafür, dass weitere Änderungen auftreten könnten.

Regelanwendung und Logischer Folgerungsbegriff

(Letzte Änderung: 17.Nov.2022)

Anhand des vorausgehenden einfachen Beispiels wurde konkret erklärt, was passiert, wenn man eine Regel auf eine gegebene IST-Situation anwendete. Eine Wissenschaft, die sich mit solchen Veränderungsprozessen mittels Regelanwendung(en) beschäftigt, ist die ‚Logik‘. Logiküberlegungen gibt es schon seit mehr als 2500 Jahren, in vielfältigsten Formen. Die im Rückblick bedeutendsten Logik Paradigmen sind möglicherweise die mit dem Namen Aristoteles verbundene Logik, in der logische Ausdrücke noch nicht isoliert von möglichen sprachlichen Bedeutungen betrachtet wurden, und die modernen formale Logik, in der die logischen Ausdrücke außer mit abstrakten ‚Wahrheitswerten‘ keinerlei Verbindung zu einer sprachlichen Bedeutung aufweisen. Die Geschichte der modernen formalen Logik begann im 19.Jahrhundert vor ca. 150 Jahren (Bool, de Morgan, Venn, Frege, Russell, …).

Die zentrale Idee jeder Logik ist, ein ‚Verfahren zu finden, dass es dem Anwender erlaubt, aus einer Menge von ‚als (abstrakt) wahr angenommenen‘ Aussagen nur solche Aussagen ‚ableiten‘ zu können, die auch wieder ‚(abstrakt) wahr‘ sind. Die ‚abstrakte Wahrheit‘ der modernen formalen Logik ist ein ‚Platzhalter‘ für eine alltagssprachliche Wahrheit, die sich als solche nicht innerhalb einer formalen Logik ausdrücken lässt. Die formale Logik setzt voraus, dass es ‚Akteure‘ gibt, die ‚wissen‘ was sie sagen, wenn sie von einer ‚wahren‘ Aussage sprechen. Ob die Formalisierung von ‚Wahrheitsbeziehungen‘ zwischen verschiedenen Mengen von Ausrücken im Format der modernen formalen Logik das Bedeutungswissen der Akteure ‚adäquat‘ abbilden, lässt sich daher nicht ‚innerhalb des logischen Systems‘ entscheiden, sondern nur ‚von außerhalb‘, aus der Perspektive des ‚Bedeutungswissens des handelnden Akteurs‘.

Nennt man die Ausgangsmenge von ‚als abstrakt wahr‘ angenommenen sprachlichen Ausdrücken eine IST-Beschreibung (im Stile des oksimo.R Paradigmas) und die Menge der möglichen ‚abgeleiteten als abstrakt wahr angenommenen‘ Ausdrücke die ‚gefolgerten abstrakt wahren Ausdrücke‘, dann könnte man dies im Stile der formalen Logik wie folgt formulieren:

IST-AUSSAGEN  VERÄNDERUNGS-REGELN GENERIERTE-POTENTIELLE- IST-AUSSAGEN

oder abkürzend:

X  R X‘

Das Zeichen ‚‚ repräsentiert einen Folgerungsbegriff. Dieser besteht aus einem Text, in dem beschrieben wird, wie man eine Veränderungs-Regel aus der Menge R auf eine gegebene Menge von Ausdrücken X so anwendet, dass aufgrund der Anwendung auf die gegebene Menge X eine neue Menge X‘ entsteht. Die Beschreibung des Folgerungsbegriffs muss so beschaffen sein, dass völlig eindeutig ist, ‚was zu tun ist‘.

Der Anspruch der ‚rein formalen Logik‘ der Neuzeit, dass alle Ausdrücke, die mit dem Folgerungsbegriff generiert werden, auch konform zum ‚angenommenen abstrakten Wahrheitswert‘ sind, gilt so bei dem Folgerungsbegriff der oksimo.R Theorie-Software auch. Bei dem oksimo.R Folgerungsbegriff wird garantiert, dass alle ‚generierten Ausdrücke‘ ‚wahr‘ sind im Sinne des ’sprachlich fundierten Bedeutungswissens‘ der beteiligten ‚Akteure‘! Allerdings ist sprachlich fundiertes Bedeutungswissen ‚Wissensabhängig‘ und kann daher empirische entweder ‚wahr‘ sein oder ‚falsch‘ oder ‚unbestimmt‘. Dies verweist darauf, dass generell sind die Akteure die ‚Hüter der Wahrheit‘ sind. Die Akteure formulieren die Veränderungs-Regeln R auf der Basis ihres sprachlichen Wissens. Wenn diese Veränderungs-Regeln R ‚zutreffend‘ sind, dann gilt dies auch für die mittels Folgerungsbegriff generierten sprachlichen Ausdrücke. Beinhalten die Veränderungs-Regeln R einen ‚Fehler‘, dann wird dieser zwangsläufig in der generierten Nachfolge-Situation X‘ als Beschreibungselement E enthalten sein. Dieses Ausdruckselement E als Teil der Voraussage X‘ kann sich dann im weiteren Verlauf im Vergleich mit der gemeinsam geteilten empirischen Realität entweder als ‚falsch‘ heraus stellen oder es wird auf Dauer ‚unbestimmt‘ bleiben, da es weder ‚wahr‘ wird noch direkt als ‚falsch‘ klassifiziert werden kann. Im Fall der modernen formalen Logik ist der empirische Wahrheitsstatus von gefolgerten Ausdrücken vollständig unbestimmt.

Der oksimo.R Folgerungsbegriff vereinigte die formalen Vorteile der modernen formalen Logik mit dem Bedeutungsbezug der Aristotelischen Logik und versteht sich als ’natürliches Ausdrucksmittel‘ für eine empirische Theorie mit Wahrheitsanspruch.

Fortsetzung zu Teil 2

Buchprojekt: oksimo.R – Editor und Simulator für Theorien. Ein philosophischer Essay

(Letzte Änderung: 6.November 2022 – 31.Januar 2023)

Email: gerd@oksimo.org

KONTEXT

Dieser Text ist Teil des Buchprojektes „oksimo.R – Editor und Simulator für Theorien“. Autoren sind Gerd Doeben-Henisch, unterstützt von Tobias Schmitt, und andere. Für Details siehe die jeweiligen Textabschnitte.

STRUKTUR DES BUCHES

(Letzte Änderung: 24.Januar 2023)

Während des Schreibens wird deutlich, dass es schwierig ist, den konkreten Inhalt zu Beginn des Schreibens vorweg zu nehmen! Die ‚Wissenswolke‘, aus der heraus dieses Buch geschrieben wird, ist kein statisches Objekt, sondern ein Raum von ‚flüchtigen (‚transienten‘) Ereignissen‘, die – im ersten Moment, aus der Nähe betrachtet – wie ‚feste Inhalte‘ erscheinen, aber sie sind nur momentane Gleichgewichtszustände in einem vielfältigen Netzwerk von Denkprozessen, die alle gleichzeitig, weitgehend unbewusst (so wie unser Gehirn arbeitet), ablaufen und sich ‚gegenseitig‘ beeinflussen. So kann es passieren, dass sich in einem ‚lebendigen Denken‘ diese flüchtigen Zustände immer wieder ’neu schreiben‘. Die ‚Wahrheit‘ ist dann der Gesamtprozess, der sich mit einzelnen empirischen Ereignissen ‚verbinden‘ kann. Manche mögen sich durch diesen Zustand ‚beunruhigt‘ fühlen, andere dagegen fühlen sich ‚befreit‘, weil sie zu ahnen beginnen, dass Erkennen, Verstehen, Wahrheit einer ganz anderen Dimension angehören als die scheinbar ‚klaren, abgegrenzten, festen Tatsachen‘.

