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DAS GROSSE WALDPROJEKT 2024 – 2026 (GWP 24-26)

Letzte Änderung: 27.Jan 2025

Kontakt: big-wald@oksimo.org

KONTEXT

Dieser Text ist Teil der Themenseite vom BiG-Team WALD.

DAS GROSSE WALDPROJEKT 2024 – 2026 (GWP 24-26)

(Die chronologisch neuesten Einträge sind unten!)

Nach dem spannenden Start des Teams Wald im März 2023 gefolgt von vielen Vorträgen und Waldexkursionen formten sich ab November 2023 die ersten Umrisse zu einem möglichen ‚Programm‘ für die kommende Zeit. Wir nannten es das ‚Große Waldprojekt 2024 – 2026‘ (siehe Schaubild)

SCHAUBILD: Das große Waldprojekt 2024 – 2026

Die Grundidee besteht darin, dass das BiG-Team WALD bis zur nächsten Forsteinrichtung in 2026 durch verschiedene Veranstaltungen dazu beiträgt, dass die Bürger und die gewählten Vertreter der Bürger in einen möglichst umfassenden Austausch eintreten, was denn für die kommenden 10 Jahre nach 2026 für den Wald zwischen Kilianstädten und Büdesheim gute Maßnahmen wären, um den vielfältigen Anforderungen an den Wald Genüge zu tun.

Erste Konkretisierungen Juli 2024

(Letzte Änderung: 31.Juli 2024)

In der Arbeitssitzung am 17.Juli 24 hat die BiG-Themengruppe WALD eine erste Konkretisierung des Großen Waldprojekts 24-26 (GWP24-26) vorgenommen.

FORSTEINRICHTUNG (Forstbetriebsplanung) 2027-36

(25.Jan 2025 – 27.Jan 2025

Auf der Seite ‚Forsteinrichtung 2027-36‘ werden Informationen zusammen gestellt, die wichtig sind, damit Bürger verstehen, wie solch eine Forsteinrichtung abläuft und um welche Inhalte es geht. Kommentare seitens der Leser sind erwünscht!

BiG RUNDBRIEF : WALD-AKTIONS-TAG So 26.Januar 2025 – ROUND TABLE 11:30 – 13:30h, EXKURSION 14-16(17)h

Letzte Änderung: 6.Jan 2025

Autor: Gerd Doeben-Henisch (BiG-Koordinator)

Email: big@oksimo.org

KONTEXT

Dieser Text ist Teil der Liste der BiG-Rundbriefe

BEGINN TEXT

Liebe Alle,

 die Themengruppe WALD von BiG startet zusammen mit den Vogelschutzfreunden Schöneck am

Sonntag, den 26.Januar 2025

mit einem ersten 

WALD-AKTIONS TAG

ins Neue Jahr 2025. 
Ausgangspunkt und Zentrum dieses WALD-AKTIONS TAGES ist das Haus der Vogelschutzfreunde Schöneck. 

ROUND TABLE GESPRÄCH, 11:30 – 13:30h

Ab dem Jahr 2025 plant die Themengruppe WALD von BiG — nach Möglichkeit — neben Exkursionen  auch Round Table Gespräche anzubieten, in denen zusammen mit Experten die verschiedenen Sichten auf den Wald zur Sprache gebracht werden sollen. Alle Interessierten sind zur Teilnahme eingeladen.

Für den Round Table am 26.Januar 2025 ist geplant, dass die die Moderatoren der BiG-Themengruppe WALD die bisherige Planung für 2025 (mit Blick auch auf 2026) vorstellen. Diese Planung wird  dann im offenen Gespräch zur Diskussion gestellt. 

WALD EXKURSION 14-16h (bei jedem Wetter); anschließend Kaffee und Kuchen

Die Exkursion steht unter dem Motto: 

Was ist (bio)lo(gi)s(ch) im Winterwald?

 Der Waldexperte Dr. Hans-Jörg Wilhelm wird uns die Biologie von Pflanzen und Tieren während dieser scheinbar ruhigen Jahreszeit näher bringen. Bei einer Exkursion durch den „Wald zwischen Kilianstädten und Büdesheim“ werden wir interessante Naturbeobachtungen machen und Zusammenhänge im Ökosystem Wald entdecken. Auch im Hinblick auf Klimawandel und Erwärmung werden wir die besondere Bedeutung für uns und unseren Wald näher beleuchten. Wir freuen uns auf einen erkenntnisreichen Nachmittag!

PHILOSOPHIE DAHINTER

Die Exkursionen sind dazu da, durch direkte Begegnung mit dem Wald den Wald als Realität erlebbar zu machen: er ist ein reales Lebewesen, sogar — mit den Augen der Wissenschaften — eine Art Superorganismus.

Die Round Tables sind dazu da, dass wir uns mit Unterstützung von Experten ein immer besseres Gesamtbild vom Wald machen können, so dass wir uns mit der Zeit — hoffentlich —   eine Art ‚Modell‘ vom Wald bauen können, welches uns  hilft,  immer besser verstehen können, was da alles wie zusammen spielt.

Auf ein Wiedersehen am Sonntag 26.Januar 2025!

Herzliche Grüße,

Gerd Doeben-Henisch

(Koordinator von BiG)

PS: Dieser Rundbrief wird auch auf der BiG-Webseite archiviert: https://www.oksimo.org/big-rundbrief/

PS2: Gerd Doeben-Henisch ist Bürger von Schöneck, emeritierter Prof. der Frankfurt University of Applied Sciences und ist Mitglied im Vorstand der Grünen Schöneck.

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DEMOKRATIE

Nach dem Grundgesetz sind alle gewählten Vertreter nur ihrem Gewissen und dem ‚Wohl des Volkes‘ verpflichtet. Selbst Parteiprogramme dürfen diese individuelle Entscheidung nicht eingrenzen! Dies ist eine sehr starke Form von repräsentativer Demokratie. Was aber ist, wenn die Bürger das Vertrauen in die gewählten Vertreter verlieren? Miteinander  reden kann helfen … BiG (Bürger (auch gewählte Vertreter) im Gespräch) versteht sich als kleiner Beitrag zu dieser großen Aufgabe.

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AKTUELLE BiG-THEMENGRUPPEN

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Zum BiG-Email-Rundbrief:

!!! Hinweis:  Emails an die Adresse big@oksimo.org landen NICHT automatisch auf dem Verteiler. Dieser ist geschützt, auch wegen der ausdrücklichen Bitte einzelner, ihre Adressen zu schützen !!!

Man kann mit der BiG-Email-Liste kommunizieren, indem man in den BETREFF Schlüsselworte einfügt:

  1. LISTE START : Anmelden zur BiG-Email-Liste
  2. LISTE STOP : Abmelden von der Liste
  3. ALLE : Ihr eigener  Text darf an alle Teilnehmer weitergeleitet werden

BiG-RUNDBRIEF : Gehe von 2024 auf 2025 :-)

Letzte Änderung: 26.Dez 2024

Autor: Gerd Doeben-Henisch (BiG-Koordinator)

Email: big@oksimo.org

KONTEXT

Dieser Text ist Teil der Liste der BiG-Rundbriefe

BEGINN TEXT

Liebe Alle,

das Jahr 2024 neigt sich dem Ende zu, das Jahr 2025 steht vor der Tür.

Dies ist ein Anlass für uns von BiG, nach mittlerweile 23 Monaten BiG einen kleinen Ausblick auf das Jahr 2025 zu wagen.

JAHR 2024

In den zurückliegenden 23 Monaten – seit Februar 2023 — haben wir eine Menge gelernt, mehr als wir zu Beginn hoffen konnten.

So ist die Themengruppe WALD ziemlich tief in das Thema ‚Wald‘ eingedrungen und hat gelernt, dass Wald natürlich viel mehr ist als nur eine Ansammlung von Bäumen für die Holzgewinnung. Der Wald ist im Licht der modernen Wissenschaft eine Art ‚Superorganismus‘, den zu verstehen, wir alle noch ziemlich am Anfang stehen. Die Themengruppe WASSER hat auch eine gedankliche Abenteuerreise hinter sich: Das Wasser für Schöneck ist direkt verbunden mit dem Wasser im Landkreis und darüber hinaus mit der globalen Wassermaschine, ohne die es lokal kein Wasser gibt. Die Themengruppe GIS (Geo-Informations-Systeme) konnte in Zusammenarbeit mit der Abteilung Stadtentwicklung der Gemeinde und der Frankfurt University einen Demonstrator entwickeln, der Potentiale aufzeigte. Und die Themengruppe ENERGIE AUTARK konnte durch interessante Veranstaltungen das Thema weiter bekannt machen.

Eine wichtige Erkenntnis aller Themengruppen sollte nicht verschwiegen werden: obgleich wir zahlreiche Veranstaltungen mit Bürgerbeteiligung durchführen konnten, schält sich heraus, dass es hinter den Veranstaltungen eine engagierte Gruppe von Bürgern braucht, die sich kontinuierlich mit der jeweiligen Thematik beschäftigt. Daher wundert es nicht, dass die Mitglieder der BiG-Themengruppen alle ein starkes Interesse an ihren Themen auszeichnet; sie arbeiten gerne an ihren Themen und sie lernen dabei viel dazu. Auch sind die Themengruppen zunehmend vernetzt mit anderen Gruppierungen, mit verschiedenen Experten und sogar mit Institutionen.

JAHR 2025

Für das kommende Jahr haben die bestehenden Themengruppen ihre Pläne entwickelt, wie ihre jeweilige Arbeit weiter gehen soll. Es soll aber auch noch eine ganz neue BiG-Themengruppe geben: Es geht um den Start des ‚Demokratie-Labors für Schöneck‘ (DL4S) (geplant: ab März/April) begleitet von einem Buchprojekt ‚Demokratie@Work. Do it Yourself‘ (D@W).

Über das Projekt ‚Demokratie-Labors für Schöneck‘ (DL4S) sollen regelmäßig öffentliche Veranstaltungen für alle Bürger angeboten werden, in denen im Format von Planspielen die Sitzungen der realen Gemeindevertretung anhand der realen Themen durchgespielt werden können. Natürlich sind auch alle ‚Profis‘ — also unsere gewählten Vertreter – dazu eingeladen. Als Themen werden Teile des Gemeindehaushalts mit den echten Zahlen benutzt. Wir werden alles auf unseren BiG-Webseiten dokumentieren. Das Schöne ist: wenn bei einem solchen Planspiel Fehler gemacht werden, trägt niemand einen Schaden davon, aber alle Beteiligten können dadurch eine Menge lernen.

Das Buchprojekt D@W wird  parallel im Netz einsehbar sein. Es versucht, neben grundsätzlichen Überlegungen zu Demokratie und Autokratie nicht nur Ansatzpunkte zu finden, wo unsere aktuelle Demokratie ‚schwächelt‘, sondern auch, was wir tun können, diese Schwächen abzumildern. Und damit dies alles nicht zu ‚abstrakt‘ wird, betrachten wir uns hier in Schöneck als ‚Realexperiment‘: Wie gut ist unsere ‚Demokratie vor Ort‘? Lernen wir gemeinsam? Wo wollen wir hin mit Schöneck?

MITMACHEN MÖGLICH

Falls jemand Interesse hat, bei einer BiG-Themengruppe mit zu machen, dann kann es eine gute Idee sein, den angedachten BiG-Workshop-Tag am So 2.Februar 2025 im Bürgertreff Kilianstädten zu besuchen (Programm folgt). Dort werden sich alle BiG-Themengruppen live vorstellen. Vielleicht nicht unwichtig: BiG sieht seine Arbeit sowohl als Partei- als auch Konfessions- übergreifend.

In diesem Sinne einen guten Start ins neue Jahr 2025 und — vielleicht 🙂 — auch mit ein paar interessanten Stunden mit BiG,

Herzliche Grüße,

Gerd Doeben-Henisch

(Koordinator von BiG)

PS2: Gerd Doeben-Henisch ist Bürger von Schöneck, emeritierter Prof. der Frankfurt University of Applied Sciences und ist Mitglied im Vorstand der Grünen Schöneck.

