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KURZBERICHT:  War’s das: KI Hype – Finanzblase – Konzeptkrise? Vortrag Nr.4 aus der Reihe ‚Mensch & KI : Risiko oder Chance?‘ Di 25.Nov 2025, 20-22h, Bürgertreff Schöneck-Kilianstädten

Bearbeitungszeit: 26.Nov 2025 – 27.Nov 2025

Der Text gehört zur Webseite von Vortrag Nr.4

KURZBERICHT

War’s das: KI Hype – Finanzblase – Konzeptkrise? Vortrag Nr.4 aus der Reihe ‚Mensch & KI : Risiko oder Chance?‘ Di 25.Nov 2025

Moderation: Prof. Dr. Gerd Doeben-Henisch
Kontakt: info@oksimo.org

Als die Vortragsreihe ‚Mensch & KI : Risiko oder Chance?‘ im August 2025 gestartet wurde, war der Plan, wichtige Themen aus der aktuellen Technologie der ‚Künstlichen Intelligenz (KI)‘ für interessierte Bürger verständlich zu vermitteln. Aufgrund der rasanten Verbreitung von Chatbots wie z.B. ChatGPT wurde beschlossen, mit dieser KI-Technologie zu beginnen. Im Fall der Chatbots handelt es sich um sogenannte ‚generative KI (genKI)‘, einem Teilbereich der KI-Technologie.

Im Vortrag Nr. 2 wurde hinter die Oberfläche von ChatGPT geschaut, wie er tatsächlich arbeitet, und in Vortrag Nr.3 wurde sichtbar, dass das Programm von ChatGPT – sein Algorithmus – weder ‚gut‘ noch ‚böse‘ ist. Es hängt einzig vom Menschen selbst ab auf welche Weise diese Technologie der generativen KI eingesetzt wird : sie kann extremen Schaden anrichten, sie kann aber auch sehr hilfreich sein.

Der Vortrag Nr. 4 fiel in eine Zeit, als weltweit – besonders in den USA selbst – mehrere Entwicklungen quasi parallel abliefen und heftig diskutiert wurden:

  1. Die Technologie der generativen KI wurde gerade im Jahr 2025 zunehmend kritischen Untersuchungen unterzogen. Es zeigten sich sowohl ganz klar die Schwachstellen des Algorithmus aufgrund seiner Architektur, wie auch die große Unzulänglichkeiten im realen Einsatz in Unternehmensprozessen, insbesondere im Zusammenwirken mit menschlichen Experten.
  2. Gleichzeitig trieb die anhaltend beeindruckende Verbreitung der generativen KI weltweit – allein ChatGPT hatte in 2025 pro Woche ca. 800 Mio. bis 1.2 Mrd. Benutzer – die Umsätze aller beteiligten ‚großen Player‘ in nie gekannte Höhen.
  3. Als Begleiteffekt bauten sich immer größere ‚Gewinnerwartungen‘ auf, die nicht nur die Aktienkurse ab Frühjahr 2023 steil nach oben schießen lies. Zugleich entbrannte ein Konkurrenzkampf zwischen allen großen Marktteilnehmern darum, wer baut immer schneller immer mehr Rechenzentren, was nur durch immer umfangreichere Finanzierungen einlösbar war. Die Kluft zwischen den ‚realen Einnahmen‘ und den ‚geliehenen Finanzen‘ wurde im Laufe des Jahres 2025 so groß, dass immer mehr Experten begannen, von einer ‚Finanzblase‘ zu sprechen. Die positiven Quartalszahlen des Chipherstellers Nvidia am 19.Nov 2025 beruhigten die Gemüter zwar ein wenig, doch alle Experten wissen, dass diese Zahlen auf keinem festen Grund stehen.
  4. Im Zusammenkommen von immer stärkerer Kritik zu den Grenzen der Technologie der generativen KI wie auch der wachsenden Zweifel, wie die großen Techkonzerne die wachsende Kluft zwischen realen Einnahmen (Nvidia aktuell noch ausgenommen) und geliehenem Kapital ausgleichen wollen, versuchen die großen Konzerne durch immer intensivere Marketingkampagnen die Erwartungen an die Möglichkeiten der neuen Technologie hoch zu halten.

Einordnung des Vortrags Nr.4

Angesichts dieser Situation wurden im Vortrag Nr.4 die Erläuterungen zur Technologie der generativen KI eingebettet in eine kurze Übersicht zur Gesamtsituation, die eher mit Fragen der Wirtschaft und sogar der Gesellschaft zu tun hatten. Womit ein wenig deutlich wurde, dass Technologie letztlich nicht von ihrem gesellschaftlichen Kontext losgelöst betrachtet werden kann.

Was dies alles für das kommende Jahr 2026 bedeutet, ist aktuell selbst für Experten schwer zu beantworten.

Auffällig ist jedenfalls, dass die Rolle des Menschen aus Sicht der großen Techkonzerne immer weiter in den Hintergrund tritt. Für die wenigen noch verbliebenen Demokratien weltweit werden die Herausforderungen damit nicht geringer. Für die Bürger in einer Demokratie dürfte es von daher wichtig sein, diese Entwicklungen zu verstehen und aktiv mitzugestalten.