An dieser Stelle könnte man versucht sein, den jahrtausendealten philosophischen Begriff ‚Geist‘ (griechisch: ‚pneuma‘, ‚πνευμα‘) zu verwenden, um dieses schwer fassbare ‚Mehr‘ an Wissen zu bezeichnen, aber das würde nicht viel helfen, den ganzen Sachverhalt vielleicht sogar verkomplizieren, da man dann mit einem ‚bekannten Wort‘ etwas in Beziehung setzt, das dem klassischen griechischen Denken, das damals den ‚Kontext seines eigenen Denkens‘ nicht kannte und nicht kennen konnte, ’nicht verständlich‘ war.

Anmerkung: Dieser ’strukturelle Mangel‘ ändert nichts an der Tatsache, dass die klassischen griechischen Autoren mit einer geistigen Brillanz glänzen, die jeden berühren kann, der versucht, selbst zu denken. Ich selbst bin unter anderem sehr beeindruckt von den Texten, die Aristoteles zugeschrieben werden. Jede Minute, die man sich in seine Texte vertiefen kann, ist ein ‚Geschenk an das Denken‘.

IDEE DES BUCHES

(Letzte Änderung: 3.Januar 2023)

ANFANGEN

(Letzte Änderung: 31.Januar 2023)

(1) Was man für ein minimales Szenario annehmen muss.

Ausgangspunkt Alltag – Damit Menschen gemeinsam beliebige Probleme beschreiben können …

(2) Die ‚Innenseite‘ der ‚Außenseite‘ – ein paar Hinweise (Letzte Änderung: 31.Januar 2023)

Hinter der Oberfläche (Außenseite) unseres Körpers befindet sich eine Galaxie von Zellen – Sie sind Zeugen einer Entwicklung von ca. 3.5 Milliarden Jahren auf dem Planet Erde – Sie sind unser Bindeglied zu allem anderen Leben auf der Erde …

(3) Die ‚Innenseite der Außenseite‘, Teil 2 – weitere Überlegungen (Letzte Änderung: 18.Januar 2023)

Die menschliche Zell-Galaxie ist nicht formlos: hinter der ‚Oberfläche‘ kann man im ‚Innern‘ zahllose Strukturen mit unterschiedlichen Funktionen erkennen – Dies alles zu beschreiben verlangt nach einer gemeinsamen Sprache, deren wahre Natur uns selbst während des Sprechens nicht wirklich ‚bewusst‘ ist …

(4) Sprache und Strukturen – Die Fiktion eines ‚Seins‘ (Letze Änderung: 31.Januar 2023)

Zentrale Rolle der Kommunikation für die Koordinierung einzelner Gehirne – eine Hauptrolle spielt die sprachliche Kommunikation – die Phänomenen unserer Sprache lassen viele Strukturen erkennen, die sich im Sprechen-Hören manifestieren: Wahrnehmungen, abstrakte Strukturen, Bedeutungsbeziehungen – Das Körperinnere als ‚Außenwelt‘ für das Gehirn – Stimmungen, Gefühle, Emotionen – Empirische und subjektive Bedeutungen – Dreidimensionaler Raum – Zeit: Vorher, Nachher, faktisch, analytisch – Veränderungsbeschreibungen – Kontext von Veränderungsbeschreibungen – Sein: real und virtuell

EINFÜHRENDE BEISPIELE mit ersten Reflexionen

ALLTAGSSZENEN

(Letzte Änderung: 5.Dezember 2022)

VERNETZTE SYSTEME

(Letzte Änderung: 15.November 2022)

  • Bevölkerung
  • Wasser
  • Vernetzung von Bevölkerung und Wasser (Welt 1)
  • Ernährung
  • Vernetzung Welt 1 mit Ernährung (Welt 2)
  • Rohstoffe
  • Vernetzung von Welt 2 mit Rohstoffe (Welt 3)
  • Energie
  • Vernetzung von Welt 3 mit Energie (Welt 4)

ERKLÄRUNGSBOXEN

(Letzte Änderung: 24.November 2022)

  • Welt, Raum, Zeit (Letzte Änderung: 24.Nov 22)
  • Zeichensysteme
  • Alltagssprache
  • Formale Sprachen
  • Akteure
  • Metasprache
  • Logik
  • Formale Theorien
  • Empirische Theorien
  • System
  • Dynamisches System
  • Vernetzte Systeme
  • Eingebettete Systeme

OKSIMO.R PHILOSOPHIE

(Letzte Änderung: 15.November 2022)

  • Reale Welt und sprachliche Beschreibung
  • Wahr, falsch, unbestimmt
  • Akteure: Menschliche und andere
  • Kommunikative Prozesse
  • Virtualisierung von Welt im Akteur
  • Wettbewerb der ‚Träume‘
  • Emotionen regieren den Verstand
  • ‚Locked In‘ – Eingeschlossen sein
  • Rettung nur durch Fehler und Katastrophen?
  • Evolution findet statt
  • Die ‚geistige Materie‘
  • Epilog
  •  

PRAXIS: oksimo.R Beispiel

(Letzte Änderung: 7.November 2022)

Beispiel: Bis 2035 sollen alle Bürger in Deutschland im Alter von 10 – 30 in der Lage sein, zusammen mit anderen (kollektiv), mit oksimo.R nachhaltige Probleme zu bearbeiten.

AUSGANGSLAGE (IST-SITUATION)

  • Es gibt kein vorhandenes Wissen von oksimo.R
  • Es gibt keine Bekanntheit von oksimo.R
  • oksimo.R ist nicht allgemein verfügbar.

    ZIELZUSTAND

    Bis 2035 sollen alle Bürger in Deutschland im Alter von 10-30 in der Lage sein, zusammen mit anderen (kollektiv), mit oksimo.R nachhaltige Probleme zu bearbeiten.

    LÖSUNGSWEG (Menge von geeigneten Maßnahmen)

    R1:

    WENN: Es gibt kein vorhandenes Wissen von oksimo.R

    DANN:

    Minus: Es gibt kein vorhandenes Wissen von oksimo.R

    Plus: Im INM Frankfurt wird eine Arbeitsgruppe für oksimo.R gegründet.

    ANWENDUNG – oksimo.R Programmierbeispiele

    (Letzte Änderung: 4.November – 7.November 2022)

    KONTEXT

    Diese oksimo.R Programmier-Anwendung ist Teil des Themas Anwendungen.

    oksimo.R Programmierbeispiele

    Nachdem in den letzten Monaten fast nur ‚Theoretisiert‘ wurde, startet eine kleine Gruppe am Montag, den 7.November 2022 im INM in Präsenz (ohne online) damit, nach und nach verschiedene oksimoR Programmierbeispiele (letztlich Theoriebeispiele!) auszuarbeiten und und zu dokumentieren. Falls jemand im weiteren Verlauf Interesse hat, sich an dieser Arbeit zu beteiligen, ist er/sie herzlich willkommen. Die Einstiegsseite zu diesen Dokumenten wird diese aktuelle Seite sein.