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DEMOKRATIE

Nach dem Grundgesetz sind alle gewählten Vertreter nur ihrem Gewissen und dem ‚Wohl des Volkes‘ verpflichtet. Selbst Parteiprogramme dürfen diese individuelle Entscheidung nicht eingrenzen! Dies ist eine sehr starke Form von repräsentativer Demokratie. Was aber ist, wenn die Bürger das Vertrauen in die gewählten Vertreter verlieren? Miteinander  reden kann helfen … BiG (Bürger (auch gewählte Vertreter) im Gespräch) versteht sich als kleiner Beitrag zu dieser großen Aufgabe.

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AKTUELLE BiG-THEMENGRUPPEN

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Zum BiG-Email-Rundbrief:

!!! Hinweis:  Emails an die Adresse big@oksimo.org landen NICHT automatisch auf dem Verteiler. Dieser ist geschützt, auch wegen der ausdrücklichen Bitte einzelner, ihre Adressen zu schützen !!!

Man kann mit der BiG-Email-Liste kommunizieren, indem man in den BETREFF Schlüsselworte einfügt:

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D@W : SIND DEMOKRATIEN ÜBERLEBENSFÄHIG? Ausgangslage

Letzte Änderung: 9.Dez 2024, 13:15h CET

Autor: Gerd Doeben-Henisch

Kommentare an: datw@oksimo.org

KONTEXT

Der folgende Text ist Teil des Buches ‚Demokratie@Work (kurz: D@W).

SIND DEMOKRATIEN ÜBERLEBENSFÄHIG? Ausgangslage

In einem vorausgehenden Text (‚Einleitung‘ zu D@W) wurde die Frage aufgeworfen, ob ‚Demokratien überlebensfähig‘ sind? Wenn Demokratien von vornherein keine Chance hätten, überleben zu können, wäre es wohl nicht sehr empfehlenswert, diesen Weg zu wählen.

Andererseits, nicht den Weg einer Demokratie zu wählen, also eine ‚Nicht-Demokratie‘, würde automatisch bedeuten, dass man den Weg einer ‚Autokratie‘ wählen müsste. ‚Ein bisschen Demokratie‘ geht nicht, auch wenn manche Autokratien sich gerne als ’nach außen demokratisch‘ darstellen.

WAS MUSS ÜBERLEBEN?

Bevor man die Frager diskutiert, ‚ob‘ Demokratien eine Chance haben, zu überleben, sollte man festhalten, ‚was‘ an einer Demokratie — ‚welche Elemente‘ — vorhanden sein müssten, damit man überhaupt von einer Demokratie sprechen kann?

Ein direkter Ansatz zur Charakterisierung der ‚Grundelemente einer Demokratie‘ ist die Bezugnahme auf ein ‚autokratisches System‘, welches im Kern eine sehr einfache Struktur besitzt. In dem Maße, wie sich bei der ‚Beschreibung‘ eines konkreten gesellschaftlichen Systems die Eigenschaften einer ‚Autokratie‘ aufzeigen lassen, in dem Maße liegt ‚keine Demokratie‘ vor sondern eben eine ‚Autokratie‘.

Keine Kontrolle der Macht durch das Volk

Das zentrale Kennzeichen einer Autokratie liegt im Fehlen einer effektiven ‚Kontrolle der Macht‘ durch freie Wahlen, bei denen sich jeder Bürger ab einem bestimmten Mindestalter beteiligen kann. Dazu gehört, dass nach den ‚freien und öffentlichen Wahlen‘ diejenigen, die eine ‚Mehrheit‘ errungen haben, für eine ‚definierte Zeit‘ die ‚Macht ausüben‘ dürfen.

Bei einer Gesellschaft, in der einige wenige die Macht ohne jegliche Kontrolle ausüben können, kann man nicht von einer ‚Demokratie‘ sprechen. Es gibt im Jahr 2024 viele Autokratien, in denen formal ‚Wahlen‘ stattfinden, aber diese Wahlen sind so angelegt, dass die ‚Akteure der unkontrollierten Macht‘ durch diese Wahlen nicht real gefährdet sind. Es gibt im Jahr 2024 aber auch Gesellschaften, die sich als ‚Demokratien‘ verstehen, in denen Wahlen unter Bedingungen stattfinden, die die Möglichkeit einer freien Wahl entweder für mögliche Kandidaten oder auch für die Wähler — oder für beide — partiell einschränken.

Keine freie öffentliche Meinung

Neben den freien Wahlen benötigt es eine ‚freie öffentliche Meinungsbildung‘, durch welche die Mitglieder einer Gesellschaft sich eine ‚zutreffendes Bild der Realität‘ machen können, welche sie als Gesellschaft ‚zum Wohle aller‘ täglich gestalten wollen. Dieses öffentlich verfügbare Meinungsbild bildet auch die Grundlagen für eine ‚Wahlentscheidung‘ im Fall einer Wahl. Ist solch eine freie öffentliche Meinung für ‚alle‘ (!) Bürger nicht umsetzbar, dann ist eine ‚Kontrolle der Macht‘ im Ansatz nicht möglich.

Kennzeichen für alle Autokratien (im Jahr 2024 z.B. u.a. der Iran, Russland und China) ist eine unfassbare Angst vor jedem Ereignis einer öffentlichen Meinungsbildung. Die Maßnahmen der Unterdrückung sind entsprechend rigoros: Verbote, reale Unterdrückung, willkürliche Verhaftungen, willkürliche Gerichtsverfahren, Gefängnis, Folter, Tötungen. Rein formal gibt es oft sogar schriftliche Regelungen, Vorschriften oder gar Gesetze, aber diese schriftlichen Regelungen wurden von einer Macht veranlasst, die selbst unkontrolliert ist,und die Regelungen sind auch so gestaltet, dass ihre Interpretation jeglichen Spielraum lässt.

Im Falle von Demokratien gibt es seit wenigen Jahren ein Phänomen, das zunehmend auch eine freie öffentliche Meinung für alle zerstören kann oder sogar schon aktiv zerstört: unter Ausnutzung der ‚rechtlich gewährten freien Meinungsäußerungen‘ und in Verbindung mit dem heute fast überall verfügbaren Internet konnte sich der ‚Raum der öffentlichen Meinung‘ in viele ‚Teilräume aufteilen‘, in denen unterschiedliche ‚Bilder von der Welt‘ kommuniziert werden können. Wenn nun diese kommunizierten Bilder von der Welt ‚teilweise oder überwiegend nicht zutreffen‘ (was nachweisbar der Fall ist), dann zerfällt die öffentliche Meinung in viele getrennte Bilder von der Welt, die teilweise oder überwiegend falsch sind. Damit wird eine ‚kritische Sicht der Gegenwart‘ deutlich getrübt und bei Wahlen können Kandidaten gewählt werden, die diese ‚unzutreffenden Bilder von der Welt‘ aktiv vertreten. Dadurch können die Grundregeln einer demokratischen Gesellschaft mindestens geschwächt, wenn nicht dann sogar aufgehoben werden.

Falsche öffentliche Ordnung

Jede Gesellschaft benötigt für ihr tägliches Zusammenleben eine minimale Ordnung, die durch Einrichtungen wie z.B. ‚Anwälte‘, ‚Polizei‘ und ‚Gerichte‘ moderiert wird.

In einer Autokratie gibt es diese Einrichtungen auch, und es gibt hier sogar auch ansatzweise Vorschriften, welche diese ‚Institutionen für die Erhaltung der öffentlichen Ordnung‘ einhalten sollen. Wenn aber diese Vorschriften von einer unkontrollierten Macht verordnet werden, gibt es für Willkür keine natürlichen Grenzen. Umso mehr, wenn es keine funktionierende öffentliche Meinung gibt. Die Praxis der heute existierenden Autokratien spricht hier eine deutliche Sprache.

Falsche Sprache

Auch wenn die realen Taten einer Autokratie ihre eigene klare Botschaft enthalten, versuchen Autokratien dennoch beständig, durch ‚geeignete sprachliche Formulierungen‘ den Eindruck zu erwecke, dass das, was sie täglich tun, alles ‚richtig‘ sei.

Im Zuge der Zeit, wo das Internet alle erreicht (zumindest dort, wo es keine ‚Sperren‘ gibt, wie sie Autokratien eingerichtet haben) und wo bestehende Demokratien eine nahezu unbeschränkte ‚Freiheit der Meinungsäußerungen‘ gewähren, fluten Autokratien diese
öffentlichen Räume‘ mit ihren ‚Texten der Pseudo-Wahrheiten‘, um auf diese Weise über die ‚Köpfe der Bürger‘ den inneren Zusammenhalt demokratischer Gesellschaft zu schwächen oder gar zu zerstören.

Während also Autokratien ihre ‚öffentliche Räume‘ aufs schärfste kontrollieren und mit martialischen Mitteln jede Abweichung ahnden, lassen bestehende Demokratien es bislang zu, dass ihre eigenen Bürger über die freien öffentlichen Räume‘ quasi ‚in Gedanken umprogrammiert‘ werden.

Zusammenfassend:

Dies kurze Skizze liefert folgenden Ansatzpunkte, die als ‚minimale Ankerpunkte‘ einer Demokratie gewahrt sein sollten, damit wir minimal von einer ‚Demokratie‘ reden können:

  1. ‚Macht‘ darf nur von solchen Menschen ‚ausgeübt‘ werden können, die durch ‚öffentliche freie Wahlen‘ für einen ‚vereinbarten endlichen Zeitraum‘ gewählt wurden.
  2. Für die ‚Ausübung der Macht‘ gibt es ‚Master-Regeln‘ (oft ‚Grundgesetz‘ oder ‚Verfassung‘ genannt), die von einer deutlichen Mehrheit der Bürger vereinbart worden sind. Sie können auch nur nach festen Regeln wieder ‚geändert‘ werden.
  3. Es gibt einen ‚öffentlichen Informationsraum‘, der ‚jedem Bürger unentgeltlich‘ von der Gesellschaft zur Verfügung gestellt wird, der es möglich macht, dass eine Gesellschaft sich eine ‚freie Meinung‘ über jene Welt bilden kann, in der diese Gesellschaft ‚überleben muss‘. Es gibt eine ‚Qualitätssicherung‘, die darauf achten muss, klar ‚unzutreffende Bilder von der Welt‘ kenntlich zu machen.

DIE ZENTRALE ROLLE EINES ZUTREFFENDEN BILDES VON DER WELT

Im vorausgehenden Text wurden mit Bezug auf Autokratien minimale Kriterien formuliert, welche eine Gesellschaft erfüllen sollte, die sich ‚Demokratie‘ nennen will.

Schon bei dieser kurzen Skizze wurde deutlich, dass die Frage des ‚zutreffenden Bildes jener Welt, in der man lebt‘ bzw. auch ‚überleben will‘ eine zentraler Bedeutung bekommt. Ohne Verfügbarkeit eines ‚zutreffenden Bildes‘ ist ein verantwortungsvolles Handeln schlicht nicht möglich, nicht für einen einzelnen Menschen, nicht für eine Gruppe und auch nicht für eine ganze Gesellschaft.

Dies führt aber direkt zur Frage, was denn ein ‚zutreffendes Bild von der Welt‘ ist?

Solange es kein gemeinsames Verständnis davon gibt, was die Formulierung ‚Zutreffen einer Meinung über die Welt‘ gibt, wird es kaum möglich sein, gemeinsam an einem ‚zutreffenden Bild von der Welt‘ zu arbeiten geschweige denn gemeinsam danach zu handeln.

Aufgrund dieser grundsätzlichen Überlegung werden im folgenden Text Überlegungen angestellt, wie ein ‚Reden über die Welt‘ beschaffen sein muss, damit das, was gesagt wird,auf die Welt auch ‚tatsächlich zutrifft‘ bzw. ‚zutreffen kann‘, falls der Zeitpunkt des Zutreffens ‚in der Zukunft‘ liegt.

