DLS : Basisversion 1.2 – Dokumentation

BEARBEITUNG : 27. März 2026 – 2. April 2026

Auf dieser Seite wird die Basisversion 1.2 der Demokratie-Labor Software anhand eines Beispiels auf der Seite demokratie-labor.com vorgestellt. Sie wird sobald wie möglich auch auf die offiziellen Seite demokratielabor.org übertragen.

Diese Seite gehört zur Themenseite Demokratie-Labor Software (DL-SW) (mittlerweile abgekürzt zu ‚DLS‘).

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kontakt@buerger-im-gespraech.org

Basisversion 1.2

BILD : Kurzüberblick über die Struktur und den Prozess der Version 1.2

Rollen und Drehbuch

Im Prinzip folgt das Konzept der Software der ‚Hessischen Gemeindeordnung (HGO)‘ sowie der ‚Geschäftsordnung für die Gemeindevertretung und die Ausschüsse der Gemeinde Schöneck‘ vom 30.9.2024. Aktuell werden für die Software folgende Rollen — vereinfachend — berücksichtigt:

  1. Für die notwendige Umgebung einer Sitzung der Gemeindevertretung (GV) ist ein Administrator (admin) vorgesehen, der alle Rahmenbedingungen aktiviert.
  2. Für das Zustandekommen einer GV-Sitzung ist der ‚Vorsitzende der GV‘ vorgesehen, der zwei Dinge tun muss: (i) Vereinbarung eines Sitzungstermins und (ii) Start einer GV-Sitzung am besagten Termin.
  3. Sobald der GV-Vorsitzende gestartet hat, können die einzelnen ‚Fraktionen‘ Anträge einreichen und im Anschluss daran darüber abstimmen.
  4. Das Ende der Antragsphase sowie Beginn und Abschluss der Abstimmungsphase wird ebenfalls vom GV-Vorsitzenden bestimmt (unter Einhaltung der Regeln).
  5. Im realen Sitzungsgeschehen einer GV-Sitzung gibt es noch den ‚Schriftführer‘. Im Rahmen der ‚digitalen GV-Sitzung‘ wird dieser nicht eigens benötigt, da alle Vorgänge ‚automatisch protokolliert‘ werden, so wird auch die abschließende ‚Niederschrift‘ am Ende der Sitzung automatisch erstellt.

Festlegung des Sitzungsschemas

Mit ‚Sitzungsschema‘ sind hier die ‚Rahmenbedingungen‘ für eine GV-Sitzung gemeint.

In einer realen Kommune ist es die Hessische Gemeindeordnung (HGO), welche festlegt, welches die wichtigen politischen Gremien in einer Gemeinde und welches ihre ‚Funktionen‘ sind. Zu diesen politischen Gremien gehört auch die Gemeindevertretung (GV). Sie ist das zentrale Macht-Organ der Gemeinde. Ihre konkrete Arbeitsweise wird in der ‚Geschäftsordnung der GV‘ geregelt.

Die typischen Elemente einer GV sind die gewählten GV Vertreter mit einer maximalen Zahl von Mitgliedern. Die GV der Kommune Schöneck hat 37 Mitglieder. Diese gehören normalerweise verschiedenen Wählergemeinschaften oder Parteien an. Zu Beginn einer Legislaturperiode wird offiziell festgestellt, welche Bürger aus der Kommunalwahl als ‚gewählte Vertreter‘ hervor gegangen sind, welchen ‚Fraktionen‘ sie zugeordnet werden, und wie viele Sitze jede Fraktion in der GV hat.

Beispiel Schöneck 2026

QUELLE: https://votemanager-da.ekom21cdn.de/2026-03-15/06435026/praesentation/ergebnis.html?wahl_id=769&stimmentyp=0&id=ebene_3_id_168

QUELLE: https://votemanager-da.ekom21cdn.de/2026-03-15/06435026/praesentation/ergebnis.html?wahl_id=769&stimmentyp=0&id=ebene_3_id_168

Durch die Wahlen ist dieses Schema von 6 Fraktionen mit individuell vielen Sitzen für Schöneck ab März 2026 festgelegt.

Für die Software kann man zwar beliebige Schemata vereinbaren — was auch für verschiedene Beispiele nahe liegt –, aber will man die Software für eine bestimmte Gemeinde benutzen — hier z.B. für Schöneck –, dann muss man ein entsprechendes Schema vorgeben.