    1 Der Anteil der Sonnenenergie an der Energieversorgung von Frankfurt sollte im Jahr 2035 das Maximum der verfügbaren Sonnenenergie betragen.

    ….

    2 Sämtliche verfügbaren Textilien sollen bis zum Jahr 2035 vollständig Teil einer Kreislaufwirtschaft sein.

    3 Bis 2035 sollen alle Bürger in Deutschland in der Lage sein, zusammen mit anderen (kollektiv), mit oksimo.R alltägliche Probleme zu bearbeiten.

    ANWENDUNG – LEHRE

    (4.November 2022 – 2.Februar 2023)

    KONTEXT

    Diese LEHR-Anwendung ist Teil des Themas Anwendungen.

    Zum Konzept ‚Citizen Science für Nachhaltigkeit‘

    Nach 5 Semestern Vorlauf unter dem Titel ‚Kommunalplanung & Gamification. Labor für mehr Bürgerbeteiligung‘ hat das Dozenten-Team Gerd Doeben-Henisch, Hans-Jürgen Schmitz und Tobias Schmitt von der Frankfurt University of Applied Sciences (FUAS) im Wintersemester 2022/23 die Lehrveranstaltung umbenannt in ‚Citizen Science für Nachhaltige Entwicklung‘. Dies erfolgte unter dem Einfluss einer intensiven Beschäftigung mit dem Thema ‚Nachhaltigkeit‘ und dem Wechselspiel mit der gesellschaftlichen Situation unter besonderer Berücksichtigung einer zunehmenden Digitalisierung gepaart mit einem stärker werdenden Einfluß von ‚Maschineller Intelligenz‘.[0]

    Anwendungsperspektive

    (Letzte Änderung: 2.Februar 2023)

    Das Modul ‚Citizen Science für Nachhaltigkeit‘ versucht, aktuelle Strömungen der Weltgesellschaft aufzugreifen, und sie für eine Lehrveranstaltung nutzbar zu machen.

    Für eine erste Orientierung sind die folgenden Begriffe von zentraler Bedeutung: ‚Nachhaltigkeit‘, ‚Empirische Theorie‘, ‚Nachhaltige Empirische Theorie‘, ‚Spiel‘ sowie ‚Citizen Science‘ (Bürgerwissenschaft).

    Diese Themen werden in experimenteller Weise auf regionale Szenarien projiziert.

    Nachhaltigkeit

    Der Begriff der ‚Nachhaltigkeit‘ hat nicht zuletzt durch eine Serie von Konferenzen der Vereinten Nationen eine größere Bekanntheit bekommen. Am Beginn dieser Konferenzserie steht der — mittlerweile berühmte — ‚Brundtland Report‘ von 1987.[1] Im Brundtland Report hat eine internationale Kommission unter Leitung der damaligen Ministerpräsidentin Brundtland von Norwegen herausgearbeitet, unter welchen Bedingungen die Menschheit besser erkennen kann, wie eine mögliche zukünftige Welt aussehen müsste, die für alle Menschen lebenswert ist. Ein zentraler Punkt war darin, dass für die Klärung einer ‚Zukunft für alle‘ tatsächlich auch ‚alle Menschen‘ (die Bürger, Citizens) einbezogen werden müssen, da das vielfältige Wissen in der kleinen Schar der ‚institutionellen Experten‘ nicht ausreichend abgebildet wird. Hier liegt auch die Wurzel der Bedeutung des Begriffs ‚Diversity‘ (Vielfalt).[2]

    Neben der ‚Diversity‘ (Vielfalt) erfordert ein ’nachhaltiges Denken‘ aber auch die Schlüsselkompetenz, auf der Basis des aktuellen Wissens ‚Voraussagen‘ (‚Prognosen‘) generieren zu können, anhand deren die Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Stück weit in die ‚Zukunft‘ ‚voraus denken‘ können. Eine ‚mögliche Zukunft‘ existiert ja nicht als ein ‚Gegenstand‘, sondern nur in ‚unserem Denken‘ als ‚Möglichkeit‘. Denkerische Möglichkeiten sind mehr oder weniger vage, d.h. die ‚voraus gedachte Zukunft‘ muss durch den Gang der Ereignisse ‚bestätigt werden‘. ‚Vorausgesagte’/ ‚prognostizierte’/ ‚erhoffte‘ Zukunft ist daher immer mit einer gewissen ‚Unsicherheit‘ verknüpft.

    (Nachhaltige) Empirische Theorie

    Wenn man sich die Frage stellt, wie genau man sich das ‚Generieren einer Voraussage‘ vorzustellen hat, dann wird man auf das Konzept der modernen ‚Wissenschaft‘ verwiesen, das historisch in der Entwicklung der ‚empirischen Wissenschaft‘ gründet. Neben der ‚empirischen Wissenschaft‘ selbst, die in Europa grob im 16.Jahrhundert begann, gibt es auch von Anfang an eine philosophische Beschäftigung mit dem Thema, das gegen Ende des 19.Jahrhunderts, Anfang des 20.Jahrhunderts unter der Bezeichnung ‚Wissenschafts-Philosophie‘ bekannt wurde (in Deutschland auch gerne ‚Wissenschaftstheorie‘ genannt).

    Von den vielen Namen, die hier zu nennen wären, gilt Karl Popper (1902 – 1994) als einer der populärsten Vertreter, wenngleich er von dem ‚Main Stream‘ in Wissenschaftsphilosophie deutlich abweicht. Besonders interessant ist sein ‚Spätwerk‘.[3],[4]. Einige Analysen zu Popper von Gerd Doeben-Henisch und dem Konzept einer empirischen Theorie finden sich in [5a-e].

    Im Kern leistet eine empirische Theorie genau das, was man von ihr erwartet: Wenn eine Gruppe von Experten (Bürgern (Citizens)) in einem bestimmten Zeitraum in einem bestimmten Raumgebiet Beobachtungen (Messungen) vorgenommen haben, dann kann es passieren, dass sie in der Menge der Beobachtungen typische Muster (Beziehungen) identifizieren können, die sich als ‚Veränderungen‘ interpretieren lassen. Wenn solche entdeckten ‚Veränderungs-Muster‘ stabil genug sind, kann man mit diesen ‚Voraussagen’/ ‚Prognosen generieren. Diese Voraussagen müssen nach einem bestimmten transparenten Schema erfolgen. Bis zu einem gewissen Grad kann man solche Veränderungs-Muster dann auch auf die erfolgten Prognosen selbst wieder anwenden. Eine solche wiederholte Anwendung von Veränderungs-Mustern nennt man dann eine ‚Simulation.‘

    Im Kontext der Nachhaltigkeit ist solch eine empirische Theorie von unschätzbarem Wert, befähigt sie doch die Bürger, zumindest eine dunkle Ahnung von der herannahenden Zukunft zu gewinnen. Allerdings, was eine empirische Theorie nicht leisten kann: sie sagt den Bürgern nicht, welche der vielen erkennbaren Möglichkeiten nun ‚erstrebenswert‘ ist und welche nicht. An dieser Stelle sind die Bürger herausgefordert, miteinander zu klären, welche der erkennbaren prognostizierten möglichen Zukünfte für sie ‚erstrebenswert‘ sind.[6]

    Diese Kombination von ‚empirischer Theorie‘ und zusätzlicher Qualifikation von ‚erstrebenswerten Prognosen‘ soll hier ‚Nachhaltige Empirische Theorie‘ genannt werden.