ÜBER DEMOKRATIE SPRECHEN

Grundvoraussetzungen

Wenn wir die Frage nach der Überlebensfähigkeit von Demokratien beantworten wollen, müssen wir uns bewusst machen, dass es um einen ‚Kommunikationsprozess zwischen Menschen‘ geht. Dies bedeutet, was jeder einzelne ‚in seinem Kopf‘ hat, dies wird nur ’sichtbar‘ oder ‚hörbar‘, wenn die verschiedenen Einzelnen über eine ‚gemeinsame Sprache‘ verfügen, mittels der sie wechselseitig ’sichtbar (und hörbar)‘ machen können, ‚worüber‘ sie mit den anderen ’sprechen‘ wollen.

‚Miteinander Sprechen‘ läuft dann darauf hinaus, dass es einen ‚Texte‘ in der ‚gemeinsamen Sprache‘ gibt. Und dieser Text — eine Anordnung von ‚Zeichen‘ auf einem Papier — kann eine ‚Bedeutung haben‘, wenn die Teilnehmer an der sprachlichen Kommunikation in der Lage sind, beim ‚Lesen des Textes‘ — jeder für sich — ‚in ihrem Innern‘ die ‚Zeichen des Textes‘ mit ‚inneren Zuständen‘ zu verknüpfen, die für jeden Leser das ausmachen, was — meistens — ‚Bedeutung‘ genannt wird.

Diese Fähigkeit, Zeichen eines Textes mit inneren Zuständen zu verknüpfen, die wir dann als ‚Bedeutung‘ wahrnehmen, ist insoweit ‚angeboren‘, als ein Mensch — meistens — von Kindheit an in der Lage ist, zu ‚Lernen‘, ‚welche Zeichen‘ in einer bestimmten sozialen Umgebung mit welchen inneren Zuständen ‚verbunden werden‘.

Dass diese ‚individuellen Lernprozesse‘ im Verlauf dazu führen können, dass verschiedene Menschen bei der gleichen Sprache ‚das Gleiche meinen‘ können, hängt damit zusammen, dass die ‚inneren Zustände‘ eines Menschen über ‚Wahrnehmungsprozesse‘ mit der jeweils ‚aktuellen Situation‘, in der sich der ‚Körper eines Menschen‘ befindet, partiell verbunden sind. Die ‚Sinnesorgane‘ des menschlichen Körpers können — meistens — bestimmte ‚Eigenschaften‘ der aktuellen Situation über das Gehirn dem einzelnen in seiner ‚Innensicht‘ ‚als wahrgenommene Eigenschaften‘ verfügbar machen. Sofern Menschen mit ihrem Körper zur gleichen Zeit am gleichen Ort sind, können sie — das lehrt uns die Alltagserfahrung — ‚ähnliche Wahrnehmungsereignisse‘ haben. Nennt man die aktuelle Situation einschließlich des Körpers der beteiligten Situation die ‚reale Welt‘ oder einfach ‚die Realität‘, und nennt man das ‚Innere des Menschen‘, sofern es dem einzelnen Menschen ‚bewusst‘ ist, die ’subjektive Wirklichkeit‘, dann kann man die ’sinnlich induzierten Wahrnehmungsereignisse‘ als ‚Repräsentationen‘ von bestimmten Eigenschaften der realen Welt in der subjektiv Welt des einzelnen Menschen auffassen.

Aus der Alltagserfahrung wissen wir ferner, dass verschiedene Menschen sich — meistens — mit der gleichen Sprache in der gleichen Situation bei Bezugnahme auf bestimmte Aspekte der realen (Außen-)Welt weitgehend darüber einigen können, ‚mit welchen Zeichenkombinationen‘ sie das beschreiben, was sie in der aktuellen Situation ‚individuell wahrnehmen‘. Es können also ‚Texte‘ entstehen, bei denen die beteiligten Menschen zu der Feststellung kommen können, dass dieser Text bestimmte Eigenschaften der aktuellen Situation ‚zutreffend beschreibt‘ oder eben nicht. Ein Text, der als ‚zutreffend‘ aufgefasst wird, wird auch als ‚wahr‘ im Sinne des Zutreffens verstanden, ansonsten als ’nicht zutreffend‘ oder ‚falsch‘. Es kann auch Teile des Textes geben, die als ‚unbestimmt‘ empfunden werden; es ist dann nicht klar, worauf sich der Text beziehen soll. Er ist dann ‚weder wahr noch falsch‘.

Dieser kurze Text beschreibt die ‚Grundvoraussetzungen‘, ohne die es überhaupt keine Kommunikation gibt. Und, wie man ansatzweise fühlen kann, sind schon diese Grundvoraussetzungen nicht gerade ‚einfach‘ zu verstehen. Für die Klärung der Hauptfrage, ob Demokratien überlebensfähig sind, reichen diese Grundvoraussetzungen allerdings noch nicht aus. Weitere Aspekte müssen noch geklärt werden.

AKTUELL und PUNKTUELL

Im Rahmen der Grundvoraussetzungen können wir davon ausgehen, dass wir einen ‚konkreten Körper‘ haben. Mit diesem Körper befinden wir uns immer auch an einem ‚konkreten Ort‘ mit einer dazu gehörigen ‚konkreten Situation‘. Dies alles findet außerdem — falls man mittels einer Uhr ‚Zeit‘ ‚erzeugen‘ und damit ‚messen‘ kann — zu einem ‚konkreten Zeitpunkt‘ statt.

Zu jedem konkreten Zeitpunkt können wir nur ganz wenige ‚konkrete Dinge in unserem Kopf‘ zugleich ‚denken‘: z.B. nur einige wenige ‚aktuelle Wahrnehmungen‘, nur einige wenige ‚aktuelle Emotionen‘, nur einige wenige ‚aktuelle Vorstellungen/ Gedanken‘ und nur einige wenige ‚aktuelle Ziele‘. Wenn ich gerade vor mir eine bestimmte Straße sehe, dann kann ich nicht gleichzeitig eine andere Straße sehen; ein bestimmtes Schaufenster, nicht zugleich viele andere; eine bestimmte Buchseite und nicht zugleich andere Buchseiten; einen aktuellen Gedanken bewusst denken und nicht zugleich viele andere Gedanken bewusst denken, usw. (Der Zusatz ‚bewusst‘ ist hier notwendig, da das eigene Gehirn im ‚unbewussten Bereich‘ tatsächlich gleichzeitig viel mehr als nur einen Gedanken verarbeiten kann).

Man darf von daher schon sagen, dass wir in unserem konkreten Alltag mit unserem Körper zu einem bestimmten Zeitpunkt durchgehend ‚punktuell konkret Wahrnehmen, Fühlen und Denken‚.

Dass wir dies überhaupt können, ist schon für sich großartig, in einem größeren zeitlichen Zusammenhang würde diese ‚Fixierung auf den Augenblick‘ einen konkreten Körper aber lebensunfähig machen. Ein Körper mit solch einer Fixierung auf einen Augenblick würde der berühmten Mücke gleichen, die direkt zum hellen Licht fliegt und dort verbrennt, weil sie außer dem aktuellen Licht nichts anderes Wahrnehmen, Fühlen und Denken kann.

Was also brauchen wir noch an ‚Zutaten‘, um verstehen zu können, wie wir die Hauptfrage beantworten können?

VERALLGEMEINERUNGEN

Nun wissen wir aus unserem Alltag — meistens –, dass wir ja nicht nur einen ‚einzigen Augenblick‘ leben, sondern ‚viele einzelne Augenblicke‘. Dies können wir nur bemerken, weil wir — meistens — über eine ‚minimale Erinnerung‘ verfügen, wodurch wir ‚vorausgehende Augenblicke‘ ‚partiell erinnern‘ können. Unter Voraussetzung dieser Erinnerungsfähigkeit können wir feststellen, dass sich eine konkrete Situation ‚verändern‘ kann, und sei es nur, weil wir die Position unseres eigenen Körpers verändern oder dass wir ‚Teile unseres Körpers‘ (Kopf, Arme, Hände, Beine…) durch eine ‚Bewegung‘ so verändern, dass sich die Position unseres Körpers relativ zur aktuellen Situation verändert (Oder, weil wir eine ‚Uhr‘ besitzen, die für uns ‚regelmäßige Zeitmarken‘ erzeugt, durch die wir ’sich verändernde Zeitpunkte‘ als ‚Referenz‘ benutzen können). Als Folge solcher Veränderungen verändert sich unsere ‚Wahrnehmung‘ sowohl der umgebenden Situation‘ wie auch die ‚Innenwahrnehmung unseres Körpers‘ (wir können — meistens — die Bewegung eines Körperteils im Innern ’spüren‘ (weil sich in unserem Körper genügend viele biologische Sensoren befinden, die die Veränderung von Muskeln und Knochenstellungen ‚intern wahrnehmen‘ können, diese zu unserem Gehirn ‚melden‘, und dieses ‚übersetzt‘ diese Meldungen in entsprechende ‚Körperwahrnehmungen‘))

Diese grundlegende Fähigkeit, mehr als einen aktuellen Augenblick sowohl direkt erleben zu können, wie auch über den Umweg der Erinnerung in eine Art ‚Abfolge von Ereignissen‘ einordnen zu können, ermöglicht es uns, einzelne Situationen mit all ihren unterschiedlichen einzelnen Eigenschaften nicht nur ’nebeneinander‘ zu stellen, sondern auch ‚relativ dazu‘ ‚allgemeine Vorstellungen‘ zu bilden (weil unser Gehirn so gebaut ist, dass es uns diese Leistung verfügbar machen kann). Wenn ein Kind einen kleinen Hund sieht, im nächsten Moment einen anderen Hund, aber größer, und dann wieder einen anderen mit einer anderen Gestalt, dann kann das Kind ‚für sich‘, ‚in seinem Kopf‘ eine ‚Vorstellung von etwas‘ entwickeln, das andere Menschen ‚Hund‘ nennen, und dieses ‚Wort Hund‘ verbindet es mit drei verschiedenen ‚Wahrnehmungen‘, die ‚in der Erinnerung des Kindes verfügbar‘ sind. Diese drei verschiedenen Wahrnehmungen haben ‚etwas gemeinsam‘: vier Beine, einen Schwanz, einen Kopf mit Augen, Ohren, Maul und … ein ‚Briefkasten‘ sieht anders aus.

Dieser Mechanismus des ‚Zusammenfassens von verschiedenem Einzelnem‘ zu etwas ‚Allgemeinerem‘ (oft ‚Abstraktion‘ genannt) funktioniert nicht nur mit konkreten Wahrnehmungen, sondern man kann diesen ‚Mechanismus des Verallgemeinerns‘ ‚immer wieder‘ anwenden. Wenn man erst einmal gelernt hat, dass es ‚Hunde‘ gibt, ‚Vögel‘, ‚Katzen‘ usw., dann kann man dies weiter verallgemeinern zu ‚Haustieren‘, ‚Wildtieren‘ usw. und diese kann man weiter zusammenfassen zu ‚Tiere‘, zu ‚Lebewesen‘ … es gibt hier keine absolute Schranke.

Man spürt aber vielleicht, dass dieser Mechanismus des ‚Verallgemeinerns‘, des ‚Abstrahierens‘, sich auch in einer Weise verselbständigen kann, dass man irgendwann nicht mehr unbedingt weiß, ob sich ein Wort wie ‚Zentaurus‘, ‚Kaiser‘, ‚Elektron‘, ‚Liebe‘, ‚Migrant‘, ‚Wachstum‘ oder auch ‚Demokratie‘ tatsächlich noch auf etwas ‚Konkretes‘ zurück führen lässt. Der ‚Kreativität‘, der ‚Fantasie‘ der Menschen sind keine festen Grenzen gesetzt. Die Vielzahl an Märchen, Fabeln und die berühmten ‚Falsch-Erzählungen‘ zum Zwecke der ‚Manipulation‘ beweisen dies sehr deutlich.