Diese Festlegung eines Schemas erfolgt durch einen Administrator. Dieser muss sich einloggen

Nach Eingabe seines Passworts erscheint dann eine Abfrage zu wichtigen Eigenschaften des Schemas (welche jederzeit geändert werden können!):

Sobald dieses Schema vereinbart wurde, kann derjenige, welcher die Rolle des Gemeinde-Vorsitzenden innehat, auf der Basis dieses Schemas Termine für Sitzungen vereinbaren und entsprechend dann Sitzungen starten.

Für eine schnelle Demonstration wurde hier ein ‚fiktives Schema‘ vereinbart: Nur drei Fraktionen fr1 – fr3 mit den Sitzen (8, 10, 9).

Vorsitzender legt neuen Termin fest

Soll nun eine GV-Sitzung stattfinden, muss der GV-Vorsitzende als erstes einen ‚Termin‘ für solch eine Sitzung ‚vereinbaren‘.

Ein Pop-up Fenster gibt eine Bestätigung für diesen Termin:

Damit hat der GV-Vorsitzende zu einer GV-Sitzung mit Termin und Ort eingeladen.

Es wird davon ausgegangen, dass sich zum besagten Termin alle GV-Vertreter am besagten Ort einfinden. Die Uhrzeit ist üblicherweise 20h.

Vorsitzender startet ein Sitzung

Um eine Sitzung zu starten muss der GV-Vorsitzende aus der Liste der möglichen Termine den auswählen, zu dem er einladen will.

Wenn der GV-Vorsitzende den Termin vom 4.4.2026 auswählt, bekommt er folgende Rückmeldung:

Wenn der Vorsitzende der GV jetzt auf das Feld ‚Zur Sitzungssteuerung‘ klickt, dann öffnet sich ein Fenster für den Vorsitzenden der GV, um die ‚Sitzungssteuerung‘ zu beginnen:

Gibt der Vorsitzende der GV jetzt das Sitzungspasswort ein, dann öffnet sich ein Fenster, welches eine Sitzungssteuerung ermöglicht.

Phasen-Historie

Man erkennt hier eine neue Information: mit dem vollzogenen ‚Start der Sitzung‘ tritt die Sitzung in eine Abfolge von Phasen ein:

  1. Anmeldung der Teilnehmer
  2. Anträge einreichen
  3. Eingereichte Anträge abstimmen
  4. Beenden mit Erstellung einer Niederschrift

Zugleich wird eine ‚Ausgangslage‘ angezeigt: (1) Um welche Sitzung handelt es sich : Sitzung: Einführungssitzung (2) Wie viele der Fraktionen, welche das Sitzungsschema zulässt, sind aktuell angemeldet: Teilnehmer: 0 / 3. (3) Wie viele Anträge wurden in der Antragsphase bislang gestellt: Anträge: 0 (4) Wie viele Abstimmungen liegen bislang vor: Abstimmungen: 0

Zusätzlich gibt es einen Überblick über die drei möglichen Phasen der Sitzung: ‚Antragsphase starten‘, ‚Abstimmung starten‘ und ‚Sitzung beenden‘.

Zum Farbschema gibt es auf dem Bildschirm keine weiteren Informationen. Es gilt aber:

  • BLAU : Hier kann man anklicken, um die nächste Phase starten
  • GRAU : Dieses Feld ist aktuell inaktiv
  • GRÜN : Dieses Feld zeigt an, welche Phase gerade aktiv ist
  • Im Feld Phasen-Historie wird die Zeit angegeben, wann eine bestimmte Phase gestartet wurde.

Als erstes wird die Phase ‚Anmelden‘ angezeigt.

Damit die Anmeldephase aktiv wird, muss der GV-Vorsitzende dieses Anmeldefeld anklicken.

Fraktionen können sich in eine Sitzung einklinken

Nachdem der GV-Vorsitzende die GV-Sitzung für den 4.4.2026 gestartet hat können die gewählten Mitglieder der GV sich selbst — irgendwo, wo es einen Browser mit Internetverbindung gibt — anmelden. In der aktuellen Version kann sich immer nur eine ‚ganze Fraktion‘ anmelden, was den Fall voraussetzt, dass eine Fraktion immer ‚einstimmig‘ ist. Laut HGO können aber die einzelnen Mitglieder einer Fraktion ‚individuell verschieden‘ abstimmen. Dieser Fall ist für eine spätere Version nach 1.2 vorgesehen.

Es kann sich jetzt jede Fraktion separat auf ihrem eigenen Bildschirm anmelden

Hier ein Beispiel, wie sich Fraktion fr1 anmeldet:

Was man hier sehen kann ist der Fall, dass man sich zwar anmelden kann, aber der Vorsitzende hat die Antragsphase noch nicht gestartet. Fraktion fr1 muss also warten.