    Spiel(en) als Modell einer nachhaltigen Empirischen Theorie

    Wer den Überlegungen zu ‚Nachhaltigkeit‘ und ‚Empirischer Theorie‘ soweit gefolgt ist, und wer jemals in seinem Leben ‚gespielt‘ hat, der wird sofort verstehen, dass ‚ein Spiel spielen‘ nichts anderes ist, als eine ’nachhaltige empirische Theorie‘ beispielhaft zu praktizieren. Dies sei hier kurz verdeutlicht. (Siehe auch: [11])

    1. Als Ausgangslage (IST-Situation) dienen einer empirischen Theorie empirische Daten aus einem empirischen Szenario. Im Fall eines Spiels kann dies auch ein reales Szenario sein (Übungsplatz, Fußballplatz,…), es kann aber auch ein ‚Spielbrett‘ mit ‚Spielmaterial‘ sein, oder eine Menge von Karten, oder …
    2. Als Veränderungsregel dienen in einer empirischen Theorie ‚Gesetze‚, die sprachliche Beschreibungen von Formen von Veränderungen darstellen, die bei der Erforschung von realen Szenarien gefunden wurden. Im Spiel sind dies die Spielregeln, die festlegen, wie man eine vorgegebene Spielsituation verändern darf.
    3. Die ‚Anwendung von Gesetzen‘ im Rahmen einer empirischen Theorie wird durch spezielle ‚Anwendungsvorschriften geregelt, zu der auch ein ‚logisches Folgerungsverfahren‚ gehört. Im Rahmen eines Spiels wird die Anwendung der Spielregeln im Spiel in einer Spielanleitung geregelt. Diese legt fest, wann man welche Regel wie anwenden darf, um eine aktuelle Spielsituation verändern zu dürfen.
    4. Während im Fall einer empirischen Theorie der ‚zeitliche Ablauf‘ durch die ‚empirische Realität‘ selbst geregelt ist (die empirische Welt verändert sich unabhängig von der Theorie von alleine), muss im Fall eines Spiels ein zeitlicher Ablauf künstlich hergestellt werden. Normalerweise geschieht dies durch Spielrunden, in denen alle beteiligten Akteure (die Spieler) durch Befolgung der Spielregeln im Sinne der Spielanleitung geordnet handeln. Aufgrund der Anwendung der Spielregeln wird eine neue Anordnung von Spielmaterial auf dem Spielbrett erzeugt. Dadurch entsteht eine ‚Folge von aufeinander folgenden Spielsituationen, die den Spielverlauf verkörpern. Ein Spielverlauf entspricht im Kontext einer Theorie einer Simulation (= eine wiederholte Anwendung der Gesetze).
    5. Während in einer normalen empirischen Theorie nur ‚mögliche Prognosen‘ generiert werden können ohne ‚Bewertungen‘, können Bürger mit Hilfe von möglichen Prognosen versuchen, diese zu bewerten im Sinne von ‚eher vermeiden‘ oder ‚eher anstreben‘. In dem Moment, wo Bürger eine solche ‚Klassifikation‘ von ‚möglichen prognostizierten Zukünften‘ vornehmen, versuchen sie, sich für ein nachhaltiges Verhalten zu entscheiden. In einem ‚Spiel‘ liegt genau das vor: Neben Startsituation, Spielregeln und Spielanleitung sind bestimmte ‚mögliche Zukünfte‘ als ‚Gewinnsituation‘ ausgezeichnet. Insofern eignet sich das Spielformat hervorragend zur Simulation von Nachhaltigkeitskonzepten.

    Citizen Science (Bürgerwissenschaft)

    Bleibt noch kurz zu erläutern, warum der Begriff ‚Citizen Science (Bürgerwissenschaft)‘ in diesem Kontext benutzt wird. Wie schon die Erläuterungen zum Begriff ‚Nachhaltigkeit‘ anklingen lassen, ist Nachhaltigkeit nur einlösbar, wenn ‚alle‘ Bürger mit ihren Erfahrungen und Wünschen beteiligt werden. Diese Beteiligung muss zusätzlich verknüpft sein mit der Anforderung, aus dem Wissen der Gegenwart ‚begründete Prognosen‘ ‚generieren zu können‘. Dies führt zum Konzept der empirischen Wissenschaft, das um die Dimension ‚Bewertung‘ ergänzt wird. Diese Kombination legt nahe, den Begriff der ‚Bürgerwissenschaft (Citizen Science)‘ neu zu prägen.

    Von diesem umfassenden Konzept einer modernen Bürgerwissenschaft muss man jenes Konzept von Citizen Science abgrenzen, in dem die etablierten wissenschaftlichen Disziplinen sich der ‚Bürger‘ bedienen, um ihre Daten besser sammeln zu können.[7],[8]

    Anwendung in einem Semesterkonzept

    Es fragt sich, wie sich die zuvor eingeführten Konzepte ‚Nachhaltigkeit‘, ‚Empirische Theorie‘, ‚Nachhaltige Empirische Theorie‘, ‚Spiel‘ sowie ‚Citizen Science‘ (Bürgerwissenschaft) im Rahmen eines interdisziplinären Semesterprojekts praktisch nutzen lassen.[10]

    Möglicher Semesteraufbau

    Ein Semesteraufbau kann etwa wie folgt aussehen (Angenommen werden 8 Sitzungen mit jeweils zwei Doppelstunden):

    1. Bekanntwerden mit einem Thema (Sitzung 1)
    2. Vertraut werden mit dem Konzept ‚Theorie im Spielformat(Sitzung 2-3)
    3. Anwendung des Konzepts Spiel auf das eigene Thema (Sitzung 4-6)
    4. Testen des eigenen Spielentwurfs mit Hilfe anderer Teams (Sitzung 7)
    5. Bericht von den Ergebnissen mit Dokumentation des Spiels (Sitzung 8)

    Überlegungen für eine mögliche Ausführung

    In einem Kurs zur Nachhaltigkeit, in dem Teams lernen sollen, wie sie gemeinsam ein Thema nachhaltig angehen können, kommt es nicht darauf an, einen umfassenden Wissensstand zu entwickeln — was aufgrund der begrenzten Ressource Zeit praktisch nicht möglich ist — , sondern zu üben, wie ein Thema im Sinne der Nachhaltigkeit für einen nachhaltigen Handlungsprozess ‚aufgearbeitet‘ werden kann.

    Dazu muss man sich klar machen, dass für ein nachhaltiges Verhalten folgende Schlüsselaufgaben gelöst werden müssen:

    1. Das Team muss sich einigen, in welchem räumlichen Bereich (Global, Kontinental, …) und für welchen Zeitraum es das vorgegebene Thema bearbeiten möchte.
    2. Das Team muss sich einigen, welche Ausgangslage (Startsituation) es für seine Analyse annehmen will.
    3. Das Team, muss sich einigen, welche Zielsituation es am Ende der gesetzten Zeitspanne ansetzen möchte.
    4. Das Team muss sich einigen, welche Art von Veränderungen es für seine Analyse akzeptiert.
    5. Das Team muss plausibel machen können, wie die angenommenen Veränderungen die Ausgangslage schrittweise in die Zielsituation überführt/ transformieren.