Die Vortragsreihe ‚Mensch & KI : Risiko oder Chance?‘ wird mit Vortrag Nr.5 am Dienstag, 20. Januar 2026, wie gewohnt im Bürgertreff Schöneck-Kilianstädten 20-22h fortgesetzt werden.

Anmerkung: Ein ausführlicherer Bericht mit vielen Quellenangaben wird noch folgen. Siehe HIER.

KURZBERICHT zum Live-Vortrag ‚‚Ist KI nun der Feind oder unser Freund?‘, Vortrag Nr.3 aus der Reihe ‚Mensch & KI : Risiko oder Chance?‘ vom Di 21. Okt 2025

Letzte Änderung: 23.Okt 2025

Dieser Text gehört zur Seite Vortrag Nr.3 in der Reihe ‚Mensch & KI‘.

KURZBERICHT zum Live-Vortrag ‚‚Ist KI nun der Feind oder unser Freund?‘, Vortrag Nr.3 aus der Reihe ‚Mensch & KI : Risiko oder Chance?‘ vom Di 21. Okt 2025


Nachdem beim zweiten Vortrag am 3. September 2025 der Blick ‚hinter die Kulissen‘ von ChatGPT gewagt wurde – ‚Wie denkt ChatGPT?‘ –, ging es dieses Mal um eine direkte Auseinandersetzung mit der Frage, ob eine KI für uns Menschen letztlich gefährlich ist, ein echter ‚Feind‘, oder doch eher konstruktiv, also ein ‚Unterstützer‘ oder gar ein ‚Freund‘.

Im engen Dialog mit dem Publikum legte der emeritierte Informatikprofessor (und Wissenschaftsphilosoph) Gerd Doeben-Henisch anhand einer Reihe von Fragen und Alltagsbeispielen den Blick frei für die grundsätzlichen Möglichkeiten im Miteinander von Mensch und KI-Maschinen.

Es zeigte sich sehr schnell, dass die klare Unterscheidung zwischen ‚Feind oder Freund‘ im Alltag nicht funktioniert. In der gleichen Situation kann eine KI-Maschine ‚hilfreich‘ erscheinen, kann sie für die Menschen ‚völlig transparent‘ sein und zwar so, dass der Mensch immer die letzte Kontrolle hat. Genauso gut können aber die ‚Betreiber‘ der KI-Maschine alles ins ‚Negative‘ wenden. In diesem Zusammenhang ist also eine KI-Maschine nicht ‚an sich‘ gut oder böse, sondern nur aufgrund der Verwendung durch menschliche Betreiber.

Natürlich wurde dann auch die Grundsatzfrage gestellt, ob KI-Maschinen nicht doch letztlich ‚besser werden können als Menschen‘?

Um diese Frage einigermaßen durchschaubar diskutieren zu können, musste eine Situation gefunden werden, in der Menschen maximal gefordert sind. Wenn sich dann zeigen lassen könnte, dass KI-Maschinen solch eine Situation auch meistern könnten, dann wären sie zumindest dem Menschen ebenbürtig, und man könnte nicht mehr grundsätzlich ausschließen, dass solche KI-Maschinen Menschen genauso beherrschen könnten, wie auch reale Menschen andere Menschen immer wieder beeinflussen, manipulieren, und letztlich beherrschen.

Anhand der Herausforderungen, welche sich bei einer gemeinsamen Zukunftsplanung von Menschen stellen, wurde dann schrittweise überprüft, wann und wie eine – oder möglicherweise viele vernetzte — KI-Maschine diese Herausforderungen lösen könnte.

Das Ergebnis dieser ersten Analyse war ziemlich eindeutig. KI-Maschinen können erst dann aktiv werden, wenn Menschen schon Beschreibungen/ Modelle der realen Welt mit den einschlägigen Veränderungsprozessen ausgearbeitet haben. Durch Simulationen solcher Weltbeschreibungen könnten KI-Maschinen dann eine große, ja sogar eine entscheidende Hilfe für menschliche Planung sein. Für eine eigene Erfahrung von realer Welt mit den entsprechenden begrifflichen Verarbeitungen fallen die heute bekannten KIs — sieht man von kleinen, spezialisierten Teilaufgaben ab – weitgehend aus.[1]

Wer also denkt, er kann sich jetzt angesichts der globalen KI-Welle einfach entspannt zurück lehnen, ein wenig Däumchen drehen und warten, dass die KI-Maschinen alle Aufgaben erledigen werden, der dürfte nicht wenige herbe Enttäuschungen erleben.

ANMERKUNG

[1] Die im militärischen Bereich heute üblichen 3D-Echtzeitszenarien von Weltausschnitten mit Identifizierung auftretender Objekte, der automatischen Analyse ihres wahrscheinlichen Verhaltens samt automatischer Generierung von möglichen Maßnahmen sind – trotz ihrer scheinbar großen Komplexität — verglichen mit der Aufgabe eines kontinuierlichen umfassenden Planungsgeschehens großer Populationen von Menschen sehr ‚trivial‘ … u.a. ein Grund, warum es bislang weltweit noch nirgends solch umfassenden kontinuierlichen menschlichen Planungsprozesse gibt.