‚Verallgemeinern‘ ist eine wichtige und große Kraft unseres ‚Denkens‘, sie kann sich aber auch ‚verselbständigen‘ und damit mehr und mehr den Kontakt zur konkreten Welt verlieren. Man könnte auch sagen, dass ‚unseriöse Verallgemeinerungen‘ etwas vorzugaukeln versuchen, was es real gar nicht gibt, was aber dennoch nicht selten das Denken von Menschen beeinflussen kann.

Wenn man jetzt schon ahnt, wie wir durch unsre sprachliche Kommunikation Augenblicke überwinden können, Abstraktionen vornehmen kann, so gilt aber auch hier: dies ist noch nicht alles, was wir brauchen!

BEZIEHUNGEN FESTSTELLEN

Neben der Fähigkeit, verschiedene einzelne Eigenschaften in einem einzigen Begriff zusammen zu fassen, verfügen wir auch über die Fähigkeit, ‚zwischen‘ verschiedenen Eigenschaften ‚Beziehungen‘ zu denken. Vertraut sind den meisten ‚räumliche Beziehungen‘ zwischen unterscheidbaren Objekten und Körpern in einer Situation. Wir sind in der Lage festzustellen, ob sich ein Objekt z.B. ‚vor‘, ’neben‘, ‚hinter‘, ‚über‘ oder ‚unter‘ einem anderen Objekt befindet. Wir können auch unterscheiden, ob ein Objekt räumlich ’nah‘ oder ‚entfernt‘ ist, ‚groß‘ oder ‚klein‘, ‚dick‘ oder ‚dünn‘, usw. Diese ‚Beziehungen‘ sind selbst ‚keine direkten Objekte‘, wir können sie aber als ‚Beziehungen in unserem Denken‘ sichtbar machen. Anders formuliert: Wenn wir zwei verschiedene Objekte in einem Raum ‚bewusst‘ wahrnehmen oder denken können, dann verfügen wir in unserer subjektiven Wirklichkeit über die Fähigkeit zwischen diesen bewussten Wahrnehmungen oder bewussten Denkinhalten ‚Beziehungen‘ als etwas ‚Gegebenes‘ wahrnehmen bzw. denken zu können. Bei ‚realen‘ Wahrnehmungen und Denken über reale Objekte hängen diese Beziehungen vom Vorhandensein der realen Objekte ab. Aber beim ‚Erinnern‘ von zuvor wahrgenommenen Objekten oder beim ‚Denken‘ von erinnerbaren Objekten können wir Beziehungen denken, obgleich keine realen Objekte in der Wahrnehmung vorliegen.

Auch hier können wir sehen, wie das ‚Denken von Beziehungen‘ sich von dem Vorhandensein von realen Objekten sobald lösen kann, wie wir mit Erinnerungen und Denken arbeiten. ‚Erinnertes‘ kann im Denken ‚verändert‘ werden und die dadurch entstandenen ’neuen Objekte‘ können wiederum in ‚Beziehungen‘ gedacht werden, die jetzt nur zwischen ‚gedachten Objekten‘ bestehen.

Wie schon im Fall des ‚Verallgemeinerns‘ kann uns dies entweder helfen, die reale Welt mit uns als Teil davon etwas besser zu verstehen, indem wir allgemeinere Strukturen und Zusammenhänge erfassen können, es kann aber auch schnell dazu führen, dass wir Beziehungen denken, die es so gar nicht gibt. Der Weg zum ‚Trügerischen‘, ‚Falschem‘ ist da nicht weit.

Ein anderer Fall von ‚Beziehungen aktivieren‘ ist das Zuordnen von Eigenschaften‘. Wenn ich eine Pflanze sehe und jemand sagt, dass ‚diese Pflanze giftig sei‘, dann wird eine explizite Beziehung zwischen der Pflanze und der Eigenschaft ‚ist giftig‘ hergestellt. Dies kann hilfreich sein, wenn ‚es stimmt‘, oder auch nicht, wenn es ‚falsch‘ ist. Wenn jemand von einer Gruppe von Menschen sagt, dies seien ‚Betrüger, Schmarotzer oder Ähnliches‘, dann kann dies zu sozialer Ausgrenzung und mehr führen. Wie kann man feststellen, ob diese behauptete Beziehung richtig oder falsch ist? Was soll man davon halten, wenn jemand behauptet, ‚die Wirtschaft hat kein Wachstum‘?

Was am Beispiel von ‚Zusprechen von Beziehungen‘ deutlich wird: Das ‚Zutreffen‘ (‚wahr‘ sein) oder ‚Nicht-Zutreffen‘ (‚falsch‘ sein) von solchen behaupteten Beziehungen lässt sich nicht mehr ‚einfach so‘ erkennen. Man muss in der Tat einiges ‚wissen‘, um ‚Wahr‘ ‚Falsch‘ hier einschätzen zu können. Wer sich z.B. mit ‚Pilzen‘ nicht auskennt, wird selbst wenig zur Aussage beitragen können.

URSACHEN ANNEHMEN

Ein anderer Fall von Beziehungen liegt vor, wenn jemand feststellt, dass zwischen einem ‚aktuellen Ereignis‘ und einem ‚erinnerten Ereignis‘ eine Beziehung derart besteht, dass das erinnerte (vorausgehende) Ereignis die ‚Ursache‘ dafür ist, dass das nachfolgende Ereignis eingetreten ist. Wenn jemand beim Autofahren plötzlich einschläft und darauf hin sein Auto einen Unfall verursacht, wird — meistens — angenommen, dass das Einschlafen die Ursache für den nachfolgenden Unfall war. Natürlich kann man dann auch weiter fragen, was zum ‚Einschlafen‘ geführt hat. Aber erst mal werden — meistens — die Menschen zufrieden sein mit der Beschreibung, dass das ‚Einschlafen zum nachfolgenden Unfall geführt hat‘. Andere einfache Beispiel sind der Regen, der die Straße und die Wiese nass macht; die Kälte, die alles gefrieren lässt; der Lichtschalter, der das Licht einschaltet, usw.

Dies sind einfache ‚Ursache-Wirkung‘ Beziehungen. Schwieriger wird es, wenn sich eine Ursache erst ’nach einer längeren Zeitspanne‘ auswirkt. Wenn der Beton einer Brücke durch innere Erosionsprozesse langsam brüchig wird, dann kann es ein paar Jahre dauern, bis die Brücke einstürzt. Wenn die Infrastruktur in der Kanalisation nicht genügend gewartet wird, dann kann es auch Jahre dauern, bis Fehler sichtbar werden, entsprechend mit den Verkehrsmitteln, oder auch bei uns Menschen selbst: wer sich über Jahre ungünstig ernährt, kann alleine von der falschen Ernährung erhebliche gesundheitliche Schäden nehmen, die, wenn sie dann sichtbar werden, oft kaum noch einfach behoben werden können. Unser Alltag ist voll von Ursache-Wirkung Beziehungen, die lange ‚verdeckt‘ wirksam sind, wenn wir nicht darauf achten.

Auch bei diesen ‚Ursachen-Beziehungen‘ spielt das ‚Wissen‘ eine große Rolle. Wer nichts über Erosionsprozesse im Beton weiß oder nichts über ‚gesunde Ernährung‘, der wird mit den entsprechenden ‚Wirkungen‘ immer überrascht werden und sich wundern, warum eine Brücke einstürzt oder eine schwere gesundheitliche Störung auftritt.

VORAUSSAGEN MACHEN

Mit dem bisher Gesagten können wir zwar ansatzweise verstehen, warum Menschen sich überhaupt sprachlich verständigen und sich über ‚wahre/ falsche/ unklare Aussagen‘ einigen können. Ferner leuchtet etwas von der ‚inneren Struktur‘ unseres subjektiven Wissens von der Welt auf insofern wir Gegenwart und Vergangenheit unterscheiden und in der Lage sind, im Vergleich von gegenwärtigen und vergangenen Situation Veränderungen erfassen können, dazu Beziehungen zwischen Objekten und Eigenschaften, auch mögliche Ursachen mit unterstellten Wirkungen. Noch nicht klar ist allerdings die Frage, ob wir auf der Basis von Gegenwart und Vergangenheit irgendetwas über eine ‚mögliche Zukunft‘ oder gar über ‚viele mögliche Zukünfte‘ sagen können? Und, falls wir solche sprachlichen Beschreibungen über mögliche Zukünfte liefern, wie ‚zuverlässig‘ solche Beschreibungen sind: handelt es sich um reine ‚Fantasie‘ oder sind diese Aussagen auf eine Weise ‚begründet‘, so dass ihr eine ‚Wahrscheinlichkeit jenseits des puren Zufalls‘ zugesprochen werden kann?

Für die Beantwortung der Frage nach der ‚Überlebensfähigkeit‘ einer Demokratie wäre diese zusätzliche Eigenschaft einer ‚Voraussage‘ über eine mögliche Zukunft deutlich über den puren Zufall hinweg eine wesentliche Voraussetzung. Falls wir solche Art von Voraussagen nicht machen können, sind wir faktisch ‚blind für Zukunft‘.

Bisher haben wir nur einen Fall von Beziehungen unterschieden, die sich über mehrere Zeitpunkte erstrecken können: die ‚Ursache – Wirkung Beziehung‘. Es gibt allerdings auch noch den Fall, dass wir ‚Regelmäßigkeiten‘ in der uns umgebenden Welt beobachten ohne dass wir schon ein Ursache-Wirkung Schema identifizieren konnten : Erscheinen und Verschwinden von Mond und Sonne; das Auftreten von Jahreszeiten im jährlichen Rhythmus; das Wachsen von Pflanzen bei bestimmten Bedingungen; Ebbe und Flut; usw. Natürlich kann man alle beobachtbaren Regelmäßigkeiten daraufhin hinterfragen, ob sich hier nicht ein ‚Ursache-Wirkung Schema‘ andeutet. Die moderne Wissenschaft war in diesem Aufdecken von zunächst verborgenen Ursache-Wirkung Zusammenhängen bislang sehr erfolgreich. Das Erkennen eines Ursache-Wirkung Schemas setzt aber voraus, dass man zuvor überhaupt bemerkt hat, dass es ‚regelmäßige Ereignisse‘ gibt, die als Kandidaten für das Feststellen eines dazu gehörigen Ursache-Wirkung Schemas dienen können.

Die Mindestanforderung für die Erstellung einer Voraussage besteht darin, dass wir über die Beschreibung einer als ‚zutreffend erkannten Ausgangslage‘ verfügen und über die Beschreibung von mindestens einer ‚beobachteten Veränderung‘, die eine gegebene Situation so abändern kann, dass eine ’neue Situation‘ entsteht. Dazu gehört auch das Wissen, wie eine ‚beschriebene Veränderung‘ so ‚angewendet‘ werden kann, dass es durch die Anwendung zu einer veränderten ’neuen Situation‘ kommen kann. Falls die beschriebene Veränderung mehrmals angewendet werden kann (z.B. der Schlag eines Hammers auf ein Stück glühendes Metall), dann kann bei jeder Anwendung ein ‚Stück Veränderung passieren‘.

Damit — stark vereinfacht — wurden minimale Voraussetzungen zusammen gestellt, die notwendig erscheinen, etwas über eine möglich Zukunft — z.B. auch für eine Demokratie — zu sagen, das den Ausgangspunkt für eine Diskussion bilden kann, ob eine Demokratie überleben kann oder nicht.

BEDÜRFNISSE UND EMOTIONEN

Was in diesem Rahmen noch fehlt, das ist der Hinweis auf die ’natürlichen Bedürfnisse‘, die unser Körper fest einprogrammiert hat, und eine große Zahl unterschiedlicher ‚Emotionen‘, die sich situationsbezogen bemerkbar machen können. Bei Emotionen gibt es den schwierigen Fall, dass diese sich zwar im Bewusstsein bemerkbar machen können, dass es aber auch den Fall gibt (nicht selten), dass eine Emotion zwar im ‚Unbewussten‘ aktiv ist, dies aber im ‚Bewussten‘ kaum bis gar nicht direkt wahrnehmbar ist, allerdings indirekt.