    …. und Umsetzung in ein Spiel

    Für die Umsetzung von aktuellem Wissen in ein Spiel empfiehlt sich dann ein inkrementelles Ausarbeiten. Man beginnt mit einem möglichst einfachen Szenario, das alle Elemente enthält: Ausgangslage, Spielregeln, Spielanleitung und ‚Gewinnkriterien‘ (= Ziel). Dann probiert man aus, wie diese Version Nr.0 funktioniert. Wenn man dann noch Zeit ‚übrig‘ hat und über weitere Informationen zum Thema verfügt, kann man diese erste Version Nr.0 erweitern zu Version 1. Und dies immer weiter, bis die verfügbare Zeit aufgebraucht ist.

    Für potentielle ‚Spieler‘ des Spiels spielt es natürlich auch eine Rolle, ob das Spiel irgendwie ‚Spaß‘ macht, über ein Minimum an ‚Spannung‘ verfügt, und — natürlich — auch die Besonderheit des Themas erkenne lässt; letzteres verkörpert den Aspekt des Lernens.

    und Testen

    Für ein entwickelndes Team ist es wichtig, ein Feedback von ‚Anwendern‘ (Bürgern) zu bekommen. Im Idealfall schafft ein Team bis zur Sitzung 7 die Erstellung eines ersten spielbaren Prototyps ihres Spiels. Dann kann das Entwicklerteam sein Spiel von den anderen Teams testen lassen. Reicht die Zeit nicht aus, dann sollte mindestens ein ausgearbeitetes Konzept vorliegen, anhand dessen man abschätzen kann, wie das Spiel funktionieren würde. Dann würden die anderen Teams dieses Konzept bewerten. Mit solch einer qualifizierten Rückmeldung von ‚Anwendern‘ kann das Entwicklerteam sein Konzept/ sein Spiele-Prototyp weiter verbessern.

    … Form einer Prüfung

    In der Prüfung stellt das Team sein Spielkonzept vor und berichtet von seinem Lernprozess. Dazu gehört wesentlich ein Aufweis, wie die vorgegebene Problemsituation mit dem Spielkonzept und dem realisierten Spiel zusammen hängt.

    Kommentare

    [0] Siehe den Konferenzbericht von Gerd Doeben-Henisch (2023), REVIEW KONFERENZ: Partizipation und Nachhaltigkeit in der Digitalität, Zevedi-Konferenz des Projekts ‚Nachhaltige Intelligenz – Intelligenten Nachhaltigkeit‘, 7.-8.Dezember 2022, Fulda. URL: https://www.oksimo.org/2022/12/09/review-konferenz-partizipation-und-nachhaltigkeit-in-der-digitalitaet-7-8-dezember-2022/.

    [1] UN. Secretary-General;World Commission on Environment and Development, 1987, Report of the World Commission on Environment and Development : note / by the Secretary-General., https://digitallibrary.un.org/record/139811 (accessed: July 20, 2022) (In einem besser lesbaren Format:  https://sustainabledevelopment.un.org/content/documents/5987our-common-future.pdf) Anmerkung: Gro Harlem Brundtland (ehemalige Ministerpräsidentin von Norwegen) war die Koordinatorin von diesem Report.(Dieser Text enthält die grundlegenden Ideen für alle weiteren UN-Texte)

    [2] Der Aspekt ‚Diversity‘ spiel außerdem seit ca. 3.5 Milliarden Jahre eine fundamentaler Rolle bei der Entwicklung des Lebens auf dem Planet Erde.

    [3] Karl Popper, „A World of Propensities“,(1988) sowie „Towards an Evolutionary Theory of Knowledge“, (1989) in: Karl Popper, „A World of Propensities“, Thoemmes Press, Bristol, (1990, repr. 1995)

    [4] Karl Popper, „All Life is Problem Solving“, Artikel, ursprünglich ein Vortrag 1991 auf Deutsch, erstmalig publiziert in dem Buch (auf Deutsch) „Alles Leben ist Problemlösen“ (1994), dann in dem Buch (auf Englisch) „All Life is Problem Solving“, 1999, Routledge, Taylor & Francis Group, London – New York

    [5a] Gerd Doeben-Henisch, „WISSENSCHAFT IM ALLTAG. Popper 1988/1990“, Journal: Philosophie Jetzt – Menschenbild, ISSN 2365-5062, 21.Februar 2022, URL: https://www.cognitiveagent.org/2022/02/16/wissenschaft-im-alltag-popper-1988-1990/

    [5b] Gerd Doeben-Henisch, „WISSENSCHAFT IM ALLTAG. Popper 1989/1990“, Journal: Philosophie Jetzt – Menschenbild, ISSN 2365-5062, 21.Februar 2022, URL: https://www.cognitiveagent.org/2022/02/19/wissenschaft-im-alltag-popper-1989-1990/

    [5c] Gerd Doeben-Henisch, „WISSENSCHAFT IM ALLTAG. Popper 1991/1994 (1999)“, Journal: Philosophie Jetzt – Menschenbild, ISSN 2365-5062, 21.Februar 2022, URL: https://www.cognitiveagent.org/2022/02/21/wissenschaft-im-alltag-popper-1991-1994-1999/

    [5d] Gerd Doeben-Henisch, „POPPER – Objective Knowledge (1971). Summary, Comments, how to develope further“, eJournal: uffmm.org, ISSN 2567-6458, 07.March 22 – 12.March 2022, https://www.uffmm.org/2022/03/09/popper-objective-knowledge-1971-summary-comments-how-to-develope-further/

    [5e] Gerd Doeben-Henisch, „POPPER and EMPIRICAL THEORY. A conceptual Experiment“, URL: eJournal: uffmm.org, ISSN 2567-6458, 12.March 22 – 16.March 2022, URL: https://www.uffmm.org/2022/03/12/popper-and-empirical-theory-a-conceptual-experiment/

    [6] Im Jahr 2022 gilt es z.B. als erstrebenswert, die allgemeine Erhöhung der Erderwärmung unter 1.5 oC zu halten, oder die Biodiversität zu schützen, oder …

    [7] Aya H.Kimura and Abby Kinchy (2016), Citizen Science: Probing the Virtues and Contexts of Participatory Research. In: Engaging Science, Technology, and Society 2 (2016), 331-361, DOI:10.17351/ests2016.099 (Den Hinweis auf diesen Artikel bekam ich von Athene Sorokowski)

    [8] Warren Weaver, Science and the Citizens, Bulletin of the Atomic Scientists, 1957, Vol 13, pp.361-365. (Den Hinweis auf diesen Artikel bekam ich von Philipp Westermeier) Warren Weaver — einer der führenden Wissenschaftspromotoren in den USA der 50iger Jahre — hat darauf aufmerksam gemacht, dass die Ursprünge der modernen Wissenschaft in einer quasi ‚Bürgerbewegung‘ im England des 16.Jahrhunderts zu finden sind. Die Aktivitäten dieser Bürgerbewegung führte dann zur späteren ‚Royal Society‘, gegründet 1660 in London; mittlerweile ist diese die älteste wissenschaftliche Gesellschaft der Welt. Weaver macht weiterhin darauf aufmerksam, dass wir in der Gegenwart eine ‚Entfremdung‘ zwischen den sich immer mehr vereinzelnden wissenschaftlichen Disziplinen (man spricht sogar schon von ‚Wissenschafts-Silos‘) und den Bürgern einer Gesellschaft feststellen kann. Eine lebendige Demokratie braucht aber eine lebendige interaktive Beziehung zwischen den Bürgern und der Wissenschaft. Dies erfordert neue Kommunikations- und Wissensformen.