Nehmen wir jetzt an, dass der Vorsitzende der GV die Antragsphase gestartet hat, nachdem Fraktion fr1 schon versucht hat ,sich anzumelden.

Man sieht auf dem Bildschirm des Vorsitzenden (1) dass sich schon eine Fraktion angemeldet hat und (2) dass (= GRÜN) die Antragsphase jetzt aktiv ist.

Schauen wir, was auf den Bildschirmen der Fraktionen passiert.

Fr1 wurde auf Eingabeschema umgeschaltet

Der ‚Warte-Bildschirm‘ für fr1 wurde umgeschaltet auf einen ‚Antrags-Bildschirm‘.

Fr2 und Fr3 landen direkt auf dem Antragsbildschirm

Bildschirm des Vorsitzenden GV wurde automatisch aktualisiert

Mit diesen Beispielen wird deutlich, dass sich der Bildschirm des Vorsitzenden der GV sowie die Bildschirme der einzelnen Fraktionen fr1 – fr3 automatisch an die aktive Phase anpassen, indem sie sich wechselseitig ‚abfragen‘ (technisch: ‚polling‘).

Diese wechselseitige Anpassung funktioniert auch in den nachfolgenden Phasen.

Anträge Ausfüllen und Verwalten

Die einzelnen Fraktionen können jetzt Anträge einreichen. Nachfolgend werden Beispiele für jede Fraktion angezeigt.

Wenn eine Fraktion einen Antrag abgesendet hat — sie kann mehr als einen Antrag einreichen — , dann erfolgt eine Bestätigung, dass der Antrag eingereicht wurde und es werden dann alle Anträge angezeigt, die bislang von den Fraktionen überhaupt eingereicht wurden. Hier das Beispiel von Fraktion fr1:

Bildschirm Vorsitzender der GV

Auf dem Bildschirm des GV Vorsitzenden werden die Einreichungen der Anträge wie folgt dargestellt:

Wie man aus dem Steuerungsbildschirm des GV-Vorsitzenden entnehmen kann, haben nun alle 3 Fraktionen Anträge eingereicht, und zwar jede Fraktion einen Antrag.

Jetzt kann der GV-Vorsitzende in den Abstimmungsmodus umschalten.

Was in Version 1.2 noch fehlt das ist eine ausdrückliche Bestätigung von jeder Fraktion, dass sie keine weiteren Anträge mehr einbringen wollen. Hier sei also angenommen, das wäre so: die Fraktionen wollen keinen weiteren Antrag mehr stellen.

Mit der Einleitung der Abstimmungsphase durch den GV-Vorsitzenden werden die Bildschirme der Benutzer automatisch auf den Abstimmungsmodus umgeschaltet. Hier beispielsweise der Bildschirm von Fraktion fr1:

Abstimmung mit allen drei Fraktionen fr1 – fr3

Hier der Bildschirm von Fraktion fr1 (Ausschnitt):

Hier der Bildschirm des GV-Vorsitzenden, nachdem alle drei Fraktionen fr1 – fr3 alle Anträge abgestimmt haben:

Damit kann der GV-Vorsitzende die Abstimmung beenden.

Nach Beendigung der Sitzung : Öffentliche Niederschrift

Wenn der GV-Vorsitzende auf das Feld ‚Zur Niederschrift‘ klickt, wird die gesamte Niederschrift angezeigt.

Eine Fraktion kann auf ihrem Bildschirm auf den Link ‚Zur Startseite‘ klicken

und kann dann auf der Startseite auf das Feld ‚Niederschrift einzeln klicken

Dann wird auch die Niederschrift angezeigt.

Aktuelle Niederschrift

Letzte Aktualisierung: 2.4.2026, 14:59:30

Niederschrift: Einführungssitzung

Beginn: 2026-04-02 06:07:27

Teilnehmer

  • fr1 (Stimmengewicht: 8)
  • fr2 (Stimmengewicht: 10)
  • fr3 (Stimmengewicht: 9)

Tagesordnung & Abstimmungen

TOP 1 — Antrag von fr2

Ziel:Mit Blick auf die vielen Beispiele in Deutschland und Nachbarländern, in denen sich Kommunen – auch Teile großer Städte! – nahezu ‚Energie-Autark‘ gemacht haben, sollte es eine gemeinsame Strategie für Schöneck geben, wie sich die Bürger für ihre Energieversorgung gemeinsam helfen können: Kosten und Abhängigkeiten runter, Krisenfest.

Vorteile:Wie man am Beispiel von vielen hundert Häusern in Schöneck schon sehen kann, lassen sich bei Einsatz von geeigneter Technologie tatsächlich die Kosten deutlich senken, die Verfügbarkeit deutlich erhöhen und die Abhängigkeit von externen Versorgen nahezu ganz aufheben.