Mit Blick auf die Frage, ob Demokratien überleben können, spielen Bedürfnisse und Emotionen eine zentrale Rolle, da diese so stark sein können, dass sie alle anderen Überlegungen oder Entscheidungen mindestens beeinflussen, wenn nicht gar blockieren können. Aber, selbst wenn die Grundbedürfnisse befriedigt sind, so können Menschen starke Emotionen haben, die sie darin blockieren, bestimmte Anschauungen oder Verhaltensweisen zu übernehmen, selbst wenn sie vielleicht für sie wichtig sein können; umgekehrt kann dies dazu führen, dass sie ganz bestimmte Anschauungen und Verhaltensweisen stark favorisieren, auch wenn diese für sie schädlich sein können.

KOMPLEXE SYSTEME

Der vorausgehende Überblick über grundlegende Faktoren, welche das Zutreffen einer Beschreibung (letztlich ein ‚Bild‘ von) der realen Welt mitbestimmen, beschreibt als Ausgangspunkte für mögliche Voraussagen (‚Prognosen‘) die ‚einfachen‘ Fälle: ‚Beobachtbare regelmäßige Muster‘ oder erkannte ‚Ursache – Wirkung‘ Muster im Bereich der Alltagserfahrung.

Die reale Welt, in der wir leben — einschließlich unserer eigenen Körper — besteht aber aus einer unfassbar großen Zahl von ‚Sachverhalten‘, die die Wissenschaft und das Engineering gerne als ‚komplexe Systeme‘ bezeichnen. Mit einem ‚komplexen System‘ ist hier ein Sachverhalt gemeint, der im Zusammenhang von Ereignissen, die sich in der Zeit folgen, als eine ‚mögliche Ursache‘ aufgefasst werden kann, die nachfolgende Ereignisse ‚bewirkt‘. Das Besondere bei komplexen Systemen ist aber, dass sie unterschiedlich ‚reagieren‘ können. Je nach der Art von ‚vorausgehenden‘ Ereignissen können sie mit unterschiedlichen Häufigkeiten unterschiedliche Wirkungen auslösen.[1] Im Fall des Menschen z.B. sind wir im Alltag bei uns bekannten Personen damit ‚vertraut‘, was diese Person in bestimmten Situationen ‚gewöhnlich‘ tut. Es gibt aber auch Fälle, in denen diese Person dies manchmal auch nicht tut. Bei diesen Voraussetzungen Prognosen über das Verhalten dieser Person zu einem Zeitpunkt in der Zukunft aufzustellen, ist schwierig, aber nicht unmöglich.

Alle (biologischen) Lebewesen auf diesem Planeten repräsentieren letztlich ‚komplexe Systeme‘, was das Zusammenspiel von vielen Lebewesen als ‚Population‘ oder als ‚Lebensraum‘ mit vielen verschiedenen Populationen gleichzeitig beliebig schwierig machen kann.

Dennoch stellen wir fest, dass die Meisten dieser vielen verschiedenen komplexen Lebewesen über längere Zeiträume ‚gelernt‘ haben, sich auf eine komplexe Umgebung in einer Weise einzustellen, dass ein ’stabiles Ökosystem‘ entsteht, das allen Beteiligten eine funktionierende Lebenschance bietet. Diese komplexen Ökosysteme erwecken den Eindruck, dass sie ‚überlebensfähig‘ (oft auch ‚resilient‘ genannt) sind.

Es könnte also mit Blick auf die Menschen als Teil des Lebens auf diesem Planeten eine wichtige Frage sein, wie diese beeindruckende Breite an Formen der Überlebensfähigkeit aller bekannten Lebewesen letztlich funktioniert. Verschärft könnte man auch fragen, wie könnte die Überlebensfähigkeit von Lebewesen sogar ’noch besser‘ funktionieren als bisher? Was würde ‚besser‘ dann auch heißen?

[1] Eine gute Einführung in die Thematik komplexer Systeme bietet Donella H.Meadows (Herausgegeben von Diana Wright), Thinking in Systems. A primer, Chelsea Green Publishing, White River Junction in Vermont, USA, 2008, Copyright by Sustainability Institute. Das Thema ist allerdings noch umfassender, als in diesem Buch beschrieben.

DEMOKRATIE-LABOR – Beispiel

Letzte Änderung: 10.Dezember 2024

Autor: Gerd Doeben-Henisch

(An dieser Stelle Danke an Manfred Klimmeck für seine intensiven, kritischen und konstruktiven Kommentare seit Version 1)

Kontakt:datw@oksimo.org

KONTEXT : Dieser Text gehört zum Thema DEMOKRATIE.

DEMOKRATIE-LABOR

Im vorausgehenden Beitrag mit dem Titel „DEMOKRATIE – Beispiel einer VERÄNDERUNGSSTRATEGIE. Ein DEMOKRATIE-LABOR für eine KOMMUNE“ wurden Überlegungen vorgestellt, warum es für eine Kommune Sinn machen könnte, den normalen Ablauf der Lösungssuche durch die Gemeindevertretung (GV, Standard) durch einen optionalen Prozess der Lösungssuche zu erweitern. In diesem vorausgehenden Text wurde die ‚Grundidee‘ solch eines optionalen Lösungsprozesses skizziert, aber nicht im Detail ausgeführt.

BILD : Aus dem vorausgehenden Beitrag. Siehe Erklärungen zum Bild dort.

Eine mögliche Konkretisierung dieser Idee eines erweiterten optionalen Lösungsprozesses soll hier nun versucht werden.

WIE VORGEHEN?

Für die Frage, wie man solch einen optionalen Lösungsprozess gestalten sollte, gibt es natürlich eine ganze Palette möglicher Vorgehensweisen.

Hier eine mögliche Vorgehensweise, in die viele Untersuchungen der letzten ca. 10 Jahre einfließen.

RAHMENANFORDERUNGEN
  1. Allen Beteiligten ist bekannt, dass es sich um eine experimentelle
    Vorgehensweise handelt, die rechtlich nicht bindend ist.
  2. Das Ziel der Veranstaltung — kann aus vielen aufeinander folgenden Sitzungen bestehen — besteht darin, für konkrete Aufgaben, die sich der offiziellen Gemeindevertretung stellen, mögliche Lösungen zu finden.
  3. Der Prozess samt möglichen Lösungen soll für alle Bürger öffentlich zugänglich dokumentiert werden.
  4. Jeder Bürger kann sowohl an dem Prozess teilnehmen als auch sich schriftlich und mündlich zur Dokumentation äußern.
  5. Zu Beginn einer Veranstaltung wird kurz berichtet, was zuvor geschehen ist und welche Aufgaben man in der heutigen Veranstaltung abarbeiten möchte (alles Gesagte sollte auch auf der Webseite nachlesbar sein).
  6. Als Ausgangspunkt für einen öffentlichen Lösungsversuch sollen mindestens alle Dokumente vorliegen, die auch die normale Gemeindevertretung benutzt. Es ist den Bürgern aber freigestellt, weiteres Informationsmaterial einzubeziehen.
  7. Generell gibt es zudem die Anforderung, dass für die Suche nach einer Lösung das Konzept einer Nachhaltigen Empirischen Theorie (NET) als Leitfaden benutzen werden soll, welches in Form eines Planspiels realisiert werden kann. [1] Zusätzlich wäre es wünschenswert in einem begleitenden Prozess eine Computersimulation aufzubauen. Doch, wie setzt man dies konkret so um, dass letztlich doch jeder mitmachen kann?

[1] Das Konzept einer nachhaltigen empirischen Theorie entstand als Idee sowohl im Rahmen einer Serie von Lehrveranstaltungen der Frankfurt University of Applied Sciences wie auch in einem hessischen Forschungsprojekt 2021/22. Es wurde dann immer weiter entwickelt. Hier einige Texte dazu: https://www.oksimo.org/2022/12/14/nachhaltige-empirische-theorie-verschiedene-formate/ , https://www.oksimo.org/2023/04/11/grundbegriffe-nachhaltige-entwicklung-empirische-theorie-kommune-spielen/ , https://www.oksimo.org/theorie-2/

LÖSUNGSBAUSTEINE
  1. Das Projekt benötigt eine minimale Orga– und Expertengruppe. Die Orga-Gruppe kümmert sich um die Realisierung der Veranstaltungen, und die Expertengruppe kümmert sich um die Einlösung der Anforderungen für die Konzepte NET, Planspiel und Computersimulation.
  2. In offenen Diskussionsgruppen werden Aufgaben der Gemeindevertretung offen diskutiert, analysiert und es werden mögliche Lösungen erwogen.
  3. Die Ergebnisse der offenen Diskussionsgruppen werden im Anschluss von Experten in das Format eines Planspiels übersetzt.
  4. In einer nachfolgenden Sitzung kann der Entwurf eines Planspiels von allen Bürgern real getestet werden. Die Erfahrungen mit dem Spiel werden direkt im Anschluss ausgewertet.
  5. Anhand der Auswertung kann das Planspiel möglicherweise weiter verbessert werden.
  6. Parallel zur Arbeit am Planspiel kann eine andere Gruppe eine Computersimulation ausarbeiten, die öffentlich über eine Webseite zugänglich gemacht wird.
  7. Es ist ein offener Prozess, ob und wie die Gemeindevertreter mit den Ergebnissen der Arbeit der Bürger umgehen: werden sie Ergebnisse der Bürger berücksichtigen, und wenn ja: wie? Unabhängig davon können die Bürger die Ergebnisse in der Öffentlichkeit diskutieren und dadurch die Arbeit der Gemeindevertretung kommentieren.
KONZEPTE
  1. Im Konzept einer NET wird klar unterschieden zwischen den Elementen (i) Ausgangslage, (ii) Erwünschte Ziele, (iii) Mögliche Maßnahmen zur Veränderung, (iv) Anwendungen von Maßnahmen auf eine gegebene Situation sowie (v) Bewertung einer Situation, wie weit diese schon einem Ziel entspricht.
  2. Im Konzept Planspiel gibt es aktive Akteure, die für eine gegebene Ausgangslage versuchen, vereinbarte Veränderungsmaßnahmen zur Anwendung zu bringen. Nach einer festgelegten Zeit wird das erreichte Ergebnis bewertet und die Erfahrung der Akteure während des Prozesses wird diskutiert.
  3. Im Konzept Computersimulation werden sowohl die Ausgangslage, die Ziele und die Veränderungsmaßnahmen so eingegeben, dass das Programm in Form einer Simulation vorspielen kann, was passiert, wenn man die Veränderungsmaßnahmen anwendet.
  4. Um ein Planspiel durchspielen zu können, muss es natürlich zuvor ausgearbeitet werden. Dazu kann die gesamte Erfahrung aller Beteiligten eingebracht werden. Dies geschieht am besten in Form eines oder mehrerer Workshops, bei dem das Konzept einer NET als Leitfaden im Raum steht. Die Beteiligten können ihre Ausarbeitung jederzeit unterbrechen und ausprobieren, ob und wie weit auf der Basis ihrer Ausarbeitungen ein Planspiel schon funktioniert. Falls genügend Experten vorhanden sind, kann man ein fertiges Planspiel dann auch in Form einer Computersimulation anlegen, die es jedem Bürger erlaubt, auf Knopfdruck, sich die erarbeiteten Prozesse von der Ausgangslage zu einer Lösungssituation in Form einer Simulation anzuschauen. Sollten im Laufe der Zeit mehrere Planspiele erarbeitet werden, könnten diese Computermodelle auch miteinander ‚verzahnt‘ (integriert) werden, so dass sich die Bürger immer mehr Prozesse — auch in ihrem Zusammenspiel — anschauen könnten.
  5. Sollte sich im Verlauf der Experimente heraus stellen, das bestimmte Verfahren und Methoden des Experiments geeignet erscheinen, von der realen Gemeindevertretung übernommen zu werden, dann könnte sich die Gemeindevertretung schrittweise verändern/ umbauen/ optimieren.
  6. Das Experiment ‚Demokratie-Labor‘ endet dann, wenn niemand mehr mitmacht 🙂

DEMOKRATIE – Beispiel einer VERÄNDERUNGSSTRATEGIE. Ein DEMOKRATIE-LABOR für eine KOMMUNE

Letzte Änderung: 18.Dez 2024

Autor: Gerd Doeben-Henisch

(An dieser Stelle Danke an Manfred Klimmeck für seine intensiven, kritischen und konstruktiven Kommentare seit Version 1)

Kontakt:datw@oksimo.org

KONTEXT

Dieser Text gehört zum Thema DEMOKRATIE. Es ist ferner geplant, diesen Teil 1 mit Teil 2 in das Buch D@W zu übernehmen. Siehe dort den Abschnitt „Demokratie@Work: Ein Realexperiment“.)