    [9] Gerd Doeben-Henisch, (2023), REVIEW KONFERENZ: PARTIZIPATION UND NACHHALTIGKEIT IN DER DIGITALITÄT, 7.-8.DEZEMBER 2022, URL: https://www.oksimo.org/2022/12/09/review-konferenz-partizipation-und-nachhaltigkeit-in-der-digitalitaet-7-8-dezember-2022/

    [10] Neuauflage des Moduls ‚Citizen Science für Nachhaltige Entwicklung‘ im SS2023 an der Frankfurt University of Applied Sciences.

    [11] Hinweis auf eine Strukturelle Äquivalenz zwischen den Konzepten ‚Nachhaltige Empirische Theorie‘, ‚Spiel‘, und ‚Theaterstück‘ von Gerd Doeben-Henisch, 2023, NACHHALTIGE EMPIRISCHE THEORIE – VERSCHIEDENE FORMATE: THEORIE – SPIEL – THEATERSTÜCK, URL: https://www.oksimo.org/2022/12/14/nachhaltige-empirische-theorie-verschiedene-formate/ .

    WASSERPROJEKT – TAGEBUCH: KONFERENZ 19.SEPT 2022

    (Letzte Änderung: 20.September 2022)

    Kontext

    Dieser Bericht ist Teil des Tagebuchs vom Wasser-Projekt.

    Aufgabenstellung

    Im Bericht von der Sitzung vom 5.September 2022 hatte es folgende Ergebnisfeststellung gegeben:

    1. Die Idee von Hugo mit dem Berliner Projekt ‘Gieß den Kiez’ [1] sollte in das Format unseres konkreten Vorgehensmodells eingepasst und dabei schrittweise in der Gemeinde Schöneck umgesetzt werden.
    2. Parallel soll ein übergreifendes Modell    am Beispiel der Wasserversorgung von Rhein-Hessen (80% Rheinwasser), von Frankfurt (ebenfalls x% Rheinwasser und y% Vogelsberg, z% ‘selbst’), und eben auch von Schöneck (Teil des Main-Kinzig Kreises) abbilden. Auch diese Modelle sind beliebig übertragbar.
    3. Wir gingen davon aus, dass wir bis zum Treffen am 3.Oktober (trotz Feiertag) erste Ergebnisse haben können.

    Ergebnisse bis zum Treffen am 19.9.22

    Dass Hugo an der Sitzung am 19.September nicht teilnehmen kann, erwies sich glücklicherweise als Fehlmeldung, er war da.

    Die Aufgabe Nr.2 erwies sich überraschenderweise als schwer und nicht auf die Schnelle lösbar. Wie kann dies sein?

    Bei dem Versuch, die Quelle // Julian Peters, “Wasserversorgung trotz Trockenheit: Wie geht das?“, “Rheinhessen geht das Trinkwasser nicht aus. Doch die Herausforderungen durch den Klimawandel sind immens, sagt Ronald Roepke, Chef der Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz.” , Allgemeine Zeitung, 22.8.2022// ernst zu nehmen und zu analysieren, zeigte sich nach und nach, dass die im Artikel aufgeführten ‚Fakten‘ für die Erstellung einer Ausgangslage nicht ausreichen. Für die weiterführende Frage, welche ‚Veränderungen‘ sich identifizieren lassen, anhand deren man ‚Voraussagen/ Prognosen‘ als Arbeitshypothesen erstellen könnte, habe es keinerlei verwertbare Ansatzpunkte. Dies führt zu folgender grundsätzlichen Fragestellung:

    Verlust an Wirklichkeit – Was tun?

    Die Nicht-Verfügbarkeit von Daten (so die ersten Analysen) vor dem Hintergrund des schon zuvor festgestellten ‚Überfluss an inkompatiblen Daten‘ wirft die grundsätzliche Frage auf, ob die Idee des Wasserprojektes sich dann noch aufrecht erhalten lässt. Unsere übergreifende Aufgabenstellung lautet ja: am Beispiel der Frage nach dem Wasser wollen wir den modernen Begriff einer nachhaltigen empirischen Theorie im Kontext eines Konzeptes von Bürgerwissenchaft 2.0 illustrieren und dadurch seine Machbarkeit zeigen.

    Die Vorteile einer voll funktionstüchtigen nachhaltigen empirischen Theorie sind vielfältig, setzen aber voraus, dass es (i) überhaupt Daten gibt, die Minimalanforderungen erfüllen, und dass es (ii) minimale Veränderungsfeststellungen gibt, anhand deren man Prognosen konstruieren kann. Falls Prognosen unmöglich sind, ist selbst eine minimale Skizzierung einer möglichen Zukunft unmöglich. Daten ohne minimale mögliche Zukunftshypothesen besitzen keine ‚Bedeutung‘; sie sind beliebig. Jeder kann sich denken, was er will, und keine Deutung ist falsch.

    In die bisherige Liste von projektspezifischen Links haben wir schon einige Dokumente aus allen Organisationsebenen (Kommune bis Bund) aufnehmen können, auch viele Medienberichte; natürlich konnten wir noch nicht alle eingehend analysieren. Die bisherigen Eindrücke deuten aber darauf hin, dass keines dieser Dokumente (auch nicht jenes vom Bundesumweltamt) die Anforderung (ii) nach Veränderungsfeststellungen erfüllt, nicht einmal die Forderung (i) nach Fakten für die aktuelle Zustandsbeschreibung. Sollte sich dieser erste Eindruck weiter erhärten, dann müssten wir konstatieren, dass wir zwar immer mehr Dokumente haben (das ist die ’symbolische Wirklichkeit‘), dass wir aber in Verbindung mit den Dokumenten kaum eine Verankerung in der ‚empirischen Realität‘ so besitzen, dass diese Verankerung uns Zukunftsprognosen erlauben. Ein solcher Befund würde bedeuten, wir leben in einem gesellschaftlichen Zustand, den man als VERLUST AN WIRKLICHKEIT umschreiben müsste. Kein sehr beruhigender Gedanke.

    Thema am Abend des 19.9.2022

    Wir werden nicht umhin kommen, am Abend zu klären, was wir in dieser Situation tun können: Müssen wir schlicht ‚die Segel streichen‘, weil wir mit unseren geringen Ressourcen in absehbarer Zeit diesen Wirklichkeitsverlust nicht ausgleichen können, oder ergibt sich aus diesem Befund eine veränderte Aufgabenstellung, die Sinn macht, und die irgendwie leistbar ist. Möglicherweise müssten wir dann den ‚Zeithorizont‘ des Projektes deutlich erweitern.

    Ergebnis der Sitzung am Abend des 19.September 2022

    (Die gesamte Sitzung (wie auch alle vorausgehenden Sitzungen) wurde als Videomitschnitt aufgezeichnet. Auf eine Veröffentlichung dieser Videomitschnitte haben wir seit der Sitzung 5.9.22 wegen dem hohen Datenaufkommen aber verzichtet. Für Forschungszwecke stehen diese Aufnahmen aber zur Verfügung).