Risiken:Mit Blick auf die immer schwieriger werdenden Verfügbarkeit wichtiger nicht-erneuerbarer Energien in einer zunehmend multipolaren Welt, verbunden mit unsicheren Lieferketten mit steigenden Kosten, kann eine Vernachlässigung von einer autarken Versorgung für die Bürger der Kommune zu großen Beeinträchtigungen und Nachteilen führen.

Simulation:https://www.oksimo.org/2026/04/02/beispiele-fuer-simulations-anforderungen/

  • Ja (8): fr1 (8)
  • Nein (10): fr2 (10)
  • Enthaltung (9): fr3 (9)
  • Ergebnis: Abgelehnt

TOP 2 — Antrag von fr3

Ziel:Angesichts einer sich zuspitzenden Wasserproblematik weltweit sollte in Schöneck – in enger Kooperation mit dem Kreis – ein zuverlässiges Informationssystem zur Wasserversorgung der Gemeinde – unter Einbeziehung aller Nachbargemeinden und dem ganzen Landkreis – geben. Jeder Bürger solle jederzeit abfragen können, wie es um die Verfügbarkeit von Wasser aktuell und mit Blick auf die Zukunft bestellt ist.

Vorteile:Mit Blick auf die Dynamik der zukünftigen Wasserversorgung in engem Zusammenspiel mit der weltweiten Klimasituation, dazu auch die Dynamik des lokalen Wasserverbrauchs, ist es für die Bürger nicht unerheblich, rechtzeitig über die kommenden Entwicklungen informiert zu sein. Mögliche Maßnahmen in diesem Bereich benötigen eine kluge langfristige Planung, mit entsprechende finanziellem Aufwand. Eine aktive und überzeugte Beteiligung aller Bürger erscheint als Voraussetzung dafür, dass die Politik diese Aufgaben angeht und löst.

Risiken:Belässt man die Bürger in einer weitgehenden Unwissenheit über die möglichen Veränderungen der Wasserverfügbarkeit, dann können die unerwarteten Engpässe in der Wasserversorgung zu einer großen Unzufriedenheit der Bürger führen, schlimmstenfalls zu einer Panik. Zugleich wäre es kaum möglich in kurzer Zeit das Problem zufriedenstellend zu beheben.

Simulation:https://www.oksimo.org/2026/04/02/beispiele-fuer-simulations-anforderungen/

  • Ja (9): fr3 (9)
  • Nein (8): fr1 (8)
  • Enthaltung (10): fr2 (10)
  • Ergebnis: Angenommen

TOP 3 — Antrag von fr1

Ziel:Mit Blick auf erfolgreiche Beispiele in anderen Kommunen in Deutschland und Nachbarländern sollte ein zentral gelegenes Bürgerzentrum für ganz Schöneck geschaffen werden. Leicht erreichbar für alle Ortsteile mit dem Fahrrad (Kinder, Jugendliche !), als Treffpunkt für alle, mit Cafe, mit moderner Bibliothek (alle Medien, Internet für alle), permanente ‚Serviceangebote‘ für Bürger, attraktive Freizeitangebote für alle Altersgruppen, dazu gehören auch attraktive Kurs- und Workshopangebote für Bürger.

Vorteile:Ein Angebot dieser Art kann nur zentral geschaffen werden. Es würde das ‚Schöneck-Gefühl‘ bei Bürgern deutlich verstärken können, vor allem für Kinder, Jugendliche, und Familien, aber nicht nur. Dies wäre keine Konkurrenz zu den vielen Vereinen, sondern eine wichtige Ergänzung für alle Bürger, welche keinem Verein angehören. Dazu kommt, dass es bislang keine ‚natürlichen‘ Treffpunkte in Schöneck gibt, wo Bürger ‚einfach mal so‘ hinkommen können, um sich mit anderen zu treffen, zu reden, zu spielen und mehr.

Risiken:Sollte in überschaubarer Zeit kein attraktives und für alle Ortsteile leicht erreichbares Bürgerzentrum für alle realisiert werden, dann bleiben große Gruppen der Bevölkerung mit ihren alltäglichen Bedürfnissen weiterhin isoliert, was einem positiven Gemeinsinn eher abträglich ist.

Simulation:https://www.oksimo.org/2026/04/02/beispiele-fuer-simulations-anforderungen/

  • Ja (10): fr2 (10)
  • Nein (9): fr3 (9)
  • Enthaltung (8): fr1 (8)
  • Ergebnis: Angenommen