DEMOKRATIE und VERÄNDERUNGSSTRATEGIE

AUSGANGSLAGE – Wissen ist unumgänglich

Unter dem Obertitel ‚Demokratie‘ geht es zunächst mal um die begriffliche Klärung, was in diesem Text unter ‚Demokratie‘ verstanden wird. Sobald durch diese Klärung hinreichende Klarheit entstanden ist, kann sich angesichts einer realen Situation die Aufgabe stellen, das eine oder andere zu verändern.

In vorausgehenden Überlegungen wie z.B. jene vom 5.Juni 2023 DEMOKRATIE ALS ‚ZWEIGETEILTES EINS‘. SKIZZE und vom 16.April 2024 DEMOKRATIE ALS ‚ZWEIGETEILTES EINS‘.  ERGÄNZUNG: WOLKE DES WISSENS wurden einige Grundelemente thematisiert, die für eine Demokratie wichtig sind. In beiden Texten nahm dabei die Rolle des ‚gemeinsamen Wissens‘ — auch ‚Wolke des Wissens‘ genannt — eine zentrale Stelle ein. Ohne eine aktuelle, zutreffende aktive ‚Wolke des Wissens‘ ist eine moderne Demokratie grundsätzlich nicht möglich.

Letztlich ist es ein ‚gemeinsames Wissen‘, was Bürger und gewählte Vertreter verbindet, wechselseitig inspiriert, Rückhalt gibt, und nicht nur eine gegenwärtige, aktuelle Situation angemessen abbildet, sondern auch notwendige und mögliche Veränderungen sichtbar macht, die aus der von Problemen geladenen Gegenwart in eine — hoffentlich — weniger Problem geladene Zukunft führen kann.

CHRONISCHER MANGEL AN WISSEN

Solch ein ‚gemeinsames Wissen‘ entsteht nicht ‚einfach so‘: es erfordert reale Arbeit mit entsprechendem Zeitbedarf, eingebettet in Kommunikationsprozesse, die geeignet sind, in allen Beteiligten das notwendige Wissen entstehen zu lassen: Recherchieren, klären, diskutieren, Skizzen machen, Schaubilder, Modelle erarbeiten, Abläufe testen, immer hinreichend dokumentieren und vieles mehr gehören dazu.

Jeder der im Berufsleben steht, sei es in Firmen, Verwaltungen, in Behörden oder dergleichen mehr, der weiß, dass eine Sache fast nie funktioniert: zusätzlich zur ’normalen‘ Arbeit sich Zeit zu nehmen, um mit anderen Kollegen und Kolleginnen über mögliche Verbesserungen, über mögliche Alternativen zu den eingefahrenen Abläufen gemeinsam nachzudenken, ohne Druck, mit Freiheit zum Denken, etwas gar experimentell einfach mal auszuprobieren. Die Gegenwart erscheint in der Regel so wichtig, so übermächtig wichtig, dass Gedanken zu möglichen die Zukunft erhaltenden Maßnahmen in der Regel schon im Ansatz unterdrückt werden.

In Kommunen mit ihren Verwaltungen, mit den Gemeindevorständen und den zentralen Gemeindevertretungen ist dies nicht anders. Möglicherweise ist es hier sogar drängender als in anderen Bereichen wie z.B. in der Wirtschaft: wenn sich in der Wirtschaft neue Märkte öffnen, neue Technologien verfügbar werden, neuartige Probleme auftreten, dann können sich im Prinzip — nicht immer ganz einfach — neue Dienstleistungen herausbilden, die sich auf dieses ‚Neue‘ einstellen, können sich neue Produktionsformen oder gar neue Firmen bilden, die sich darauf spezialisieren. Die ‚politischen Kernstrukturen‘ einer Kommune sind per Verfassung in ihrer Struktur und in ihrer Größe ‚festgeschrieben‘: bei 13.000 Einwohner beispielsweise sind nur 37 Gemeindevertreter für die Gemeindevertretung zugelassen. [1] Was immer sonst in solch einer Kommune an Strukturen existiert, es sind diese 37 Bürger, die alle aktuellen und potentiell zukünftigen Prozesse vordenken, bewerten, entscheiden und dann ihre Umsetzung anstoßen und überprüfen müssen. Angesichts der Vielzahl der Probleme einer solchen Kommune heute, dazu die stark gewachsene Komplexität der verschiedenen Sachverhalte, ist es im Normalfall ausgeschlossen, dass diese 37 Bürger — mehrheitlich Ehrenamtliche — über die notwendige Zeit verfügen, sich in alles hinein arbeiten zu können, noch besitzen sie oft die notwendigen Kompetenzen, die es braucht, die anstehenden Aufgaben angemessen zu verstehen.

In dieser Ausgangslage ist es weder möglich, der aktuellen Gegenwart ‚maximal‘ gerecht zu werden, noch den verschiedenen möglichen Zukünften, die sich aus einer Gegenwart ergeben können. Allerdings, wir leben in einer ‚realen‘ Welt mit ‚endlichen Randbedingungen‘. Die Anforderung, in den Lösungen zu gestellten Aufgaben ein ‚Optimum‘ zu erreichen, kann in dieser Welt immer nur eine ‚Annäherung‘ an ein Optimum sein, zumal wir zu einem gegebenen Zeitpunkt die verschiedenen möglichen Zukünfte weitgehend nicht kennen. Wir müssen diese letztlich ‚erraten‘!

[1] Siehe die Hessische Gemeindeordnung (HGO) in der Fassung der Bekanntmachung vom 7. März 2005, §38 : https://www.rv.hessenrecht.hessen.de/bshe/document/jlr-GemOHE2005pP38

NICHT AUFGEBEN

Sich in solch einer Situation mit einem ‚dann ist es halt so‘ von möglichen verbesserten Ansätzen für mögliche Lösungen einfach so zu verabschieden, ist vielleicht nicht die beste Strategie.

Vor allem sollte man sich klar machen, dass diese unbefriedigende Situation nicht dadurch bedingt ist, dass die jeweiligen gewählten Bürger ’schuldhaft ungenügend‘ sind, sondern diese Situation ist so, weil die geltende Verfassung diesen Zustand in einer endlichen Welt erzwingt; wie immer wir es drehen und wenden wollen: 37 gewählte Vertreter werden sich immer in der Situation vorfinden, in der die verfügbaren Mittel vorne und hinten nicht ausreichen werden, egal welche Bürger gewählt werden.

WAS KÖNNEN WIR TUN?

Möchte man zumindest versuchen, etwas zu tun, dann kann man sich die Tatsache zu Nutze machen (siehe Bild ‚Lösungsprozess…‘), dass die gewählten Bürger in der Gemeindevertretung (GV) zwar von der Verfassung autorisiert sind, ‚repräsentativ‘ zu entscheiden (d.h. ohne Rücksicht auf ’spezielle Bedürfnisse von Bürgern‘ nehmen zu müssen), dass sie aber zugleich auch dem ‚Wohl des Volkes‘ verpflichtet sind, und zwar in aller erster Linie, unabhängig von ihrem aktuellen Parteiprogramm! Was aber ist das ‚Wohl des Volkes‘?

Da kein einzelner Mensch in einer Demokratie beanspruchen kann, es alleine bessere zu wissen als alle anderen, spielen also ‚die Anderen‘ eine wichtige Rolle. Da es in einer ‚endlichen Welt‘ nicht möglich ist, immer ‚alle anderen‘ einzubeziehen, braucht man eine ‚pragmatische Lösung‘ durch die zumindest die Möglichkeit besteht, ’so viele wie möglich, die wollen‘, in den Prozess einer ‚Lösungssuche‘ zu einer ‚Menge von Aufgaben‘ einzubeziehen (siehe BILD).

BILD : Lösungsprozess mit Erweiterungsmöglichkeiten. Dies ist wie folgt zu verstehen: Im ‚Normalfall‘ tagt die Gemeindevertretung (GV, Standard), behandelt ihre Aufgabenstellung und beschließt Lösungen. Es steht der Gemeindevertretung aber frei, den Prozess ihrer ‚Lösungssuche‘ freiwillig zu erweitern, indem sie Erweiterte Sitzungen vereinbart, in denen sowohl die offizielle Gemeindevertretung (GV, Standard) sich engagiert, wie auch Bürger, die an der Lösungssuche mitwirken wollen (GV, Experimentell). Dies werden immer nur einige wenige Bürger sein (GV, experimentell, partiell). Solche ‚optional erweiterte‘ Sitzungen sind natürlich in mehrfachem Sinne ‚Risiko behaftet‘, bieten allerdings auch eventuell eine ‚Vergrößerung des Lösungspotentials‘. Ein noch anderer Ansatz besteht darin, dass die Bürger selbst eine ‚Simulierte Gemeindevertreter Sitzung‘ organisieren, bei der die ‚echten‘ Gemeindevertreter wie alle anderen auch als Bürger teilnehmen können (GV, Experimentell, partiell). Diese ‚optionalen Sitzungen‘ haben keinerlei verbindlichen Charakter für die Lösungen der normalen Gemeindevertretung. Wenn in diesen optionalen Sitzungen Lösungen entstehen, die von einer Mehrheit als ‚gut‘ betrachtet werden, kann die normale GV entscheiden, ob sie diese übernimmt.

Es ist den gewählten Bürgern — den Gemeindevertretern — frei gestellt, ob sie sich auf solche ‚erweiterten Lösungs-Such-Modelle‘ einlassen wollen oder nicht. Es ist einer GV freigestellt, ihre ‚Lösungsprozesse‘ so zu öffnen, dass möglichst viele Bürger auf unterschiedlichste Weise so teilnehmen können, dass in konkreter Interaktion mit den interessierten Bürgern eine möglichst große Bandbreite dessen sichtbar wird, was für die Lösung der Aufgabe wichtig ist bzw. sein kann. Letztlich muss auch dann die GV entscheiden, aber die Entscheidungsbasis kann auf Erweiterung des Verfahrens der Lösungs-Suche erheblich differenzierter ausfallen und mit mehr Qualität angereichert sein.

EINE STRATEGIE DER VERÄNDERUNG ?

Will die GV ihren Prozess der Lösungs-Suche erweitern, dann muss man natürlich vorab die Frage beantworten, wie denn überhaupt ein ‚besseres Verfahren‘ der Entscheidungsfindung aussehen könnte, damit man aktuelle Entscheidungsprozesse verbessern kann.

Gleichzeitig wird man davon ausgehen müssen, dass man nicht einen ‚laufenden Betrieb‘ einfach mal so ‚umbaut‘. Dadurch würden die normalen Prozesse empfindlich gestört; ein zu großes Risiko.

Ein erprobtes Veränderungsmodell wäre hier die Einführung einer parallelen ‚experimentellen Struktur‘, in der man versucht, alle wichtigen Anforderungen einer realen Gemeindevertretung aufzugreifen, mit allen realen Daten, unter Beachtung der offiziellen ‚Regeln‘ der Verfassung, die aber im Falle von Fehlern kein Unheil anrichten würde, im Gegenteil: alle Beteiligten würden aus Fehlern sehr viel Lernen können! Solch eine parallele experimentelle Struktur könnte eben ein ‚Demokratie Labor‘ sein, das solche Experimente erlaubt.