    Die Sitzung (Hugo, Sven (in Präsenz im INM), Gerd (in Präsenz im INM)) verlief sehr konstruktiv. Hier zusammengefasst die Ergebnisse (in der Sicht von Gerd; Korrekturen möglich).

    1. Das Fehlen an geeigneten Daten für Bürger im öffentlichen Raum erscheint als gravierend.
    2. Wir deuten dies als ein tiefer liegendes kulturelles Problem, dass wir in unserer Deutschen Gesellschaft nicht gewohnt sind, weder ‚prognosefähig‘ zu denken noch in ‚Vernetzung von Faktoren‘.
    3. Wir sind uns aber einig, dass wir anhand konkreter Fragestellungen Problembeschreibungen des Alltags erstellen möchten, die dies können.
    4. Daraus haben wir folgende Anforderungen abgeleitet:
      1. Jeder Bürger soll Beschreibungen von Situationen verstehen können und sollte in der Lage sein, selber solche Beschreibungen entweder selbst zu erstellen oder in bestehende Beschreibungen seine Erfahrungen und sein Wissen mit einzubringen.
      2. Diese Beschreibungen sollen (i) für eine bestimmte Situation in einem bestimmten Zeitraum als ‚zutreffend‘ entscheidbar sein und (ii) diese Beschreibung sollte so beschaffen sein, dass man dazu auf verständliche Weise ‚Prognosen‘ für einen möglichen — oder mehrere mögliche — zukünftigen Zustand erstellen kann.
      3. Aus Sicht der Wissenschaftsphilosophie sollen diese Beschreibungen die Anforderungen einer überprüfbaren nachhaltigen empirischen Theorie erfüllen.
      4. Aus Sicht des Alltagsverstehens sollen diese Beschreibungen wie ‚Spiele‘ genutzt werden können: (i) Man hat eine Ausgangslage, (ii) man hat Spielregeln, (iii) man hat Erfolgskriterien (Gewinn/ Verlust), und (iv) man hat eine Spielanleitung, wie man das Spiel spielt. (v) Spiele kann man beliebig oft wiederholen. (vi) Durch Spielen kann man individuell und als Gruppe lernen.
    5. Wir haben uns entschieden, am Beispiel der ‚Gieß den Kiez‘-Projektidee von Hugo für die Gemeinde von Schöneck (übertragbar auf andere Gemeinden, auch im Verbund mit Berlin und Frankfurt) dieses Problem konkret weiter zu bearbeiten und dabei die Forderung der Wissenschaftsphilosophie und die Idee mit dem Spielcharakter (wird heute oft ‚Gamification‘ genannt‘) so umzusetzen, dass jeder Bürger sie verstehen und sich praktisch beteiligen kann, wenn er will.
    6. Wir sehen darüber hinaus in dem Gamification-Ansatz die Möglichkeit, über das ‚Spielen‘ eine anspruchsvollere Weise des Umgangs mit Wirklichkeit einzuüben, als unsere Kultur es bislang gewohnt ist.

    Aufgrund konkreter Umstände werden im Oktober keine öffentlichen Projektsitzungen stattfinden. Die nächste öffentliche Sitzung ist am 1.Montag im November 2022 , also am 7.November 2022, 19:00 – 22:00h

    Anwendung – Weltmodell: Weltmodell Idee

    (Letzte Änderung: 6.Okt 2022)

    KONTEXT

    Diese Weltmodell-Anwendung mit Schwerpunkt ‚Weltmodell Idee‘ ist Teil des Themas Weltmodell-Anwendungen.

    Weltmodell

    Was ist ein Weltmodell?

    In diesem Text wird unter einem Weltmodell eine sprachliche Beschreibung unserer Welt verstanden, in der alle die Faktoren vorkommen, von denen die Beteiligten glauben, dass sie ‚wichtig‘ sind. Dazu gehört, dass auch die wechselseitigen Beeinflussungen benannt werden und dass es einen Weg gibt, die zeitliche Entwicklung aller Faktoren sichtbar zu machen. Idealerweise sind die wichtigen Faktoren quantifiziert. Es muss ferner klar sein, unter welchen transparenten Bedingungen ein Modell überprüfbar getestet werden kann.

    Welches Modell wird genommen?

    Die Menge möglicher Modelle ist je nach Betrachtungsposition nahezu beliebig groß. In diesem Text soll versucht werden, einerseits Anregungen aus dem Modell des Club of Rome von 1972 [2],[4] (was von Forrester ursprünglich entwickelt worden ist, 1971, [1]) zu nehmen, andererseits sollen die Erkenntnisse aus der neueren Evolutionsforschung aufgegriffen werden, die in vielem über die ursprünglichen Club-of-Rome Modelle hinausgehen.[8],[8.1]

    Zusätzlich sollen Erkenntnisse der neueren Wissenschaftsphilosophie dahingehend aufgegriffen werden, dass dem ‚Rahmen‘ der Modellerzeugung und Modellanwendung Beachtung geschenkt wird. Dieser erweiterte Anwendungsrahmen hat hier den Namen Bürgerwissenschaft 2.0 und umschließt das explizite Konzept einer ’nachhaltigen empirischen Theorie‘ mit angemessener ‚Computerunterstützung‘.[10],[11],[12]

    Mit Blick auf den Bereich Bildung (Schulen, Universitäten, Weiterbildung …) sollte auch dem Aspekt ‚spielerisch lernen‘ (gamification) Beachtung geschenkt werden. Komplexe Sachverhalte benötigen ‚Einführungen‘, und die Form des ‚Spiels‘ ist die älteste und intensivste Form des Lernens von komplexen dynamischen Zusammenhängen.[13]

    Wie gehen wir vor?

    Einerseits wird es eine Gruppe geben, die diese Ideen im INM vorantreibt und entwickelt. Andererseits wird es parallel interdisziplinäre Studierendenteams an der FUAS geben, die von Oktober 2022 bis Februar 2023 mit diesen Ideen experimentieren werden. Die Arbeit der im INM lokalisierten Gruppe wird öffentlich stattfinden und hier auf oksimo.org dokumentiert werden.

    Welchen Nutzen kann diese Arbeit haben?

    Sofern dieser Prozess kontinuierlich und öffentlich gelebt werden kann, können sich folgende Effekte einstellen:

    1. An Beispielen (von ganz einfach bis beliebig komplex) kann jeder sehen, was ein empirisches Modell ist, das zugleich eine Theorie ist, und wie man damit unser Bild von der Welt verbessern und auch überprüfen kann. Zugleich kann man sehen, wie solche Prozesse bewertet werden können.
    2. Insofern man Beispiele von Modellen hat, kann man diese auch auf konkrete Sachverhalte anwenden. Dabei entdeckt man sehr schnell, dass man bislang eigentlich viel zu wenig brauchbare Daten hat. Die Wasser-Anwendung in diesem Blog zeigt z.B., dass wir in Deutschland bislang ein echtes Probleme mit Daten haben; direkt gesagt: wir haben nicht wirklich brauchbare Daten!
    3. Anhand von Modellen und deren empirische Überprüfung kann man in direkten Kontakt mit anderen Bürgern kommen.

    KOMMENTARE

    (Die folgende Liste ist ‚dynamisch‘; sie wächst mit dem Fortgang des Projektes. Von vielen hunderten Quellen werden exemplarisch einige ausgewählt, um den Denkprozess anzustoßen)

    [1] Jay W. Forrester (1971, 3.ed 1973), World Dynamics, Wright-Allen Press, Inc., 238 Main Street, Cambridge (MA)

    [2] Donella H.Meadows, Dennis L.Meadows, Jørgen Randers, William W.Behrens III (1972), the limits to growth. A Report for THE CLUB OF ROME’S Project on the Predicament of Mankind, Universe Books, New York (NY)

    [3] William L.Oltmans (1974), „Die Grenzen des Wachstums“. PRO UND CONTRA, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg

    [4] Dennis L.Meadows, William W.Behrens III, Donella H.Meadows, Roger F.Nail, Jørgen Randers, Erich K.O.Zahn, (1974), Dynamics of Growth in a finite World, Wright-Allen Press, Inc., 238 Main Street, Cambridge (MA)

    [4.1] Cesare Marchetti (vom IIASA, International Institute for Applied Systems Analysis, Laxenburg (bei Wien)) (1984) im Interview mit der UMSCHAU Redaktion, Heft 4, SS.149-150 „Grenzen des Wachstums – noch weit entfernt“

    [4.2] Dennis Meadows (1984) im Interview mit der UMSCHAU Redaktion, Heft 4, SS.111-114, „Die Grenzen des Wachstums – 12 Jahre danach“

    [5] Donella H.Meadows, Dennis L.Meadows, Jørgen Randers (5.Aufl.1992), Die neuen Grenzen des Wachstums, Deutsche Verlags-Anstalt GmbH, Stuttgart (Original 1992: „Beyond the Limits“)

    [6] Gerald O.Barney (from the Council on Environmental Quality and the Department of State) (1981, The Global 2000 Report to the President. Entering the Twenty-First century, Vol1+2, Blue Angel, Inc., Charlottesville (VA)

    [7] Donella H.Meadows, Jørgen Randers, Dennis L.Meadows (2004), Limits to Growth. The 30-Year Update, Chelsea Green Pub lishing Company, White River Junction, Vermont

    [7.1] Dennis Meadows im Interview mit Markus Becker von der Spiegel-Redaktion (2012), „Für eine globale Mobilmachung ist es zu spät. Das Buch „Die Grenzen des Wachstums“ ist die Bibel der Umweltbewegung: In der Studie warnte Dennis Meadows vor 40 Jahren vor der Ausbeutung der Erde und dem Kollaps der Weltwirtschaft. Im Interview erklärt er, warum er mit seinen düsteren Vorhersagen recht behalten wird.

    [8] Matthias Glaubrecht (2019, 2021), Das Ende der Evolution. Der Mensch und die Vernichtung der Arten., Penguin Random House Verlagsgruppe FSC N001967

    [8.1] IPBES (2019): Global assessment report on biodiversity and ecosystem services of the Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services. E. S. Brondizio, J. Settele, S. Díaz, and H. T. Ngo (editors). IPBES secretariat, Bonn, Germany. 1148 pages. https://doi.org/10.5281/zenodo.3831673

    [9] Thomas Schmoll (6.9.2022), Ein Felsblock zur Rettung der Welt, ntv, https://www.n-tv.de/politik/Globale-Strategien-zur-Rettung-der-Welt-Club-of-Rome-legt-neuen-Bericht-vor-article23561941.html /* Vor 50 Jahren legte der Club of Rome seine epochale Studie über „Die Grenzen des Wachstums“ vor. Sie bildete den Beginn ökologischen Denkens in globalen Zusammenhängen und weit in die Zukunft hinein. Ihr Nachfolger setzt auf Forderungen, die als Utopien erscheinen. */

    [10] UN. Secretary-GeneralWorld Commission on Environment and Development, 1987, Report of the World Commission on Environment and Development : note / by the Secretary-General., https://digitallibrary.un.org/record/139811 (accessed: July 20, 2022) (In einem besser lesbaren Format: https://sustainabledevelopment.un.org/content/documents/5987our-common-future.pdf ) Anmerkung: Gro Harlem Brundtland (ehemalige Ministerpräsidentin von Norwegen) war die Koordinatorin von diesem Report.

    [11] Aya H.Kimura and Abby Kinchy (2016), Citizen Science: Probing the Virtues and Contexts of Participatory Research, Engaging Science, Technology, and Society 2 (2016), 331-361, DOI:10.17351/ests2016.099

    [12] Weitere Informationen zum Konzept einer ’nachhaltigen empirischen Theorie‘ mit angemessener Computerunterstützung (und im Kontext einer Bürgerwissenchaft 2.0) findet sich in der Rubrik ‚oksimo-R Theorie‘

    [13] Arabella Wintermayr, 2.Okt. 2022, „Von interaktiven Filmen und narrativen Spielen – Der Kolumne Erster Teil. Film ab.“ Blog „wasted“, Wasted Media GmbH. URL: https://wasted.de/2022/10/spielfilm-die-story-ist-die-seele-eines-videospiels/?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE (Zuletzt: 6.Okt 2022)

    ERNÄHRUNG

    [1] FOOD and AGRICULTURE ORGANIZATION der Vereinten Nationen, URL: https://www.fao.org/home/en/ , DATEN URL: https://www.fao.org/faostat/en/#data (Zuletzt: 6.Okt 2022);

    [2] TAGESSPIEGEL, 5.Sept.2022, Von diesen Ländern hängt die deutsche Lebensmittelversorgung ab Die Invasion der Ukraine hat gezeigt, wie verflochten die globale Versorgungskette ist. Wegen fehlendem Weizen hungern ganze Landstriche. Wo kommt Deutschlands Essen her? Team: Vihang Jumle (Text und Recherche), Tanja Kunesch (Grafiken und Übersetzung), Lennart Tröbs(Design und Grafiken) URL: https://interaktiv.tagesspiegel.de/lab/von-reis-bis-schokolade-von-diesen-laendern-haengt-die-deutsche-lebensmittelversorgung-ab/ (Zuletzt: 6.Okt 2022);

    ANWENDUNG – WASSER

    (Letzter Eintrag: 8.April 2023)

    KONTEXT

    Diese Wasser-Anwendung ist Teil des Themas Anwendungen.

    Dies ist das Start-Logo des Wasserprojekts vom 18.Juli 2022. Hinweis: Das bisherige Wasserprojekt wurde im September 2022 ‚unterbrochen‘; eine kleine Gruppe arbeitet an der Idee, die Anwendung ‚Gieß den Kiez‘ aus Berlin auf eine konkrete Gemeinde zu übertragen. Zur Zeit laufen viele Gespräche mit diversen Ämtern‘ und der Abteilung Geoinformatik der Frankfurt University of Applied Sciences. Parallel startet am 5.Februar 2023 eine öffentliche Diskussionsreihe in der Gemeinde Schöneck, innerhalb deren u.a. auch das Thema Wasser wieder aufgegriffen werden wird. Die Idee ist Bürgergespräche in enger Verbindung mit der Gemeindeverwaltung zu etablieren, die nach und nach Aspekte der Gemeinde in Simulationsmodellen hinterlegen, um damit die komplexen Themen sichtbarer und damit handlungsfähiger zu machen.

    Video-Konferenz

    Die Videokonferenzen finden bis auf Weiteres nicht mehr statt. Weitere Details siehe HIER.

    Alle Unterlagen

    (Letzte Änderung: 8.Dezember 2022)