Ein erstes Konzept

für die konkrete Ausgestaltung eines Demokratie-Labors für die Realisierung einer experimentellen Gemeindevertretung (GV, Experimentell, partiell) findet sich im folgenden Beitrag: https://www.oksimo.org/2024/12/02/demokratie-labor-beispiel/

D@W : WORUM ES GEHT?

Beginn: 18.Nov 2024

Letzte Änderung: 1.Dez 2024

Autor: Gerd Doeben-Henisch

Kommentare an: datw@oksimo.org

KONTEXT

Der folgende Text ist Teil des Buches ‚Demokratie@Work (kurz: D@W).

WORUM ES GEHT?

In dem Buch D@W geht es um eine Anleitung, wie jeder in seiner Umgebung demokratisch leben kann. Dazu wird es notwendig sein, zu Beginn zu erläutern, was im Kontext dieses Buches unter ‚Demokratie‘ im Unterschied zu einer ‚Autokratie‘ verstanden wird. Jeder, der Lust hat, kann zu den Texten auch Kommentare schreiben (oder sprechen :-))(siehe Mailadresse für Kontakt).

D@W : EINLEITUNG (Version 1)

Letzte Änderung: 12.Nov 2024

Autor: Gerd Doeben-Henisch

Kontakt: info@oksimo.org

KONTEXT

Der folgende Text ist Teil des Buches ‚Demokratie@Work (kurz: D@W).

EINLEITUNG (Version 1)

(Die neue Version 2 kann man HIER lesen)

Der Auslöser für dieses Buch sind die aktuellen Veränderungen im Umfeld von Demokratien weltweit und national.

Während man in den 1920-iger Jahren und dann direkt nach dem zweiten Weltkrieg eine starke Zunahme von Demokratien in westlichen Ländern und dann auch weltweit beobachten konnte, vermehren sich die Anzeichen seit den 2020-iger Jahren, dass Demokratien schwächeln, wichtige ihrer Eigenschaften verlieren oder dass sie gar ganz in ein autokratisches System zurückfallen. Gleichzeitg ist ein Erstarken von Autokratien weltweit unübersehbar, bei gleichzeitig zunehmender Vernetzung unter diesen.

Unabhängig von den jeweiligen gesellschaftlichen Formaten erleben die Menschen in ihrem Alltag mindestens ein Stagnieren ihrer Lebensverhältnisse (in den ehemals wohlhabenden Ländern) oder eine beginnende Verschlechterung. Bislang eher ‚arme‘ Ländern erleben einen Daueralltag am Rande der Erträglichkeit, massive Umweltzerstörungen, kriegerische Auseinandersetzungen, Unterdrückung und Flucht in großem Stil.

Dazu kommen weltweit unübersehbar immer häufiger und immer intensiver Naturkatastrophen in Form von Hitzewellen, Starkregen und heftigsten Stürmen, die schon jetzt Schäden hervorrufen, die weit über alles hinausgehen, was die Menschen bisher erlebt haben.

Im Bereich der Ressourcen, die Menschen zum Leben brauchen, bricht immer mehr alles weg, was für die Ernährung, für ein Wohnen, für die Arbeit, für Ausbildung und für eine Zukunftssicherung zentral ist.

Dies führt bei den Menschen zu Verzweiflung, zu Hofffnungslosigkeit, zu Wut, zum Vertrauensverlust in die politisch Verantwortlichen und in die Institutionen des Staates.

Während autokratische Systeme die Not und die Verzweiflung ihrer Bürger rücksichtslos ausblenden, zum Schweigen bringen, sie weg-lügen, sind die politisch Verwantwortlichen in noch demokratischen Staaten íhren Bürgern direkter ausgeliefert. Einfach wegsperren oder niederknüppeln kann man die Unzufriedenheit der Bürger nicht, aber man kann vertuschen, man kann lügen, man kann schnelle Versprechungen machen, von denen man wissen kann, dass sie letztlich nichts verbessern sondern verschlechtern.

Die rudimentären Mechanismen der ‚Verantwortung gegenüber den Bürgern‘ durch periodische Wahlen erweisen sich mittlerweile als zu schwach. Innerhalb einer Wahlperiode können die politisch Verantwortlichen mehr kaputt machen als sie in der gleichen Zeit wieder reparieren könnten. Ein unfähiges politisches System kann auf diese Weise in wenigen Wahlperioden ein Land ‚an die Wand‘ fahren.

Wenn in einer solchen Situation die Bürger voller Verzweiflung jeden wählen, der einfach nur ‚anders‘ ist ohne Rücksicht darauf, dass der ‚vermeintliche Heilbringer‘ selbst über keinerlei wirksamen Lösungen verfügt, dann ist dies — normalerweise — der letzte Akt einer demokratischen Bevölkerung; die Demokratie beginnt sich genau in diesem Moment einer ‚verzweifelten blinden Wahl‘ aufzulösen.

Mit dem Verlust der ‚Wahrheit‘ beginnt die große ‚Dunkelheit‘, die aus sich heraus keine Rückkehr kennt.

Genau an diesem Punkt in der Geschichte der Menschen auf diesem Planeten als Teil einer Biosphäre, ohne die kein einziger Mensch leben kann, setzt dieses Buch ein.

  1. Kann eine Demokratie heute überleben?
  2. Kann eine Demokratie gerade in der aktuellen Situation vielleicht sogar mehr erreichen als jede bekannte Autokratie?

Die Antworten auf beide Fragen heißen klar: ‚Ja‘!

BiG WALD : BERICHT von der EXKURSION am 10.Nov.2024. Dazu: DEMOKRATIE in SCHÖNECK – Etwas Neues?

Letzte Änderung: 16.Nov 2024

Autor: Gerd Doeben-Henisch (BiG-Koordinator)

Email: big@oksimo.org

KONTEXT

Dieser Text ist Teil der Liste der BiG-Rundbriefe

BEGINN TEXT

Liebe Alle,

Hier ein kurzer Bericht von der BiG WALD-Exkursion vom 10.11.24 in Kooperation mit dem Vogelschutzverein Schöneck. 

BILD : Die Gruppe der Teilnehmer vor dem Haus der Vogelschutzfreunde. Die Frau mit dem Korb vor dem Fenster ist Monika
Pickert-Andres und neben ihr ‚im Fenster‘ ihr Mann Thomas
Andres. Yvonne Heil ist die Dritte von links.

Am 10.11.24 fand in Kooperation von BiG (Bürger im Gespräch) und dem Vogelschutzverein Schöneck eine Exkursion im „Wald zwischen Kilianstädten und Büdesheim‘ statt. Unter dem Titel „Jetzt wird’s tiny Die faszinierende Biologie der Moose und Flechten“ wurde das Thema Moose und Flechten als Teil unseres Ökosystems beleuchtet.

Hierzu hatte BiG zwei Biologen geladen. Monika Pickert-Andres und ihr Mann Thomas Andres als versierte Fachleute boten uns hochinteressante Einblicke in die Welt der Mikrohabitate. Sehr anschaulich präsentierten sie die Biologie dieser besonderen Arten. Auch wurden Exemplare aus anderen Waldregionen demonstriert. Die Teilnehmer konnten sich zusätzlich mikroskopische Exponate und andere Sammelstücke unter dem Binocolar anschauen.

Bei einem Rundgang durch den Wald konnte anschaulich gezeigt werden, dass dieser Wald wenige Flechtenarten enthält, verschiedene Moosarten konnten jedoch angesprochen werden. Beide wiesen auf die Bedeutung dieser Lebewesen hin und führten ihren Stellenwert im globalen Ökosystem auf.

Anschließend gab es im Vogelschutzvereinshäuschen bei Kaffee und Kuchen einen lebhaften Austausch interessierter Bürger.

Anmerkung: Weitere Exkursionen werden folgen, dazu auch bald ‚Round Table Gespräche‘ mit Experten zu verschiedenen Themen unseres Waldes.

DEMOKRATIE in SCHÖNECK – Etwas Neues?

Im letzten Rundbrief ( Siehe: https://www.oksimo.org/2024/11/04/rundbrief-big-wald-ankuendigung-exkursion-so-10-nov-24-14-16h-bericht-vom-so-27-okt-24-demokratie-in-schoeneck-impressionen/ ) hatten wir an dieser Stelle von einem Brief berichtet, den wir vom Gemeindevorstand Schöneck am 21.Okt als BiG bekommen haben. Es ging um den Hinweis, dass wir als ‚Privatleute‘ in Zukunft für die Nutzung von Räumen der Gemeinde entsprechend der Gebührenordnung zahlen müssten. Zum Glück hatte wir vor dem Start der Bürgerinitiative ‚Bürger im Gespräch (BiG)‘ – damals noch im Coronajahr 2022 – das Problem mit den Gebühren für ‚normale Bürger‘ schon erkannt. Kurz bevor wir deswegen die Idee von einer ‚Partei übergreifenden Bürgerinitiative‘ wieder fallen lassen wollten, entdeckte einer, dass es im Deutschen Parteigesetz den §1.2 gibt, der alle Parteien dazu auffordert, sich nicht nur um Bürger zu bemühen, die bereit sind, sich innerhalb der wichtigen Fraktionen zu engagieren, sondern sich auch ganz grundsätzlich für Bürger einsetzen sollten, um diese zu ermutigen, sich als Bürger für Themen der Gemeinde zu engagieren. Da einer den direkten Draht zum Vorstand des Grünen Ortsverbands Schöneck hatte, wurde dieser gefragt, ob er sich vorstellen könnte, solch eine Bürgerinitiative im Sinne des §1.2 zu unterstützen (jede andere Partei hätte es auch sein können!). In einer denkwürdigen Sitzung am 5.Januar 2023 entschied der Vorstand, sich auf das Risiko Bürgerinitiative einzulassen. Immerhin konnte der Vorstand zu diesem Zeitpunkt nicht wissen, was sich daraus entwickeln würde, insbesondere auch unter der Bedingung, den Bürgern in BiG völlig freie Hand zu lassen. Was würde dies im weiteren Verlauf für den Grünen Ortsverband bedeuten?

23 Monate später wissen wir, was passiert ist: Es gibt vier aktive Themengruppen (Wald, Wasser, Geoinformationssysteme, Energie) und es gibt spannende Pläne für das Jahr 2025.

Als BiG haben wir dem Gemeindevorstand entsprechend am 21.Okt 2024 geantwortet. Am 7.Nov 2024 konnte uns dann Frau Bürgermeisterin Wacker in einem Schreiben mitteilen, dass der Gemeindevorstand unser Vorgehen nach §1.2 des Parteiengesetzes mit Unterstützung des Grünen Ortsverbands akzeptiert. Dies ist natürlich sehr erfreulich. Auf einen Hinweis in unserem Antwortschreiben vom 27.Okt 24, dass es für eine bürgerfreundliche Atmosphäre in unserer Gemeinde vielleicht hilfreich wäre, dass alle Bürger, die sich zu einer Bürgerinitiative zusammen schließen – auch unabhängig von einer konkreten Partei –, Räume der Gemeinde unentgeltlich nutzen können, ist der Gemeindevorstand nicht eingegangen. Aber, was noch nicht ist kann vielleicht noch werden 🙂 

Für alle Bürger in der Gemeinde ist es aber vielleicht eine wichtige Anregung, zu wissen, dass sie über den §1.2 jede Partei in der Gemeinde zwecks Unterstützung fragen können. Das regt zum ‚Träumen‘ an: wenn tatsächlich alle (!) Parteien auf diese Weise immer mehr Bürger für ein parteiübergreifendes Engagement zu wichtigen Themen in der Gemeinde motivieren könnten? … 

Wir als BiG-er freuen uns erst mal, dass wir engagiert weiter arbeiten können. Ob der Grüne Ortsverband sich auch über uns freut? Politik kann spannend sein 🙂

Herzliche Grüße,

Gerd Doeben-Henisch

(Koordinator von BiG)

PS2: Gerd Doeben-Henisch ist Bürger von Schöneck, emeritierter Prof. der Frankfurt University of Applied Sciences und ist Mitglied im Vorstand der Grünen Schöneck.

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DEMOKRATIE

Nach dem Grundgesetz sind alle gewählten Vertreter nur ihrem Gewissen und dem ‚Wohl des Volkes‘ verpflichtet. Selbst Parteiprogramme dürfen diese individuelle Entscheidung nicht eingrenzen! Dies ist eine sehr starke Form von repräsentativer Demokratie. Was aber ist, wenn die Bürger das Vertrauen in die gewählten Vertreter verlieren? Miteinander  reden kann helfen … BiG (Bürger (auch gewählte Vertreter) im Gespräch) versteht sich als kleiner Beitrag zu dieser großen Aufgabe.

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AKTUELLE BiG-THEMENGRUPPEN

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Zum BiG-Email-Rundbrief:

!!! Hinweis:  Emails an die Adresse big@oksimo.org landen NICHT automatisch auf dem Verteiler. Dieser ist geschützt, auch wegen der ausdrücklichen Bitte einzelner, ihre Adressen zu schützen !!!

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D@W : EINLEITUNG : Autokratien und Demokratien – Minimale Definitionen (Version 2)

Letzte Änderung: 15.Dez 2024

Autor: Gerd Doeben-Henisch

Kommentare an: datw@oksimo.org

KONTEXT

Der folgende Text ist Teil des Buches ‚Demokratie@Work (kurz: D@W).

EINLEITUNG : Autokratien und Demokratien – Minimale Definitionen (Version 2)

(Die Version 1 kann man HIER finden)

Der Auslöser für dieses Buch sind die aktuellen Veränderungen im Umfeld von Demokratien weltweit und national.

Während man in den 1920-iger Jahren und dann direkt nach dem zweiten Weltkrieg eine starke Zunahme von Demokratien in westlichen Ländern und weltweit beobachten konnte, mehren sich die Anzeichen seit den 2020-iger Jahren, dass Demokratien schwächeln, wichtige ihrer Eigenschaften verlieren oder dass sie gar ganz in autokratische Systeme zurück fallen. [1] Gleichzeitig ist weltweit eine zunehmende Vernetzung von Autokratien zu beobachten. [2]

Eine einfache, sehr grundsätzliche Charakterisierung einer ‚Autokratie‘ könnte so lauten: ab einem bestimmten Zeitpunkt hat es jemand geschafft, so viel Macht samt genügend vielen ‚Vasallen‘ für sich einzusammeln, dass er ab dann allen anderen Menschen in seinem Land seinen Willen aufzwingen kann. Echte Opposition kann nicht mehr stattfinden.

Eine ebenso grundsätzliche Charakterisierung von ‚Demokratie‘ könnte lauten: eine Demokratie ist keine Autokratie. Dies besagt: ab einem bestimmten Zeitpunkt hat sich ein Land auf eine Menge von Regeln (‚Verfassung‘) geeinigt, die vorgeben, wie die ‚Macht‘ im Land für bestimmte Zeiträume auf eine Gruppe von Bürger übertragen wird, die durch öffentliche ‚Wahlen‘ ermittelt wurden.

Jene grundlegenden Regeln, die meist als ‚Verfassung‘ bezeichnet werden, haben eine Eigenschaft, die sie von allen anderen möglichen Regeln abheben: sie bilden die ‚Master-Regeln‘, die allen anderen möglichen Regeln innerhalb einer demokratischen Gesellschaft zu Grunde liegen. Die ‚Master-Regeln (die Verfassung) legen fest, wie das ‚Spiel‘ (der demokratische Alltag) gespielt werden soll. Damit die ‚Einhaltung der Master-Regeln‘ minimal ‚abgesichert‘ werden kann, braucht es eine Institution, die von den politisch Handelnden ‚unabhängig‘ ist. Bei normalen Spielen — z.B. im Sport — ist dies ein ‚Schiedsrichter‘, in demokratischen Gesellschaften ist dies ein ‚oberstes Gericht’ (z.B. ein ‚Verfassungsgericht‘), das für Bürger wie gewählte Vertreter als ‚Entscheidungsinstanz‘ auftritt. Die Master-Regeln sehen normalerweise auch vor, auf welche geordnete Weise eine demokratische Gesellschaft ihre Master-Regeln ändern kann.

Innerhalb der Master-Regeln gibt es einige zusätzliche Regeln. Im Kern sagen sie Folgendes: (i) Die gewählten Vertreter vereinbaren ‚ausführende Organe‘, die die Politik real umsetzen müssen, aber kontrolliert bleiben von den gewählten Vertretern. (ii) Damit Bürger ‚verantwortlich wählen‘ können, muss sichergestellt sein, dass es eine ‚funktionierende Öffentlichkeit‘ gibt, die dafür Sorge trägt, dass alle Bürger jederzeit über alle Handlungen der gewählten Vertreter informiert sein können, wie auch umgekehrt, die gewählten Vertreter verlässliche Informationen über die Meinungen der Bürger erhalten können.

Diese grundsätzliche Charakterisierung einer ‚Demokratie‘ (Master-Regeln plus i-ii) beschreibt allerdings nur die ‚formale Hülle‘ einer Demokratie. Was genau die einzelnen Menschen als Akteure in solch einer Gesellschaft als Bürger oder als gewählte Bürger ‚Fühlen‘, ‚Denken‘ oder ‚Tun‘, ist durch diese ‚Hülle‘ in keiner Weise festgelegt.

Mit dieser Charakterisierung einer demokratischen Gesellschaft folgt, dass eine überwiegende Mehrheit der Bevölkerung – real oder gefühlt – mit ihren ‚Lebensverhältnissen‘ ‚zufrieden‘ sein muss, damit eine hinreichende Akzeptanz der ‚herrschenden Verhältnisse‘ gegeben ist. Zerbröckelt diese Zufriedenheit der Mehrheit, nimmt die Akzeptanz ab, dann können in einer demokratischen Gesellschaft relativ leicht solche Bürger gewählt werden, die ganz neue Sichten vertreten. Nur weil solche ‚Neue Ansichten‘ dann ‚anders‘ aussehen, heißt dies nicht sofort, dass sie ‚schlecht‘ sind. Schlecht wären sie nur dann, wenn mit diesen neuen Ansichten der ‚Bezug zur realen Welt‘ so verzerrt, so gestört wäre, dass ein Handeln auf der Basis dieser neuen Ansichten die ‚Probleme‘ einer demokratischen Gesellschaft nur verstärken würde.

Als nächstes sollen zwei Fragen geklärt werden:

  1. Ist eine Demokratie auf Dauer überlebensfähig?
  2. Kann eine Demokratie vielleicht sogar ‚besser‘ überleben als eine Autokratie?

Die Antworten auf diese beiden Fragen sind entscheidend: Kann eine dieser Fragen nicht mit JA beantworten, dann gibt es keinen zwingenden Grund, sich für eine ‚demokratische Gesellschaft‘ zu entscheiden. Allerdings kann dann immer noch die ‚Lebensqualität‘ in einem dieser Systeme besser sein.

Anmerkungen

[1] Eine ausführliche Übersicht über das Phänomen ‚Demokratisch‘ seit 1789 findet sich in diesem Buch im Abschnitt „Wir sind Demokratisch“ ( https://www.oksimo.org/2024/10/17/dw-wir-sind-demokratisch/ ). Es zeigt für alle Kontinente und viele Länder im einzelnen, wie das schwedische V-Dem Institut die Verteilung von Eigenschaften gemessen hat, die im Kontext von ‚Demokratien‘ als charakteristisch angenommen werden.

[2] Zu diesem ganzen Komplex eine sehr informative umfassende Darstellung von Anne Applebaum in ihrem Buch „Die Achse der Autokraten“, 2024, Siedler Verlag

DIALOG MIT CHATGPT4o zur KOMMENTIERUNG der obigen Charakterisierungen von AUTOKRATIE und DEMOKRATIE

Anmerkung: Dieser Dialog fand im Anschluss an den eigenen Text statt als eine Art ‚Gegenkontrolle‘ durch den ‚Mainstream‘

FRAGENDER

Wie würdest Du den Begriff ‚Autokratie‘ charakterisieren?

CHATGPT4o

Autokratie ist eine Regierungsform, bei der die Macht in den Händen einer einzigen Person oder einer kleinen Gruppe konzentriert ist. Entscheidungen werden meist ohne Beteiligung der Bevölkerung oder unabhängiger Institutionen getroffen. Autokratien schränken oft grundlegende Rechte wie Meinungs- und Pressefreiheit ein und unterdrücken oppositionelle Kräfte. Diese Systeme legen großen Wert auf Kontrolle und Stabilität, während Transparenz und Machtkontrolle in der Regel fehlen.

FRAGENDER

Wie würdest Du den Begriff ‚Demokratie‘ charakterisieren?

CHATGPT4o

Demokratie ist eine Regierungsform, in der die Macht vom Volk ausgeht. Entscheidungen werden durch gewählte Vertreter oder direkt von der Bevölkerung getroffen. Grundprinzipien sind freie Wahlen, Meinungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit und der Schutz individueller Rechte. Demokratie fördert politische Teilhabe, Transparenz und Gewaltenteilung, um Machtmissbrauch zu verhindern. Sie strebt den Ausgleich unterschiedlicher Interessen an und basiert auf dem Konsens über gemeinsame Regeln.

FRAGENDER

Die Forderung nach ‚Transparenz‘ und ‚Meinungsfreiheit‘: Was muss geschehen, dass dies real möglich ist?

CHATGPT4o

Für echte Transparenz und Meinungsfreiheit braucht es: (1) Freien Zugang zu verlässlichen Informationen, unabhängig von staatlicher oder wirtschaftlicher Kontrolle; (2) Medienvielfalt und unabhängige Journalisten, die ohne Angst vor Repression arbeiten können; (3) Bildung, um Informationen kritisch einzuordnen; (4) Klare Gesetze gegen Zensur und Manipulation; (5) Schutz für Whistleblower und Aktivisten, die Missstände aufdecken. Nur so können Bürger informiert und frei ihre Meinung äußern.

FRAGENDER

Was muss gegeben sein, um die Forderung „ Rechtsstaatlichkeit und der Schutz individueller Rechte“ zu gewährleisten?

CHATGPT4o

Rechtsstaatlichkeit und der Schutz individueller Rechte erfordern: (1) Unabhängige Gerichte, die frei von politischem Druck urteilen; (2) Klare, allgemein bekannte Gesetze, die für alle gelten; (3) Effektive Mechanismen zur Kontrolle staatlicher Macht; (4) Zugang zu rechtlicher Unterstützung für alle Bürger; (5) Schutz vor Willkür und Diskriminierung durch verbindliche Grundrechte; (6) Eine Kultur, die Rechtsstaatlichkeit respektiert und fördert.

FRAGENDER

Wie verstehst Du die Forderung nach „politische Teilhabe und Gewaltenteilung“?

CHATGPT4o

Politische Teilhabe bedeutet, dass Bürger aktiv am politischen Prozess teilnehmen können, etwa durch Wahlen, Bürgerinitiativen oder öffentliche Debatten. Gewaltenteilung teilt die Macht auf Legislative, Exekutive und Judikative auf, um Machtmissbrauch zu verhindern. Sie schafft gegenseitige Kontrolle und sichert, dass Entscheidungen transparent und im Interesse der Allgemeinheit getroffen werden. Beides stärkt die Demokratie und fördert ein Gleichgewicht der Interessen.

FRAGENDER

Kannst Du deine Formulierung „Sie strebt den Ausgleich unterschiedlicher Interessen an und basiert auf dem Konsens über gemeinsame Regeln“ noch ein wenig erläutern?

CHATGPT4o

Demokratie versucht, die Vielfalt der Meinungen und Interessen in einer Gesellschaft zu berücksichtigen. Konflikte werden durch Dialog und Kompromisse gelöst, um faire Lösungen zu finden. Konsens über gemeinsame Regeln bedeutet, dass sich alle auf Grundwerte wie Freiheit, Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit einigen. Diese Regeln bilden die Basis für friedliches Zusammenleben und garantieren, dass Entscheidungen legitim und für alle verbindlich sind.

FRAGENDER

Vielen Dank!